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Die christliche Hilfsorganisation humedica  in Kaufbeuren bei Augsburg wird 40 Jahre alt. Seit 1979 setzt sie sich weltweit für Menschen ein, die durch Katastrophen oder strukturelle Armut in Not geraten sind. Gegründet wurde humedica von den Brüdern Dieter und Wolfgang Groß. Katja Völkl sprach mit Wolfgang Groß über die Einzelheiten.


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Die iranische Justiz hat gegen eine 58-jährige Christin, die am 8. Mai aus Deutschland abgeschoben wurde, ein Gerichtsverfahren eröffnet. Das teilte die Flüchtlingsbeauftragte im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis mit.

Menschen in Deutschland sollen künftig verfassungsrechtlich vor Diskriminierungen wegen ihrer sexuellen Orientierung geschützt werden. Das ist das Ziel eines gemeinsamen Gesetzentwurfs der Bundestagsfraktionen von Grünen, Linken und FDP. Vertreter der drei Parteien haben den Entwurf am Mittwoch vorgestellt.

Er sieht eine Ergänzung von Artikel 3 des Grundgesetzes vor. Bisher heißt es dort: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“ In diesen Artikel wollen die drei Fraktionen auch „sexuelle Identität“ aufnehmen.

Zwei-Drittel-Mehrheit im Bundesrat und Bundestag nötig

„Wir fordern das seit vielen Jahren und danken den Fraktionen, dass sie dieses Anliegen anlässlich des 70. Geburtstages des Grundgesetzes aufgreifen“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur (dpa) Henny Engels vom Bundesvorstand des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland (LSVD). „Alle, die von Diskriminierung betroffen sind in unserem Land, müssen in Artikel 3 genannt und sichtbar gemacht werden“, sagte die zuständige Fraktionsprecherin der Grünen, Ulle Schauws, bei der Vorlage des Gesetzesentwurfs.

70 Jahre nach Verabschiedung des Grundgesetzes solle auch die letzte von den Nationalsozialisten verfolgte Gruppe ausdrücklich geschützt werden. Unter dem Merkmal der „sexuellen Identität“ versteht der Gesetzentwurf „ein andauerndes Muster emotionaler, romantischer oder sexueller Anziehung zu Menschen eines bestimmten oder verschiedener Geschlechter“. Die geschlechtliche Identität sei in der Aufzählung des Artikels 3 bereits durch das Merkmal Geschlecht aufgenommen.

„Hoffnung auf große Fortschritte“

Inzwischen habe sich die rechtliche Situation von Lesben, Schwulen und Bisexuellen zwar stark verbessert. „Dennoch stößt die Lebensführung etwa von Homosexuellen noch immer auf Vorbehalte, was sich in rechtlicher und sozialer Diskriminierung niederschlägt.“ Jens Brandenburg (FDP) erhofft sich einen „großen Fortschritt für den verfassungsrechtlichen Schutz der Betroffenen“, wird er im Tagesspiegel zitiert. Doris Achelwilm (Linke) äußerte die Erwartung, dass eine Aufnahme in das Grundgesetz der Gruppe „einen anderen Schutz und eine andere Aufmerksamkeit“ verschaffe.

Die Parlamentarier der Opposition hoffen bei ihrem Vorhaben auf die Zustimmung der Regierungs-Koalition. Der Gesetzentwurf solle zwar rasch eingebracht werden, allerdings wolle man sich dann Zeit für Gespräche lassen, um für das Anliegen zu werben. Der stellvertretende Unionsfraktionschef Thorsten Frei äußerte sich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am Mittwoch ablehnend: „Das Grundgesetz darf nicht mit Änderungen oder Ergänzungen überfrachtet werden, für die es gar keine Notwendigkeiten gibt.“

Mahnende Worte Schäubles

Anlässlich des 70. Geburtstags des Grundgesetzes hat auch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble gemahnt, das Grundgesetz nicht zu überfrachten und der Politik Spielraum zu lassen. In einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung am Donnerstag warnt er vor einer „überbordenden Verrechtlichung“: „Wir sollten nicht zulassen, dass unsere Ordnungen durch unseren Hang zur Perfektion so erstarren, dass wir sie nicht mehr reformieren können“, findet der CDU-Politiker.

Von: Johannes Blöcher-Weil

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer vertritt in einem Gastbeitrag in der Zeit-Beilage Christ und Welt vom Donnerstag die Ansicht, dass die christliche Botschaft keine christliche Politik kennt. Die Unionsvorsitzende distanziert sich in dem Beitrag von christlicher Politik. „Ich bin Christdemokratin mit Leib und Seele“, schreibt Kramp-Karrenbauer und weiter: „Aber ich weise von mir, eine christliche Politik zu machen.“

Sie engagiere sich als Politikerin aus ihrem christlichen Glauben heraus, der ihr Orientierung und Kraft gebe. „Aber die christliche Botschaft diktiert mir nicht politische Forderungen“, schreibt das Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Die christliche Botschaft könne dabei helfen, eine „intensive Güterabwägung“ vorzunehmen und so Entscheidungen eine Richtung geben, „aber sie kann konkrete Entscheidungen nicht ersetzen“.

Freiheit und Verantwortung

Die christliche Botschaft ist aus ihrer Sicht „Zweck und kein Mittel“. Dies müsse auch für die Union gelten. „Auch hier darf das C niemals für politische Zwecke instrumentalisiert werden. Das C darf für eine C-Partei niemals bloßes Dekor der eigenen Programmatik sein“ schreibt Kramp-Karrenbauer.

Die CDU-Politikerin spricht in dem Beitrag das christliche Menschenbild an, für das die Unionsparteien eintreten. Die Unantastbarkeit der Würde eines Menschen stehe über allem. „Entscheidend dabei ist die Vorstellung von der Freiheit jedes einzelnen Menschen“, schreibt sie. Diese gehöre zusammen mit Freiheit und Verantwortung. „Das Zusammendenken von Freiheit und Verantwortung ist die Grundlage unseres Gemeinwesens.“

Nach Ansicht der Unions-Chefin grenze die christliche Botschaft nicht aus, sondern lade die ein, die „das spezifische Menschenbild im Zusammenspiel von Freiheit und Verantwortung teilen.“ Kramp-Karrenbauer warnt in ihrem Beitrag davor, die christliche Botschaft mit dem „erhobenen moralischen Zeigefinger“ zu verbinden. Moralische Überlegenheit dürfe nicht als politisches Argument gelten. Sie schreibt: „Selbst wenn man als Christ davon überzeugt ist, dass der eigene religiöse Kompass der richtige ist, so wäre er falsch kalibriert, wenn dabei die eigene Unvollkommenheit ausgeblendet würde.“

Politik habe nicht den Auftrag, Menschen zu erlösen, sondern „ein Leben in Freiheit und Verantwortung zu ermöglichen“. An „Erlösungsfantasien“ seien „von der Vision der klassenlosen Gesellschaft des Marxismus bis hin zu utopischen Versuchen von Gottesstaaten“ viele politische Konzepte gescheitert. Die christliche Botschaft schütze vor solchen Konzepten und „zerstörerischer Selbstüberschätzung“, statt die Menschen allein zurück zu lassen.

Von: Norbert Schäfer

Die Päpstliche Akademie für das Leben fordert in einem „Weißbuch“ einen Ausbau der weltweiten Palliativversorgung. Für die Veröffentlichung haben Katholiken und internationale Experten verschiedener Weltanschauungen strategische Empfehlungen für den Umgang mit Todkranken erarbeitet. Bei der Vorstellung am Donnerstag in Berlin warnte der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode, Selbsttötung werde von vielen als ein Grundrecht verstanden und Sterbehilfe als Dienstleistung: „Da wird die Unantastbarkeit der Menschenwürde aufgegeben.“ Der Glaube an einen Schöpfergott aber führe zu der Erkenntnis, dass das Leben nicht verfügbar sei. Es mangele an einem Bewusstsein dafür, dass menschenwürdiges Sterben auch für Schwerkranke möglich sei.

Der Palliativmediziner Thomas Sitte sagte, er werde regelmäßig von Angehörigen Sterbender auf Sterbehilfe angesprochen. Dabei könnten Ärzte in 99,9 Prozent der Fälle dafür sorgen, dass Sterbende nicht über ein eträgliches Maß hinaus leiden müssten. Das aber sei nicht bekannt. „Nichtwissen macht Angst“, sagte Sitte, der sich klar „gegen lebensverkürzende Maßnahmen“ positioniert. In der Öffentlichkeit werde diese Angst von Lobbygruppen geschürt, die für eine liberale Sterbehilferegelung eintreten. Sitte nannte Vereinen wie „Sterbehilfe Deutschland“ oder „Dignitas“: „Hier wird Lobbyarbeit dafür gemacht, dass Sterbehilfe in Deutschland doch wieder erlaubt werden soll.“

Sterbehilfegesetz vor dem Bundesverfassungsgericht

Das Bundesverfassungsgericht hat jüngst mehrere Klagen gegen das Verbot organisierter Sterbehilfe aus dem Jahr 2015 behandelt. Verfassungsbeschwerde hatten mehrere Ärzte, Sterbehilfevereine sowie schwerkranke Patienten eingelegt. Eine Entscheidung wird noch in diesem Jahr erwartet. Kritiker des derzeit gültigen Sterbehilfegesetzes beklagen unter anderem eine Rechtsunsicherheit von Ärzten. Sitte war nach eigenen Angaben an beiden Verhandlungstagen anwesend. Er ist überzeugt: Das Gesetz schütze Patienten vor voreiligen Schritten und gebe Ärzten Sicherheit für die Behandlung. In seinen Augen sind diejenigen, die darin Defizite sehen, deutlich in der Minderheit.

Ebenso wie die Deutsche Bischofskonferenz hofft er, dass das Bundesverfassungsgericht das Sterbehilfegesetz aufrecht erhält. Er wünscht sich gemeinsam mit den Katholiken mehr Unterstützung für Ärzte, die palliativmedizinisch tätig sind, und eine bessere Wissensvermittlung dazu in ambulanten Diensten. Derzeit würden nur rund zehn Prozent der 800.000 in Deutschland jährlich Sterbenden palliativ versorgt. Dabei bräuchten in seinen Augen 30 Prozent von ihnen die schmerzlindernden Maßnahmen.

Erzbischof Vincenzo Paglia von der Päpstlichen Akademie erklärte, in der Palliativversorgung zeige sich ein zutiefst religiöses und auch überzeugendes Menschenbild. Eine „palliative Kultur“ wirke dem gesellschaftlichen Ruf nach Sterbehilfe entgegen und fördere einen sorgenden Umgang und eine liebevolle Begleitung Sterbender bis zum Tod. „Die Medizin scheitert nicht, wenn sie nicht heilen kann“, sagte Paglia. Stattdessen müsse sie ihre eigenen Grenzen kennen und nicht über „ein vernünftiges Maß“ hinausgehen und etwa lebensverlängernde Maßnahmen ergreifen, die nur das Leid eines Kranken verlängerten. Auch da, wo keine Heilung möglich sei, könnten Schmerz und Leid gelindert werden.

Die Päpstliche Akademie für das Leben ist eine akademische Einrichtung des Vatikans, die sich mit Fragen der biomedizinischen Ethik beschäftigt. Papst Johannes Paul II. gründete sie 1994. Ihre 70 Mitglieder werden vom Papst ernannt. Unter anderem beschäftigt sie sich mit den ethischen Aspekten der Fragen rund um Anfang und Ende des Lebens: Sterbehilfe, Abtreibung oder Reproduktionsmedizin.

Von: Anna Lutz

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU), hat in einem Interview der Tageszeitung Die Welt vom Donnerstag eine tiefere Vermittlung von Fähigkeiten im Umgang mit Medien gefordert. In dem Interview sagte Grütters: „Medienkompetenz ist ein wichtiges Querschnittsthema, das an Schulen und Universitäten viel stärker verankert gehört.“

Von ihren Studenten an der Universität Berlin, angehenden Medien- und Kulturwissenschaftlern, habe keiner eine Zeitung gelesen oder ein Abonnement besessen. „Da herrscht erschreckende Ahnungslosigkeit über die Vielfalt des Angebotes, ja sogar über unser Mediensystem.“ Ihrer Meinung nach gelte es, jungen Menschen zu erklären, „warum man weit mehr als nur den richtigen Suchbegriff eingeben muss, um eine wahre Antwort zu bekommen“.

Grütters: „Wir dürfen allzu einfachen Wahrheiten nicht trauen.“ In ihrer Generation habe alles auf dem Prüfstand gestanden. „Wir müssen wieder neu lehren und lernen, kritisch und misstrauisch zu sein.“

In dem Interview erteilte die Staatsministerin dem Modell eines steuerfinanzierten Rundfunks, wie dieser in Skandinavien bereits betrieben wird, eine deutliche Absage. „Das steht bei uns nicht an“, erklärte Grütters, und weiter: „Ein Steuerfinanzierung würde den Rundfunk staatsnäher und kein bisschen besser machen.“ Der Rundfunkbeitrag stelle ihrer Meinung nach eine „direkte Verbindung zu den Bürgern und damit Zuschauern“ her.

Die Unionspolitikerin sieht auch keine Notwendigkeit, in demokratischen Ländern mit Gegenpropaganda auf Desinformation etwa aus Russland zu reagieren. „Nein, wir müssen unserem Prinzip des unabhängigen Journalismus treu bleiben. Wenn man glaubt, die Methoden der anderen übernehmen zu müssen, um bestehen zu können, hat man schon verloren“, erklärte Grütters.

Von: Norbert Schäfer

Ein über 300 Jahre altes Reliquienkreuz hat am Mittwoch in der „XXL“-Ausgabe der ZDF-Fernsehsendung „Bares für Rares“ für einen Rekordpreis den Besitzer gewechselt. Das Kreuz ist mit 40-karätigen Diamanten besetzt, doch viel wertvoller dürften die Holzsplitter sein, die in seinem Inneren verborgen sind: Stücke des Holzkreuzes, an dem Jesus hingerichtet wurde. Jedenfalls bezeugt dies ein Siegel von Papst Clemens IX., der 1669 in Rom starb.

Die XXL-Ausgabe der ZDF-Trödel-Sendung fand am Mittwoch im Schloss Schwerin statt. Als die Krankenschwester Stephanie Huber und ihre Tochter, die Jura-Studentin Cosima Birk, in die Sendung kamen, brachten sie ein Kreuz mit, das Huber von ihrer Tante geerbt hatte. Diese wiederum hatte regelmäßig eine alte Dame in den Gottesdienst begleitet, und dafür hatte sie ihr das Kreuz vermacht. Moderator Lichter war von der Geschichte beeindruckt und schloss im Scherz daraus: „Man sollte viel mehr Leute in die Kirche bringen!“

Die Expertin Heide Rezepa-Zabel zeigte schnell, dass es sich bei dem Gegenstand nicht nur um etwas Historisches handelt, sondern auch um das wohl wertvollste Objekt, das je in der Sendung zu sehen war. Sie erläuterte, es handele sich um eine Pektorale, also um ein Brustkreuz geistlicher Würdenträger aus der Zeit um das Jahr 1700. In der Mitte des Kreuzes ist ein Bergkristall, durch den man die Holzsplitter sehen kann. An der Rückseite des Kreuzes kann man es öffnen, hinter der Klappe verbirgt sich ein päpstliches Siegel. Die Expertin erklärte, bei den Holzsplittern handele es sich, zumindest gemäß dem Siegel, um „Holzstücke aus dem wahren Kreuz Jesu Christi“. „Das ist toll“, fügte sie hinzu. „Das konnten sich nur Bischöfe mit Vermögen leisten. Das entsprach in etwa dem Kauf einer kleinen Kirche.“ Und damit seien nur die versiegelten Splitter gemeint, nicht die Diamanten, betonte sie. Moderator Lichter fügte hinzu: „Das ist ja eine Weltsensation. Ihr erlebt mich das erste Mal relativ ruhig, denn das macht mich gerade sehr ehrfürchtig. Das hier geht in die Geschichte ein.“

Endgebot bei 42.000 Euro

Allein der Materialwert liegt laut Expertenschätzung bei 15.000 bis 17.000 Euro. Die Diamanten hätten jeweils 40 Karat. Insgesamt könne man mit der Pektorale 60.000 bis 80.000 Euro erzielen.

Die Händler zeigten sich entsprechend sprachlos. Händler Walter „Waldi“ Lehnertz wollte seine bekannten „80 Euro“ allein dafür zahlen, dass er die Reliquie einmal in Händen halten durfte. Am Ende kaufte die Händlerin Susanne Steiger aus Bornheim das wertvolle Kreuz. Sie zahlte dafür 42.000 Euro, den höchsten je bei „Bares für Rares“ gezahlten Betrag. Steiger sagte später im Interview mit dem Bonner General-Anzeiger: „Das ist ein Stück, bei dem einem als Händler einfach das Herz aufgeht, nach dem man sein Leben lang sucht. Das ist quasi die Nadel im Heuhaufen. Ich bin wahnsinnig glücklich und mir fehlen einfach nur die Worte.“

Von: Jörn Schumacher

Der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden ist auf Wachstumskurs. Das geht aus der aktuellen Statistik der zweitgrößten Freikirche in Deutschland hervor. Sie hat demnach 62.872 Mitglieder, 11,7 Prozent mehr als zwei Jahre zuvor.

Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg prägte gesellschaftliche Umwälzungen. Die Menschen fragten, wie es mit ihnen und ihrem Land weitergehen sollte. Vier Jahre nach dem Ende des Kriegs trat 1949 das Grundgesetz in Kraft. Die Wanderausstellung „In bester Verfassung“ nimmt das Vertragswerk unter die Lupe und macht trockene Gesetzestexte erlebbar.

Kurator der Wanderausstellung ist Tim Behrensmeier. Der Pastor aus der Nähe von Heilbronn ist mit 10 Prozent seiner Stelle vom Süddeutschen Gemeinschaftsverband für die Konzeption der Ausstellung beauftragt worden. Darüber hinaus hat er noch die Ausstellung „MinIsrael" entwickelt, in der die Besucher mit allen Sinnen erleben können, was sich zu biblischen Zeiten ereignet hat.

Staat auf drei Hügeln errichten

Ein roter Teppich weist den Besucher in den ersten von mehreren Räumen. Filmausschnitte führen den Besucher auf eine Zeitreise bis ins Jahr 1945. Benjamin Carstens, Pressesprecher des Bibellesebundes führt die Besucher durch die Ausstellung, die gerade bei der Organisation im nordrhein-westfälischen Marienheide zu Gast ist. Er erklärt, dass die Gründerjahre der Bundesrepublik Deutschland von Krieg und Zerstörung gekennzeichnet waren. Das Land hatte zudem mit der organisierten Vernichtung der Juden eine große Schuld auf sich geladen.

Hinter dem samtschwarzen Vorhang enthüllt Carstens Bilder von drei Hügeln. Der spätere Bundespräsident Theodor Heuss (FDP) habe sich gewünscht, dass sich Deutschland und die deutsche Verfassung auf drei Hügel gründen sollten. Golgatha, der biblische Ort der Kreuzigung von Jesus Christus, die Akropolis, als Sinnbild für die griechischen Wurzeln der Demokratie, und das römische Kapitol, als Zeichen des römischen Rechstssystems.

Die Besucher erfahren, wie weit die Wurzeln der Menschenwürde zurückreichen – nämlich bis zu den Zehn Geboten der Bibel. Für Carstens prägen diese bis heute die freie Gesellschaft: „Die Bibel und die Zehn Gebote vermitteln, dass jeder Mensch wertvoll ist.“ Dieser Satz wird von einem Strahler an die Decke projiziert.

Eine Weltkarte zeigt mit Punkten die großen Demokratien der Welt. Auf einer weiteren Weltkarte sind die Bereiche der Welt zu sehen, in denen das Christentum vorherrscht. Beide Karten sollen zeigen, dass die Schnittmenge zwischen Demokratie und christlich geprägten Ländern groß ist. In einem weiteren Raum können die Besucher aktiv werden. Sie müssen einen an vier Schnüren befestigten Tennisball in eine Eierschale balancieren: Ein interessantes Bild, um die Balance zwischen den Gewalten Exekutive, Legislative und Judikative erfahrbar zu machen.

In die Debatten einmischen

Carstens geht dann auf wichtige Paragraphen des Grundgesetzes ein, die aktuell in der Diskussion sind. Der Schutz der Ehe, die Debatte um Waffenexporte und die Diskussion um die Abtreibung zeigten, wie wichtig es sei, dass ein Staat mit dem Grundgesetz eine solide Grundlage habe. Die Besucher lädt Carstens ein, sich in die gesellschaftlichen Debatten einzumischen. Im letzten Raum verdeutlicht Behrensmeier an einer Installation, wie sensibel die Balance zwischen Mensch, Mitmensch und Gott auf Störungen reagiert. Sobald das Dreieck mit Mensch, Mitmensch und Gott auf einer Seite belastet wird, befindet es sich nicht im Gleichgewicht.

Behrensmeier hat sich für die Ausstellung intensiv mit dem Thema beschäftigt. „Das Grundgesetz ist ein enormer Schatz, den wir haben. Den vorgegebenen Rahmen dürfen wir nutzen und dankbar gestalten“, sagt er im Gespräch mit pro. Zur Vertiefung erhält jeder Besucher noch ein Grundgesetz. Benjamin Carstens ermuntert die Besucher, sich „fröhlich für die Gesellschaft zu engagieren“ und der „Stadt Bestes" zu suchen.

Tim Behrensmeier hat interessante Ansätze gefunden, die Relevanz der Ausstellung für die heutige Zeit zu verdeutlichen. Dafür hätten noch mehr „aktive" Stationen gut getan. Trotzdem hat sie auch einige Überraschungsmomente: das Dreieck mit dem Gleichgewicht von Mensch, Mitmensch und Gott hat den bleibenden, letzten Eindruck hinterlassen.

Derzeit ist Ausstellung in Berghülen sowie in Lorch in Baden-Württemberg zu sehen. pro sie bereits im November besucht und darüber diesen Bericht geschrieben.

Von: Johannes Blöcher-Weil

Vom Fernsehstar zum Tellerwäscher: Die Schauspielerin Gunda Ebert kennen viele Fans wahrscheinlich von ihrer Rolle als Dr. Franziska Ruhland in der ARD-Serie „In aller Freundschaft - Die jungen Ärzte“. Doch vor wenigen Wochen tauschte sie den Arztkittel gegen Schürze und Küchenutensilien, denn sie startete einen Einsatz auf dem Krankenhausschiff „Africa Mercy“ der christlichen Hilfsorganisation „Mercy Ships“. Das liegt derzeit vor der Küste des westafrikanischen Guineas. Auf dem Schiff operieren Ärzte ehrenamtlich bedürftige Menschen. Nach den Operationen sind die Patienten während ihrer Genesungszeit auf dem dem Schiff oder im „Hope Center“, einer externen Krankenstation an Land, untergebracht und werden versorgt. Mit Jesus als Vorbild will die Organisation „Hilfe zu den Ärmsten der Armen“ bringen, erklärte Lydia Schnizer, stellvertretende Geschäftsführerin von „Mercy Ships Deutschland“. Im Gespräch mit pro berichtet die Schauspielerin mit Begeisterung über ihre Zeit und die Erlebnisse auf dem Schiff.

pro: Frau Ebert, was hat Sie zu dem Einsatz auf der „Africa Mercy“ bewogen?

Gunda Ebert: Das kam aus meinem Herzen, nicht aus meinem Kopf. Deswegen ist das schwer zu erklären. Ich habe mich in meinem Leben sehr viel mit Medizin und Ärzten beschäftigt. Meine Mama ist Ärztin, ich selber habe die Krankenschwesterschule angefangen, wollte eigentlich auch Medizin studieren, hatte eine Tierheilpraxil. Als ich anfing, wieder mehr zu schauspielern, habe ich eine Ärztin gespielt. Das Thema ist in meinem Leben sehr präsent. Seit ich nicht mehr zur festen Besetzung bei „In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte“ gehöre und nun als Gast weiter tätig bin, habe ich etwas mehr Zeit und wollte mich gern in einem Charity-Projekt engagieren. Als meine Presseagentin mir „Mercy Ships“ vorschlug, hat mein Herz gleich „Ja, mach ich“ gesagt. Die Entscheidung kam wirklich aus dem Bauch und aus dem Herzen heraus.

Welche Erwartungen hatten Sie an den Einsatz?

Als der Flieger Richtung Guinea abgehoben ist, war mein erster Gedanke: Ich freue mich, endlich an einem Ort zu sein, an dem es ums Geben geht. Ich glaube fest, dass wir Menschen alle eine ganz große Sehnsucht danach haben, zu geben. Das steht ja auch schon in der Bibel. Zwar bin ich nicht bibelfest, aber das weiß ich. Ich weiß, dass ich diese Sehnsucht ganz stark habe, und das habe ich in meinem Leben auch viel getan. Aber ich finde mich in einer Gesellschaft, in der ich immer wieder darauf hingewiesen werde: „Pass auf, du gibst zu viel!“ Ich habe versuche, da eine Balance zu finden. Aber ich habe gemerkt, dass mich das überhaupt nicht glücklich macht. Und so habe ich mich schon vor der Landung darauf gefreut, an einen Ort zu kommen, an dem man das einfach tun darf ohne Wenn und Aber.

Und wie haben sich diese Erwartungen erfüllt?

Die Community auf dem Schiff ist absolut einmalig, weil die Menschen nicht nur geben wollen, sondern sogar dafür bezahlen, dass sie geben dürfen, sie finanzieren etwa ihren Flug ins Einsatzgebiet selbst. Das macht eine ganz spezielle Gruppe von Menschen, die für mich etwas ganz Berührendes erschafft – gemeinsam mit den Patienten. Ich habe für eine Spendenaktion einige Mitarbeiter interviewt. Und alle haben auf die Frage nach dem „Warum“ gesagt: „Wir wollten etwas zurückgeben, aber ehrlicherweise kriegen wir hier viel mehr, als wir geben.“ Als ich fünf Tage da war, habe ich es einfach selber erlebt und gefühlt, was damit gemeint ist.

Das ist der nächste Punkt: Das Geben macht uns alle glücklich. Wichtig ist aber dieser Austausch. Der findet dort in Form von Freude und Dankbarkeit statt. Das sind zwei Lebensschätze, an die wir uns in unserer Gesellschaft, in der wir leben, gerne ab und zu erinnern dürfen. Wenn die Dankbarkeit da ist, funktioniert auch das Geben. Ich habe erleben dürfen, wie glücklich das macht. Alle Menschen, die ich auf dem Schiff getroffen habe, sind voll Freude – weil ich glaube, dass diese uns alle umtreibende Frage nach dem Sinn des Lebens auf dem Schiff innerhalb dieser Arbeit, die die Menschen dort machen, komplett beantwortet ist.

Inwieweit ist die Frage nach dem Sinn des Lebens beantwortet?

Es fühlt sich einfach sehr sinnhaft an, da zu sein und sich da in diesem Kreislauf auf diese Art von Geben und Nehmen hineinzubegeben.

Haben Sie sich zu diesem Einsatz auch aus Glaubensgründen entschieden?

Ich bin in der DDR großgeworden, habe nicht die Konfession als solche. Ich bin aber ein sehr gläubiger Mensch. Den Weg habe ich mir in meinem Leben selber gesucht. Insofern würde ich schon sagen, dass es Glaube und Sehnsucht waren. Das war keine intellektuelle Entscheidung in dem Sinne: Das ist eine christliche Organisation. Da fahr ich jetzt hin.

Es war für mich sehr bereichernd, zu erleben, wie groß Dankbarkeit geschrieben ist in der christlichen Gesellschaft, die ich vor Ort erlebt habe. Ich würde das nicht verallgemeinern, dafür bin ich da zu wenig zu Hause. Aber einfach zu erleben, dass man jeden Abend einmal Danke sagt im Gebet. Ich habe im Speisesaal und in der Küche mit Kollegen zusammengearbeitet. Das waren alles Afrikaner. Immer abends nach der letzten Schicht und einem Zwölfstundentag haben wir uns alle an den Händen gefasst und einer hat das Gebet gesprochen und Danke gesagt für alles, was wir Schönes hatten an dem Tag.

Wie war Ihr Alltag auf dem Schiff?

Ich habe in einer Sechsmannkabine in einem Doppelstockbett geschlafen. Vorher habe ich mir Sorgen gemacht, dass ich nicht schlafen kann, habe mir Ohropax gekauft. Aber ich habe von der ersten Nacht an geschlafen wie ein Baby. Das war schon verrückt. Ich dachte: Hier ist irgendetwas gut und ich fühle mich offensichtlich sehr beschützt an diesem Ort, dass ich nachts loslasse und gut schlafe, trotz der ungewohnten Umgebung in dieser Kabine.

Ich hatte im Speisesaal eine Schicht von 5.30 bis 19.30 Uhr mit etwa drei Stunden Pause zwischen den Mahlzeiten. Ich habe die große Kaffeemaschine befüllt, dafür gesorgt, dass im Essenssaal die Schalen gefüllt sind, habe abgewaschen, alles sauber gemacht, die Tische abgewischt. Es war toll, diese natürliche Art von Arbeit zu machen, etwas zu lernen, sich in das Team einzugliedern und irgendwann das Gefühl zu haben: Es ist gut, dass ich hier bin. Ich helfe und stehe nicht nur in der Gegend rum. Ich übernehme eine bestimmte Position, die muss ausgefüllt werden.

Welche Begegnungen haben Sie in der Zeit auf dem Schiff besonders bewegt?

Ich hatte durch meine vor Ort ansässigen afrikanischen Kollegen im Speisesaal Kontakt zum Land. Ich habe mir gewünscht, dass wir einmal zusammen tanzen gehen, weil ich für mein Leben gerne tanze. Zum Abschied haben sie mir ein buntes, afrikanisches Kostüm genäht und geschenkt. Das hat mich sehr berührt, weil ich weiß, dass die Kolleginnen nicht viel Geld haben. Der Austausch mit meinen Kollegen hat mich besonders bewegt.

Die Begegnungen im Hope Center, eine extern vom Schiff an Land eingerichtete Krankenstation, haben mich auch berührt. Als ich das dritte Mal zu Besuch war, kannten mich die Leute schon ein bisschen. Ich habe mir ein Spielzeug genommen und angefangen, mit den Klötzchen zu spielen. Von allen Ecken und Enden kamen Kinder und sprangen auf meinen Schoß oder setzten sich auf die Bank gegenüber und spielten mit. Das war ganz ergreifend. Eine Mama, die ich von den letzten Besuchen schon kannte, drückte mir sofort ihr Baby in die Hand. Das war toll. Das hat etwas mit Vertrauen zu tun, das mir in dem Moment entgegengebracht wurde. Aber es geht auch automatisch sehr um die Sprache des Herzens – weil ich im Hope Center nicht mit den Menschen reden konnte. Sie sprechen Französisch und circa 40 verschiedene afrikanische Landessprachen, wovon ich leider keinen einzigen beherrsche. Das heißt, es ging nur um die Sprache des Herzens. Das geht dann schnell ganz tief und kann umso berührender sein. Ich bin dann zum Schiff zurückgelaufen und dachte: Wow, jetzt weiß ich, was alle meinen mit der Aussage „Wir bekommen mehr zurück als wir geben“.

Sie bitten auf Instagram, für „Mercy Ships“ zu spenden. Warum ist Ihnen dieses Projekt so wichtig geworden, dass Sie diesen Aufruf starten?

Die Organisation tut alles dafür, dass die Arbeit fortgesetzt wird, wenn das Schiff nach zehn Monaten Aufenthalt schon lange weg ist. Das finde ich absolut bemerkenswert. Das fängt damit an, dass jeder Arzt, der operiert, einen afrikanischen Mediziner anlernt. Die Mediziner arbeiten nur mit wiederverwendbaren Instrumenten. Diese werden im Land gelassen. Wegwerfmaterial haben die Menschen nicht zur Verfügung.

Vor einigen Jahren war die „Africa Mercy“ schon einmal in Guinea. Damals hatte man sich schwerpunktmäßig um die Operationen der Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte gekümmert. Als das Schiff jetzt kam, hatten die Ärzte auf der „Africa Mercy“ nur noch einen Bruchteil der Fälle von damals, etwa zehn Prozent, zu operieren. Krankenpfleger gehen in Krankenhäuser und machen Weiterbildungen in Sachen Hygiene. Sie haben eine Zahnklinik in der Hauptstadt Conakry aufgebaut und lassen das ganze Equipment vor Ort in der Uniklinik mit den ausgebildeten Medizinern. Sie machen dann die Arbeit weiter.

Sie machen nur Operationen, die sie innerhalb der Zeit, in der das Schiff vor Ort liegt, wirklich beenden können, und lassen niemanden mit Problemen zurück, die dann vor Ort nicht mehr zu lösen sind. Dieses Bewusstsein, vor Ort wirklich etwas zu verändern – und zu erleben, dass es funktioniert, hat mich von dieser Idee am meisten beeindruckt. Ich weiß einfach, wo die Spenden hingehen und dass und was sie bewirken.

Herzlichen Dank für das Gespräch, Frau Ebert.

Von: Die Fragen stellte Martina Blatt.

„Der BFP hat seit der letzten Statistik um 11,7 Prozent in seiner Mitgliederzahl zugelegt“, teilte Peter Bregy, Generalsekretär des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) in der Sitzung des Bundesvorstandes mit. Der neueste Bericht weise zum 1. Januar 2019 in der Statistik 62.872 Mitglieder gegenüber 56.275 am 1. Januar 2017 aus.

Besonders erfreulich sei das Wachstum in den Regionen Bayern-Süd, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Weser-Ems, wo jeweils hohe zweistellige Wachstumsraten verzeichnet werden konnten. Auch der Ecclesia-Gemeindeverband legte um 12 Prozent zu. Die Mitgliedschaft werde in den Gemeinden unterschiedlich gehandhabt und gezählt, teilte der BFP mit, verbindliche Voraussetzung ist jedoch immer eine „Glaubenstaufe“ auf persönliches Begehren.

Nach seiner Einschätzung zu den Gründen für das Wachstum des BFP befragt, sagte der Generalsekretär: „Wir haben in den letzten sieben Jahren unser Profil als Geistesbewegung geschärft, einen Fokus auf die Unterstützung von Leitern und die Stärkung von Gemeinden gelegt und konsequent neue Gemeinden gegründet.“ Ebenso betone der BFP die missionarische Gesinnung auf allen Ebenen und „das Miteinander der unterschiedlichen Kulturen und Gruppen“. Besonders für die junge Generation scheine der BFP attraktiv geworden zu sein, so Bregy.

Er kommentierte den Zuwachs mit den Worten: „Oberste Priorität unserer Gemeindebewegung ist, dass Menschen in eine persönliche Beziehung mit Jesus Christus kommen und gesunde, zeitgemäße und wachsende Gemeinden gebaut werden.“

Durchschnittlich 75,2 Gemeindemitglieder statt bisher 68,6

Von den 836 BFP-Gemeinden seien 42 Prozent gewachsen. Die zeigten die aktuellen höheren Mitgliederzahlen im Vergleich zu denen vor zwei Jahren. „Bei den Gemeinden mit Migrationshintergrund hat sich eine gewisse Konstanz in der zahlenmäßigen Entwicklung eingestellt“, erläutert Bregy. Die durchschnittliche Gemeindegröße habe sich im BFP von 68,6 auf 75,2 Mitglieder erhöht.

Bei der Zahl der Gemeinden ist in der Statistik ein Wachstum von 16 Gemeinden aufgeführt. Dies habe mit Schließungen und Zusammenlegungen von Gemeinden zu tun. Mit 3.202 Taufen im Kalenderjahr 2018 verzeichnet der BFP gegenüber dem Jahr 2016 jedoch einen Rückgang (3.890).

Zum zweiten Mal seien im Berichtszeitraum die Anzahl der Personen abgefragt worden, die wöchentlich durch die Aktivitäten der Gemeinde erreicht werden. Hier weise die Tabelle ein Wachstum von 92.721 auf 95.477 aus. Hierzu zählen nicht nur Gottesdienste, sondern auch sonstige Veranstaltungen der Gemeinde, wobei Doppelzählungen nicht gerechnet werden.

Der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden KdöR (BFP) ist die zweitgrößte Freikirche innerhalb der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) in Deutschland.

Von: Jörn Schumacher

Die Deutschen schätzen den Beitrag der evangelischen Kirche zum Gemeinwohl deutlich besser ein als den der römisch-katholischen Kirche. Das geht aus dem am 21. Mai veröffentlichten „GemeinwohlAtlas“ hervor.

Im sogenannten Gemeinwohlatlas 2019 wurden repräsentativ fast 12.000 Menschen zu 137 Unternehmen und Organisationen und deren Gemeinwohlbeitrag in den Bereichen befragt. Die Befragung führten die Hochschulen in Zusammenarbeit mit dem Umfrageinstitut Forsa im Frühjahr online durch. Im Zentrum standen dabei diese vier Faktoren: Wie steht die Einrichtung moralisch da? Was tut sie für den Zusammenhalt in der Gesellschaft? Wie trägt sie zur Lebensqualität bei? Wie erledigt sie ihr Kerngeschäft?

Ein Überblick über ausgewählte Platzierungen:

Quelle: www.gemeinwohlatlas.de / Leipziger Graduate School of Management HHL

Von: Jörn Schumacher

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, sieht im Doppelgebot der Liebe das Zentrum des christlichen Glaubens. Gottes- und Nächstenliebe als untrennbar verknüpfte Prinzipien seien von zentraler Bedeutung für das gesellschaftliche Zusammenleben. Christliche Ethik sei keine „Sonderethik“, sondern für jeden verstehbar. In Richtung von Christen sagte er: Wer glaube, er könne Gottesdienste feiern und in der Kirche beten, ohne den Schwachen zu helfen, der habe das Christentum nicht verstanden.

Bedford-Strohm war Gast bei einer Buchvorstellung des Journalisten Alexander Görlach. In seinem Buch „Homo Empathicus - Von Sündenböcken, Populisten und der Rettung der Demokratie“ analysiert dieser die derzeitige gesellschaftliche Lage. Er sieht eine Krise der Wirtschaft und der Demokratie. Bewältigt werden könne sie durch eine Rückkehr von Moral und der Empathie, schreibt Görlach. Zur Vorstellung seines Buchs kamen neben Bedford-Strohm auch die Staatsministerin für Digitales, Dorothee Bär (CSU), und der Intendant der Deutschen Welle, Peter Limbourg.

Soziale Netzwerke verbreiten Hass

Bedford-Strohm erklärte, Soziale Netzwerke unterhöhlten die Demokratie. Hassbotschaften würden im Netz häufiger geklickt als aufwändige Recherche oder positive Geschichten. Große Netzwerke wie Facebook seien kommerziell gesteuert und förderten deshalb diese Entwicklung mit ihren Algorithmen noch. „Wir erleben eine völlige Veränderung des öffentlichen Diskurses“, sagte Bedford-Strohm. Hinsichtlich einer Krise der Wirtschaft, die Görlach ebenfalls in seinem Buch beschreibt, sagte der Ratsvorsitzende: Für ein friedliches Zusammenleben müsse gewährleistet sein, dass nicht die Reichen reicher und die Armen ärmer würden. In der Wirtschaft werde deshalb „Umverteilung“ künftig „eine größere Rolle spielen“.

Staatsministerin Bär sprach sich ebenso wie Bedford-Strohm gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen aus. Es führe dazu, dass die Talente und Gaben des Einzelnen keine Beachtung mehr fänden. Menschen müssten gefördert werden, aber jeder nach seinen eigenen Voraussetzungen und mit der Chance, sich gewinnbringend zu engagieren.

„Populisten sind auf dem Vormarsch“

Der Intendant der Deutschen Welle, Peter Limbourg, warnte: „Die Populisten sind weltweit auf dem Vormarsch.“ Und weiter: „Wenn wir Glück haben, ist es eine Welle, die wieder vorüber geht.“ Journalisten, die auf Fakten statt Emotionen setzten, seien ihnen gegenüber im Nachteil. Durch große Medienplattformen sei die Teilhabe kleinerer journalistischer Häuser zusätzlich gefährdet. Zwar könne die Menschheit von der Digitalisierung profitieren, aber nur, wenn die richtigen Regeln gesetzt würden. Limbourg sprach sich deshalb für eine Regulierung von Facebook und Co aus.

Von: Anna Lutz

„Ja, es gibt Sünde in der Kirche. Zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche“ So hat der frühere Papst Benedikt XVI. eine Schrift benannt, in der er sich zu den Vorfällen in der Katholischen Kirche äußert. Pädophile Vorfälle und Missbrauch seien Ausdruck der Gottlosigkeit und der Entfremdung vom Glauben. Dies habe für die Theologie, die Priesterausbildung und die Auswahl von Bischöfen fatale Folgen gehabt. Eine Wurzel dafür sieht er auch in der sexuellen Revolution zwischen den Sechziger- und Achtzigerjahren.

Joseph Ratzinger hatte die Schrift wenige Tage vor seinem 92. Geburtstag am 19. April geschrieben, der FE-Medienverlag veröffentlichte sie Mitte Mai. Der frühere Papst will demnach zu einem neuen Aufbruch beizutragen. Er stellt das Thema zunächst in den historischen Kontext. Von 1960 bis 1980 seien in der Gesellschaft die „bisher geltenden Maßstäbe in Fragen Sexualität vollkommen weggebrochen und eine Normlosigkeit entstanden, die man inzwischen abzufangen sich gemüht hat“.

Völlige sexuelle Freiheit ließ keine Normen mehr zu

Ratzinger verdeutlicht, dass diese Entwicklungen viele angehende Priester in ihrer Ausbildung erschüttert hätten. Aus seiner Sicht habe die damals erkämpfte „völlige sexuelle Freiheit“ kaum noch Normen zugelassen, beklagt Ratzinger. Zudem sei auch Pädophilie als erlaubt und angemessen diagnostiziert worden: „Ich habe mich immer gefragt, wie junge Menschen in dieser Situation auf das Priestertum zugehen und es mit all seinen Konsequenzen annehmen konnten.“

Zudem beobachtet der Autor in dieser Zeit einen Zusammenbruch der katholischen Moraltheologie. Bis dahin sei diese weitgehend naturrechtlich begründet und die Heilige Schrift nur als Hintergrund oder Bekräftigung angeführt worden. Später sei es um eine ganz auf die Bibel gegründete Moraltheologie gegangen. Die neue Methode habe aber keine Antwort auf die Krise der Moral gegeben, die zu einem „Auflösungsprozeß (sic!) der christlichen Auffassung von Moral“ geführt habe.

Glaube hat nicht mehr den Rang eines zu schützenden Guts

Pädophile Vergehen und Missbrauch seien nur dort möglich gewesen, wo der Glaube nicht mehr das Handeln des Menschen bestimmt habe. „Im letzten liegt der Grund in der Abwesenheit Gottes“, schreibt Ratzinger. „Gott wird als Parteiangelegenheit einer kleinen Gruppe angesehen und kann nicht mehr als Maßstab für die Gemeinschaft im ganzen stehen.“ Aufgabe müsse es deswegen sein, „daß wir selbst wieder anfangen, von Gott und auf ihn hin zu leben“.

Es gehe darum, Gott dringend um Vergebung anzuflehen. Er solle die Grundlage des Lebens sein, Christen erneuern und beherrschen. Ratzinger findet bedenklich, dass der Glaube im allgemeinen Rechtsbewusstsein nicht mehr den Rang eines zu schützenden Gutes hat. Auf das Böse der Welt könne man nur mit Liebe reagieren: „Unser Nichterlöstsein beruht auf der Unfähigkeit, Gott zu lieben. Gott lieben zu lernen, ist also der Weg der Erlösung der Menschen.“

Nur mit einem Schöpfergott, „der gut ist und das Gute will – kann auch das Leben des Menschen Sinn haben“, schreibt Ratzinger. Eine Gesellschaft ohne Gott verliere ihre Freiheit, „weil der Sinn stirbt, der Orientierung gibt“. Dass sich Missbrauch auch in der Kirche und unter Priestern ausbreiten konnte, müsse in besonderem Maß erschüttern. Eine von den Menschen selbst gemachte Kirche könne keine Hoffnung sein.

„Ja, es gibt Sünde in der Kirche und Böses. Aber es gibt auch heute die heilige Kirche, die unzerstörbar ist.“ Es gebe auch heute viele demütig glaubende, leidende und liebende Menschen, „in denen der wirkliche Gott, der liebende Gott sich uns zeigt“. Diese Zeugen stünden mit ihrem Leben und Leiden für Gott ein. Das Vorwort des Büchleins hat Albert Christian Sellner geschrieben. Darin bestätigt er aufgrund seiner eigenen Lebensgeschichte, dass die 68er verantwortlich für die „sexuelle Verwilderung des Zeitgeists“ sind.

Papst Benedikt XVI, Ja, es gibt Sünde in der Kirche: Zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche, 48 Seiten, 2019 Fe-medienverlag, ISBN 978-3-86357-232-7, 3.95 Euro.

Von: Johannes Blöcher-Weil

Für all die Bären, Schimpansen und Gorillas hatten die Herrschaften und einige Damen, die sich damals im Naturkundemuseum Koenig trafen, keine Zeit. Die ausgestopften Tierpräparate waren ohnehin mit Bettlaken verhängt – selten ist der Auftakt zur Staatsgründung vor einer derart skurrilen Kulisse über die Bühne gegangen. Und doch: Diese Szenerie markiert den Beginn einer einmaligen Erfolgsgeschichte.

Die feierliche Verkündung des Grundgesetzes, am 23. Mai 1949 in Bonn, ist die Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland – das bei allen Unzulänglichkeiten beste staatliche Gemeinwesen, das es je in Deutschland gegeben hat.

Verfassung mit liberalem Geist

Über die 61 Gründungsväter und vier Gründungsmütter ist später viel gespottet worden. Drei von ihnen hatten bereits 1919 an der Reichsverfassung von Weimar mitgewirkt, fünf waren in Konzentrationslagern inhaftiert, etliche waren von den Nazis verfolgt worden – aber repräsentativ für die Bevölkerung war das Gremium nicht: Mehr als zwei Drittel waren Juristen oder Wirtschaftswissenschaftler, mehr als 70 Prozent Beamte.

Mutlos schienen sie. Inmitten von Ruinen hatten sie ihren Auftrag von den drei westlichen Besatzungsmächten erhalten: USA, Großbritannien und Frankreich. Nur wenige glaubten, dass der provisorische westdeutsche Staat, den sie nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Taufe hoben, lange überleben würde. Parlamentarischer Rat nannte sich das verfassungsgebende Gremium, das seit September 1948 am Rheinufer tagte. Zu dessen Präsidenten hatte sich der langjährige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer (1876–1967, CDU) wählen lassen – im Herbst 1949 wurde er der erste Bundeskanzler.

Doch Forscher sind sich heute einig, dass ein anderer die inhaltliche Ausgestaltung und die Atmosphäre des Grundgesetzes maßgeblich prägte: Der im französischen Perpignan geborene und zweisprachig aufgewachsene Tübinger Rechtsprofessor und Sozialdemokrat Carlo Schmid (1896-1979) war es, der unserer Verfassung, die im geteilten Deutschland diesen Namen nicht tragen durfte, gleichsam den Geist der liberalen, rechtsstaatlichen, pluralen und weltoffenen Demokratie eingehaucht hat.

Wer die Protokolle des Parlamentarischen Rates studiert, erkennt nach Überzeugung der früheren Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) „ganz deutlich die Handschrift“ Carlo Schmids. Der prominente Völkerrechtler habe dafür gesorgt, dass das Grundgesetz den neuen Staat in der Mitte Europas in eine positive Richtung steuern würde: „Die Einordnung der Bundesrepublik in das System der zivilisierten Völker, war damals keine Selbstverständlichkeit“, sagt Däubler-Gmelin.

So habe „das Verbot eines Angriffskrieges und jeder Form der Unfriedlichkeit nach außen“, ebenso unmissverständlich Eingang in den Verfassungstext gefunden, wie das klare Bekenntnis zu verbindlichen Grund- und universalen Menschenrechten. Das Grundgesetz trete für Völkerverständigung ein und habe die Weichen dafür gestellt, dass die Bundesrepublik auch in „supranationale Systeme“ eingebunden werden konnte, wie sie die EU heute teilweise verkörpert oder der Straßburger Menschenrechtsgerichtshof durch seine Rechtsprechung vorgibt.

Grundrechte basieren auf christlich-jüdischen Werten

Deutschland im Jahre 1949: Das war ein besiegtes Land, von den Siegermächten besetzt und geteilt. Die historische Kulisse war geprägt durch einen völkerrechtlichen Totalschaden, durch die schwere Hypothek der Nazi-Diktatur, durch zertrümmerte Stadtbilder. Die Menschen waren physisch und psychisch erschöpft – den meisten ging es ums Überleben, nicht so sehr um demokratische Regelwerke.

Aber welche Rolle spielte das Christentum? Heute wird in öffentlichen Debatten immer häufiger die Relevanz der Religionen bestritten. Sogar die Bedeutung der christlichen Kirchen für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt wird zuweilen in Frage gestellt.

Siebzig Jahre nach der Staatsgründung ist nur wenigen Deutschen bewusst, dass Kirchen und Christen – zumal im Lande Martin Luthers – mit einiger Berechtigung von den jüdisch-christlichen Wurzeln und Grundwerten unserer Gesellschaft sprechen können. Zum europäischen Erbe zählt die griechisch-humanistische Philosophie, dort kommt die Urform der Demokratie her. Ebenso prägend war die römische Rechtstradition. Doch Menschenwürde, Nächstenliebe, Toleranz, die Gleichheits-, Persönlichkeits- und Freiheitsrechte, die Forderungen nach Verhältnismäßigkeit der Mittel oder Gewaltfreiheit – das sind zutiefst europäische Werte, die ohne Einflüsse von Juden- und Christentum nicht denkbar wären. Vieles davon findet in den Grundrechten seinen Niederschlag. Nicht zuletzt deshalb ist unser Grundgesetz noch immer in erstaunlich guter Verfassung.

Deutschland im Jahr 2019: Hinsichtlich seiner politischen Kultur hat unser Land schon bessere Jahre gesehen. Bei Werten, Überzeugungen und kulturellen Orientierungen gibt es heutzutage nicht nur die in einer pluralen Gesellschaft gewünschte Vielfalt. Sondern die Debatten – zum Beispiel zu Flüchtlingen, zu Familie, Ehe, sexueller Identität oder Prioritätensetzungen in der Bildung – werden schriller, der Ton wird rauer: besonders in den sogenannten sozialen Medien wird asoziale Hetze verbreitet. Offen extrem rechte oder radikal linke Positionen, antidemokratische oder antisemitische Äußerungen und Hass gegen Andersdenkende sind keine Seltenheit. Die Bereitschaft zur Toleranz sowie das Interesse und Verständnis füreinander nehmen ab.

Das ist neu: „Verantwortung vor Gott“ in der Verfassung

Ist Deutschland ein christliches Land? Die Rechstwissenschaftlerin und frühere Justizministerin Däubler-Gmelin hat das Neue Testament und das Grundgesetz einmal ihre Leitsterne genannt: „Das sind unsere religiösen, ethischen und rechtlichen Fundamente.“ Der Protestant Herbert Landau, der zwischen 2005 und Juli 2016 Richter am Bundesverfassungsgericht war, gibt auf diese Frage eine nüchterne und zugleich differenzierte Antwort: „Ganz klar, die Bundesrepublik Deutschland war immer und sie ist heute ein säkularer Staat.“ Diese Spur könne man historisch seit der Reformation vor 500 Jahren eindeutig nachzeichnen.

Nach Überzeugung von Landau und anderer Verfassungsrechtler ist es gerade der säkulare Staat, der auch das friedliche Miteinander der Konfessionen und Religionen ermöglicht: „Aufklärung und Liberalismus haben den Weg zur Religionsfreiheit aller Religionen und Bekenntnisse und zur staatlichen Neutralität in Glaubensangelegenheiten freigemacht.“

„Aber wir haben eine Besonderheit in unserem Grundgesetz“, sagt der Professor: „Den Gottesbezug in unserer Verfassung.“ Gleich im ersten Satz der Präambel des Grundgesetzes heißt es, das deutsche Volk habe sich „Kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben“ – und zwar „in Verantwortung vor Gott und den Menschen“.

Zwar steht auch das Grundgesetz klar in der liberalen Verfassungstradition des 19. und 20. Jahrhunderts – seit der Aufklärung gilt das Prinzip der Volkssouveränität: „Alle Staatsgewalt“ geht vom Volke aus. Dennoch beschreitet das Grundgesetz aus Sicht von Herbert Landau einen bemerkenswerten Sonderweg: Denn alle Vorbilder wie die Paulskirchenverfassung (1848), Bismarcks Reichsverfassung (1871) oder die von Weimar (1919) haben „eindeutig einen bekenntnis-neutralen Weg beschritten“.

Dass der Gottesbezug 1949 ins Grundgesetz kam, sieht der frühere Verfassungsrichter in einem historischen Zusammenhang: „Das Erschrecken über die Perversion des Rechts im Dritten Reich“ sei „so gewaltig und erschütternd“ gewesen, dass es auch konfessionslosen und kirchenkritischen Mitgliedern des Parlamentarischen Rates „dringlich“ gewesen sei, die Grenzen menschlichen Handelns und staatlicher Rechtsetzung zu betonen und mit einem Bezug auf die menschliche Verantwortung gegenüber Gott in der Verfassung zu dokumentieren.

„Gemeint ist der Gott der Bibel“

Auch für den katholischen Journalisten und Buchautor Josef Bordat ist der Gottesbezug in der feierlichen Einleitung zum Grundgesetz „keine ,Verfassungslyrik‘ ohne Bedeutung, keine unverbindliche Meinungsäußerung, keine bloße kulturelle“ Bezugnahme. In der damaligen Situation sei es auch für Anders- und Nichtgläubige angemessen gewesen, die von Menschen geplante Verfassung Gott unterzuordnen.

Der Rechtsprofessor und Ex-Bundesrichter Landau geht sogar noch weiter. Mit Blick auf das historische Umfeld der Grundgesetz-Entstehungsgeschichte sagt er: „Der Gott, der in der Präambel des Grundgesetzes genannt wird, ist der Gott des Alten und des Neuen Testamentes der Bibel.“ Daraus ergebe sich, ausgehend vom jüdischen Glauben mit der menschlichen Ebenbildlichkeit Gottes eine direkte Entwicklungslinie zum Schlüsselsatz des gesamten Grundgesetzes (Artikel 1): „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Sie zu achten und zu schützen sei Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Zwar werde in der aktuellen Rechtsdiskussion zunehmend argumentiert, das Grundgesetz spreche nicht von einem konkreten, personalen Gott, sondern meine allgemein eine übergeordnete Instanz. Dem aber hält Landau entgegen: „Wer den Grundgesetz-Begriff der Menschenwürde meint, der versteht darunter genau das, was der jüdisch-christlichen Prägung entspricht, egal ob er einer dieser Religionen angehört oder nicht.“

Jeder Mensch hat Würde

Denn Menschenwürde sei in der jüdisch-christlichen Sichtweise ausschließlich „an die Existenz des Menschen als solche gebunden“. Diese Menschenwürde, die auch das Grundgesetz meint, werde bereits im ersten Kapitel der Bibel klar benannt und als „gut“ charakterisiert: „Diese Würde, die sich nur aus dem Menschsein ableitet, besitzt somit selbstverständlich auch jeder, der krank, unansehnlich, wirtschaftlich erfolglos oder straffällig geworden ist.“ Dieser philosophische Gedanke sei für andere Kultur- oder Rechtstraditionen keinesfalls typisch. So hätten auch die antiken Römer unter starker Mitwirkung des Philosophen und wohl berühmtesten Redner Roms, Cicero, eine „ausgeprägte Würde-Diskussion“ geführt. Aber im römischen Recht hätte sich dieser Begriff nicht auf alle Menschen bezogen – sondern nur auf Eliten.

Auch in der deutschen Sprache kennen wir diesen anderen Würde-Begriff: In Fernsehberichten über wichtige politische oder kulturelle Events heißt es oft, die „Würdenträger“ hätten in den ersten Reihen Platz genommen. Auch im kirchlichen Jargon ist zuweilen die Rede von Personen „in Amt und Würden“. Gemeint sind Menschen, die bestimmte Privilegien genießen – weil sie hierarchisch höher gestellt seien als andere.

Dies ist nicht die Menschenwürde, die das Grundgesetz meint. Dessen grundlegender Artikel 1 geht in jüdisch-christlicher Tradition weit darüber hinaus.

Die künstliche Ernährung des im Wachkoma liegenden Franzosen Vincent Lambert einzustellen wäre ethisch nicht akzeptabel. Diese Ansicht vertrat der Mannheimer Medizinethiker Prof. Axel W. Bauer gegenüber idea.

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Festakt in Berlin zu 70 Jahre Church and Peace (Bild: Ruben Sečen)
Festakt in Berlin zu 70 Jahre Church and Peace (Bild: Ruben Sečen)

In vielen Regionen dieser Welt herrscht Krieg oder schwelen Konflikte. Wir brauchen gar nicht weit zu fahren. Denken wir nur an die Halbinsel Krim und die Ost-Ukraine.
Church and Peace nennt sich eine Bewegung innerhalb der Kirchen, die Gewaltlosigkeit und die Hoffnung des Evangeliums leben und aktives Friedenszeugnis in Europa sein wollen. Am vergangenen Wochenende hat Church and Peace (zu deutsch: Kirche und Frieden) in der Reformationskirche in Berlin-Moabit ihr 70-jähriges Bestehen gefeiert.

 

1949 gegründet, haben die Mitglieder zunächst die unrühmliche Haltung der Kirchen in den beiden Weltkriegen aufgearbeitet und das christliche Friedenszeugnis der Bibel in den Mittelpunkt gestellt. 

Church and Peace ist ein Netzwerk von 40 verschiedenen Gruppen und Kirchen. Zu den Gründern gehören die historischen Friedenskirchen wie Mennoniten, Quäker und die Church of the Brethren, der Internationale Versöhnungsbund und der Ökumenische Rat der Kirchen.

Heute engagiert sich das Netzwerk für Frieden und Gewaltfreiheit - gerade dort, wo es kriselt oder schon Krieg entfacht wurde. ERF Redakteur Markus Baum hat als Delegierter der Evangelisch-methodistischen Kirche teilgenommen. Mit ihm spricht Hans Wagner über 70 Jahre Church and Peace.


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Vorsicht Rechts-Falle! ERF Plus - Aktuell (RSS)(cached at May 22, 2019, 10:01 am)


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Eltern wollen ganz ohne Frage nur das Beste für ihr Kind. Und besonders stark ist dieser Schutzreflex ausgeprägt, wenn der Nachkomme eine Behinderung hat. Warum also sollte ich mein behindertes Kind in meinem Testament nicht bevorzugt bedenken? „Vorsicht! Hier locken Fallen!“, sagt die Berliner Rechtsanwältin Jana Jeschke. Unser Reporter Oliver Jeske hat mit ihr über die Tücken eines Behinderten-Testaments gesprochen.

Tipps, wo Sie einen spezialisierten Juristen finden können, der Ihnen bei der Erstellung eines Behinderten-Testaments hilft, gibt es unter anderem beim Verein „Lebenshilfe e.V.“


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Rund 3,6 Millionen Menschen sind allein in Deutschland alkoholkrank. Das heißt: Sie müssen trinken. Was einst mit einem Feierabend-Bierchen begann führt am Ende in eine handfeste Abhängigkeit mit gravierenden Langzeitfolgen für die Gesundheit. Deshalb läuft zurzeit eine Aufklärungswoche, veranstaltet von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen mit dem Titel „Alkohol? Weniger ist besser!“. Eine von zahlreichen Suchtkrankenorganisationen, an die sich Alkoholkranke und ihre Angehörigen wenden können, um sich helfen zu lassen, ist das christliche Hilfswerk Blaues Kreuz. Jürgen Naundorff vom Leitungsteam des Blauen Kreuzes erklärt in einem Gespräch mit Andreas Odrich, was den Alkohol für viele so attraktiv macht, und wie das Blaue Kreuz hilft – wenn es sein muss, auch anonym.


Kinospot „ Dein Leben. Dein Traum. Deine Entscheidung“

 


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Am 14. Mai ist die deutsche Ausstrahlung der ersten Staffel von „Miracle Workers“ auf dem Pay-TV-Sender TNT Comedy gestartet. Die Serie basiert auf dem Roman „In Gottes Namen. Amen“ (Originaltitel: „What in God’s Name“) ihres Drehbuchautors Simon Rich. Der Vorlage folgend beschreibt sie das komplexe Gebilde des Himmels und der Erde mitsamt deren Bevölkerungen.

Der Himmel ist eine Firma

Die neue Serie des Medienunternehmens Turner Broadcasting System (TBS) präsentiert einen Einblick in den Himmel, der als eine Art Firma dargestellt wird. Dort ist Gott (Steve Buscemi) der Chef von unzähligen Engeln, die sich als seine Angestellten um die Sorgen der Erde kümmern. Der wenig ernstzunehmende und verlottert aussehende Gott, stets gekleidet in Jogginghose und Schlabberpulli, vertreibt sich die Zeit jedoch eher mit Fernsehen und Biertrinken, während seine Engel den Laden am Laufen halten. Nachdem die übereifrige Engelmitarbeiterin Eliza (Geraldine Viswanathan) aus der Abteilung für Gebetserhörungen ihn mit dem Anliegen konfrontiert, die Nöte der verkommenden Welt zu lindern, reicht es Gott. Er fasst kurzerhand den Entschluss, die Welt in die Luft zu jagen, um ein Restaurant zu eröffnen. Eliza fühlt sich schuldig und beschließt, gemeinsam mit ihrem eigentlich eher ängstlichen Kollegen Craig, genial gespielt von Daniel Radcliffe, die Welt vor dem Untergang zu retten. Daher schließt sie eine Wette mit Gott: Wenn sie und Craig es schaffen sollten, eines der für unmöglich erhörbar erklärten Gebete zu realisieren, soll die Welt weiter bestehen dürfen.

Eliza und Craig durchsuchen daraufhin den Karton mit den unmöglichen Gebeten, die im Himmel in Form von Zetteln eingehen. Dabei stoßen sie auf zwei themengleiche Bitten – und glauben, in ihnen die Möglichkeit zur Rettung der Welt gefunden zu haben. Die beiden Menschen Sam und Laura beteten zeitgleich dafür, dass eine Beziehung mit dem jeweils anderen funktionieren möge. Doch beim Versuch der Erfüllung dieses Liebeswunsches werden die Engel mit unerwarteten, unterhaltsamen Problemen konfrontiert, die dem einen oder anderen Zuschauer durchaus bekannt sein dürften.

„Es geht um Beziehungen“

Einigen Christen dürfte die Darstellung Gottes, dessen Aussehen ein wenig an einen Obdachlosen erinnert, gründlich gegen den Strich gehen. Mit Schlabberlook und langen grauen Haaren entzieht der Erschaffer der Welt sich jeglicher Verantwortung und bringt seiner Schöpfung keinerlei Liebe entgegen. Er verhält sich ausgesprochen kindisch, vernachlässigt die Menschheit, ignoriert Gebete und überlässt die Welt ganz sich selbst – beziehungsweise den mehr oder minder fähigen Händen seiner Helfer –, bevor er schließlich ihre endgültige Vernichtung beschließt. Eine ganz und gar blasphemische Interpretation, könnte man sagen, und damit durchaus Recht haben. Doch wer an der Stelle ein Auge zudrücken kann, wird in den von Simon Rich gut geschriebenen Dialogen mehr als eine Anekdote, und hinter ihrer Ironie ein Stück Wahrheit finden. So regt die Serie auch zum Nachdenken an.

Der Grund, aus dem Gott sich von der Menschheit abwendet, besteht zum Beispiel darin, dass diese ihn kaum noch ehren. „Hast du eine Ahnung, wie lange mir schon keiner mehr eine verdammte Ziege geopfert hat?“, fragt Gott einen Engel. „Ich dachte, Sie finden das eklig“, erwidert dieser, worauf Gott antwortet: „Ja, schon. Aber irgendwie hat es mir auch immer geschmeichelt. Ich hab mich dann gefühlt als würde es ganz gut laufen.“

In einem Interview mit der Website Colliders sagte Steve Buscemi über seine Rolle als Gott: „Er ist ein wenig wie ein gescheiterter Rockstar.“ Außerdem wolle er ihn nicht so verkörpern, als verfilme man die Bibel. Nach der Buchvorlage von Rich jedoch mache es Spaß, Gott zu spielen. Dieser Unterschied ist wichtig für das Verständnis der Intention der Serie. Keineswegs will sie den christlichen Gott diskreditieren oder zynisch deformieren. „Es ist ein wahres Charakterstück und es geht um Beziehungen“, erklärt Buscemi. Letztendlich können Christen anstatt sich über die Serienfigur zu ärgern doch nur froh sein, dass ihr Gott nicht so ist, wie er dort dargestellt wird.

Wahre Worte hinter ironischem Witz

Amüsierende Details mit ernsten Aussagen finden sich häufiger in „Miracle Workers“. So rettet die in Gebetserhörungen unerfahrene Eliza per Regenfall auf Knopfdruck die Ernte eines bittenden Mannes – und löst dadurch anderorts prompt einen Taifun aus, der durch die veränderten Wetterbedingungen zustande kommt und viele Menschen das Leben kostet. Eindeutig erkennbar verbirgt sich dahinter eine mögliche Antwort auf die Frage, warum manche Gebete scheinbar unerhört bleiben.

„Miracle Workers“ überrascht ständig mit unerwarteten, humorvollen Wendungen. Dabei amüsiert es häufig mit Andeutungen. Eine Aufnahme zeigt zum Beispiel den ehemaligen US-Präsidentden Abraham Lincoln, wie er vor dem „Ford’s Theatre“ eine große Ansammlung von offensichtlich symbolschweren Krähen vorfindet. „Oh, was für ein krähenreicher Tag, nicht wahr? Na ja, auf ins Theater. Das wird ein ganz normaler Abend!“, äußert Lincoln sich daraufhin übertriebenerweise. Der Präsident fiel 1865 im „Ford’s Theatre“ einem Attentat zum Opfer. „Scheinbar erkennen Menschen Zeichen so ziemlich nie, egal, wie eindeutig sie sind“, kommentiert Eliza.

Mit den lustigen und absolut ironischen Inszenierungen zeigen die Produzenten von Broadway Video viel Witz und Kreativität. Der Regisseur und Komiker Jorma Taccone ist bereits aus anderen Formaten, wie der Serie „Brooklyn Nine-Nine“ und dem Oscar-prämierten Animationsfilm „Spider-Man: A new Universe“, bekannt. Neben der komischen Komponente besitzt „Miracle Workers“ aber auch Tiefgang.

Jeweils eine Folge der neuen Serie wird ab jetzt jeden Dienstag auf TNT-Comedy zu sehen sein. Anschließend sind die Folgen auf Sky verfügbar und bei Amazon Prime Video erhältlich. Eine zweite Staffel ist bereits geplant. Darin soll das Setting mitsamt Buscani, Radcliffe und Viswanathan ins Mittelalter versetzt werden.

Ein Ehepaar aus Rendsburg, das einen Sohn von einem Moscheebesuch im Schulunterricht abhielt und deshalb mit einem Bußgeld belegt wurde, hat gegen das Urteil Beschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht eingelegt.

In einer Studie mit dem Titel „Zwischen Flüchlingskrise und und Migrationspakt“ kommt der Journalistik-Professor Michael Haller zu dem Schluss, dass „die untersuchten Tageszeitungen [...] das Konfliktthema ‚UN-Migrationspakt‘ zwar sehr spät, aber dann kraftvoll in den öffentlichen Diskurs eingebracht und aus verschiedenen Blickwinkeln erörtert und bewertet haben.“

In der Studie hat Haller im Auftrag des Otto-Brenner-Instituts analysiert, „ob die tagesaktuellen Medien das Politikthema „Migration“ heute offener, vielleicht diskursiver behandeln als früher und öffentlich zur Diskussion stellen“. Dazu hat er die Berichterstattung zum „UN-Migrationspakt“ von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), der Süddeutschen Zeitung (SZ), Der Welt, Der Tageszeitung (taz) und Bild sowie der ARD-„Tagesschau“ im zweiten Halbjahr 2018 mittels quantitativer und qualitativer Verfahren untersucht.

Leitmedien sitzen Agenda der Politik auf

2017 hatte Haller einen Forschungsbericht über die Berichterstattung in der Flüchtlingskrise im Herbst 2015 vorgelegt und war damals zu dem Schluss gekommen, „dass der Informationsjournalismus bei diesem vielschichtigen Thema seiner Aufgabe nicht gerecht“ geworden war und die Medien „einseitig – meist aus Sicht der politischen Eliten, zudem oft meinungsbetont“ berichtet hatten. Er wies den Informationsmedien in der Studie schwerwiegende „Dysfunktionen“ nach. In der aktuellen Studie fällt das Urteil nur geringfügig besser aus.

Die Medien hätten das Konfliktthema „UN-Migrationspakt“ zunächst verschlafen, stellt Haller fest. Diesen Umstand habe „die rechtspopulistische Opposition“ genutzt, um „über zahlreiche Onlinemedien ihre Desinformationskampagne unwidersprochen" auszubreiten. Haller erkennt darin Parallelen zur Berichterstattung über die Flüchtlingswelle. Er wirft den Leitmedien vor, „der von den Regierungsparteien inszenierten Polarität“ gefolgt zu sein: „Hier die liberal eingestellten Vertreter der Koalitionsparteien, dort die rechtsnationalen Schreihälse der AfD.“

Die Ursache dafür sieht der Forscher darin, „dass die Leitmedien weiterhin der Agenda der institutionellen Politik und ihrer Elite folgen und Konfliktstoff erst bearbeiten, wenn er von den Politik-Akteuren öffentlich thematisiert und zur Kontroverse zugespitzt wird.“ Erst später hätte die Berichterstattung zu dem Thema unterschiedliche Gesichtspunkte, Kritik und juristische Bewertungen zutage gefördert und die Debatte über den Migrationspakt mit analytischen und informativen Beiträgen befeuert. Haller würdigt in seiner Studie die Berichterstattung von FAZ und Welt. Den beiden Zeitungen sei „eine partizipatorisch funktionierende Thematisierung auch heikler Aspekte“ gelungen.

„Tagesschau“ moralisiert und belehrt

Die Studie lässt erkennen, dass Medien aus der Berichterstattung über die Flüchtlingswelle 2015 gelernt haben. Haller schreibt: „Im Unterschied zur polarisierenden Umsetzung des Großthemas „Flüchtlingskrise“ im Jahr 2015 folgen jetzt die Frankfurter Allgemeine Zeitung und Die Welt dem Leitbild des diskursiven Journalismus, der verständigungsorientiert thematisiert.“ SZ, taz und Bild beharrten auf ihrem Anspruch, „die jeweils richtige Sicht dem Publikum monodirektional kundzutun.“

Kritik übt Haller an der Berichterstattung von „Tagesschau“, SZ und taz und verortet diese „eher als Propagandisten des Pakt-Projekts“, die „den Gegenargumenten“ kaum Raum gegeben und „sich insoweit dem Diskurs entzogen“ hätten. „Wenn die meinungsprägenden Leitmedien gesellschaftspolitisch brisante Vorgänge thematisieren, sind sie, allen voran die „Tagesschau“, auf die Machtelite fixiert; sie informieren nach Maßgabe klassischer Nachrichtenfaktoren, die keine kritischen Rückfragen an die Quellen und opponierende Akteure vorsehen.“ Die „Tagesschau“ folge ihrem „tradierten Leitbild des moralisierenden Belehrungsjournalismus.“ Dagegen betont Haller in der Studie die Bedeutung des Lokaljournalismus und dessen Nähe zum Publikum. „Wenn der Lokaljournalismus untergeht, wird der öffentliche Diskurs in Echokammern zerfallen und das Feld den Ideologien radikalisierter Gruppen überlassen."

Von: Norbert Schäfer

„Die Ereignisse überschlagen sich.“ Mit Bezug auf die österreichische Tagespolitik am letzten Wochenende könnte dieser Satz kaum treffender sein: Ein heimlich aufgenommenes Video. Der Rücktritt des Vizekanzlers. Das plötzliche Ende einer Bundesregierung. Und das alles in drei Tagen. Selbst die Polit-Thriller-Serie „House of Cards“ überbietet eine derartige Dramatik höchstens in einem Staffelfinale.

Erinnern wir uns. Der Spiegel und die Süddeutsche Zeitung bekommen ein heimlich aufgenommenes Video zugespielt, das sie prüfen und veröffentlichen. Es zeigt Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian Strache, bis zum vergangenen Wochenende Chef der rechtspopulistischen FPÖ, und seinen politischen Freund Johann Gudenus, damals Vizebürgermeister und FPÖ-Chef von Wien und bis vor kurzem Fraktionsvorsitzender. Sie treffen sich im Sommer 2017 in ausgelassener Atmosphäre in einer Finca auf Ibiza mit der angeblichen Nichte eines russischen Oligarchen. Doch in die Urlaubsstimmung mischen sich bald politische Abmachungen mit Hinterzimmer-Charakter der schlimmsten Sorte.

Die Russin möge doch die reichweitenstärkste und einflussreichste Zeitung des Landes übernehmen, um sie rechtzeitig vor der Parlamentswahl im Herbst 2017 zum De-facto-Parteiorgan der FPÖ zu machen: „Sobald sie die Kronen Zeitung übernimmt (…), müssen wir ganz offen reden (…). Da gibt es bei uns in der Krone (kurz für Kronen Zeitung, Anm.): Zack, zack, zack. Drei, vier Leute, die müssen wir pushen. Drei, vier Leute, die müssen abserviert werden. Und wir holen gleich mal fünf neue herein, die wir aufbauen.“ Im Gegenzug soll die vermeintliche Oligarchen-Nichte für ihr Investment Staatsaufträge im Autobahnbau bekommen, wo bisher ohnehin ein der FPÖ unliebsamer – weil die liberalen NEOS unterstützender Unternehmer – mitmischt. Und als ob dieser Deal nicht schon dubios genug wäre, erhofft sich Strache schließlich noch Parteispenden, die offiziell noch dazu an einen unabhängigen Verein ergehen sollen, um sie vor der gesetzlich vorgeschriebenen Veröffentlichungspflicht zu verschleiern.

Eine entlarvende Haltung

Missachtung der Pressefreiheit. Parteipolitische Einflussnahme in die Vergabe von Staatsaufträgen. Heimliche Parteispenden als Gegenleistung für Staatsgelder. Das ist – auch als bloße Absicht – vom Prinzip der Rechtstaatlichkeit, das Strache in der Öffentlichkeit oft und gerne betont hat, so weit entfernt, wie unser Sonnensystem von Alpha Centauri. Natürlich ist auch Spitzenpolitikern ein Bereich des Privaten zuzugestehen, in dem sie offen reden dürfen und nicht auf die zunehmenden und teilweise fragwürdigen Erfordernisse der politischen Korrektheit Rücksicht nehmen müssen.

Wer auch immer die heimlichen Filmaufnahmen auf Ibiza veranlasst hat – natürlich war die Methode, die FPÖ mit einem falschen Geschichte rund um viel russisches Geld und mit versteckten Videoaufnahmen zu Fall zu bringen, ein Akt aus dem politischen Hinterhalt. Und man kann diskutieren, wie moralisch eine solche Falle ist und ob der Zweck, einen Politiker zu entlarven, dieses Mittel heiligt. Wahrlich unmoralisch und für eine rechtsstaatliche Demokratie nicht tragbar ist aber die Haltung, die Strache und Gudenus an den Tag legten: die unumwundene Bereitschaft, die vermeintlich offene Hand aus Russland zu nutzen, um Machtpolitik von einer Dreistigkeit zu machen, die man ansonsten eher in autokratischen Systemen kennt. Sicherlich sind auch Politiker anderer Parteien nicht alles Saubermänner. Aber mit ihren Aussagen zeigen Strache und Co., dass sie das demokratische System eigentlich unterlaufen wollen. Insofern war hier auch ein öffentliches Interesse dafür gegeben, das Video zu veröffentlichen.

Genau für solche Dilemmata zwischen Recht und Moral hat der Gesetzgeber sowohl in Deutschland als auch in Österreich den Quellenschutz beziehungsweise das Redaktionsgeheimnis vorgesehen. Dieses bedeutet in seiner Essenz: Ein Journalist braucht den staatlichen Behörden oder Gerichten die Identität seiner Informanten auch dann nicht zu verraten, wenn letztere gegen das Gesetz gehandelt haben. Insofern hat Österreichs Bundespräsident Alexander van der Bellen völlig recht, wenn er in seiner Rede an die Nation am Sonntag sagte: „An dieser Stelle möchte ich auch auf die wesentliche Rolle hinweisen, die unabhängiger Journalismus in einer funktionierenden liberalen Demokratie spielt. Die vierte Macht hat in diesem Fall ihre Verantwortung voll wahrgenommen.“

Rücktritt in die Opferrolle

Dass Bundeskanzler Sebastian Kurz nach den Ereignissen der Ibiza-Affäre die Koalition mit der FPÖ mit den Worten „Genug ist genug“ vorzeitig beendet hat, war insofern die einzig richtige Entscheidung. Es ist hier auch zu bemerken, dass Strache zwar schnell zurücktrat, sich dabei aber – wie später auch seine Parteikollegen – nur halbherzig davon distanzierte und sich schnell in die Opferrolle begab, eine Rhetorik, die in dieser Partei ebenso wie in der AfD zum Standardrepertoire gehört. Er sprach in seiner Rücktrittserklärung von einer „b’soffene(n) G’schicht“ auf Ibiza, teilte aber vor allem gegen die Macher des Videos und die veröffentlichenden Medien aus und postete schon am Sonntag auf Facebook „FPÖ – Jetzt erst recht!“

Auch ist die Causa Ibiza zwar das extremste, aber nicht das erste Mal, dass die FPÖ als Koalitionspartner der Kurz-ÖVP dem Ansehen des offiziellen Österreich im In- und Ausland schadet: Das geschah bisher vor allem durch rechtsextreme „Einzelfälle“ mit teils neonazistischen Anklängen und durch Attacken auf Medien und Journalisten. Das führte wiederum dazu, dass auch konservative Leitartikelschreiber die Regierungsfähigkeit der FPÖ stark anzweifelten (pro berichtete).

Unprofessionalität, Korruption und Nähe zum Rechtsextremismus

Doch was lernen wir daraus für den größeren politischen Kontext? Wer die österreichische Zeitgeschichte kennt, weiß, dass es sich bei der jüngsten Bundesregierung nicht um die erste Koalitionsregierung mit der FPÖ handelt, sondern in 40 Jahren immerhin bereits um die vierte. In den 1980ern wagte zunächst die sozialdemokratische SPÖ eine Koalition mit der FPÖ, in den 2000ern gab es unter Kanzler Wolfgang Schüssel zweimal hintereinander eine ÖVP-FPÖ-Koalition. Bemerkenswert ist, dass auch alle drei vorigen Regierungen mit der FPÖ ein abruptes Ende fanden, was – ohne die Geschichte an dieser Stelle weiter aufzurollen – jedes Mal mit dem rechtspopulistischen Pionier und direkten Strache-Vorgänger Jörg Haider zu tun hatte, der bei einem Autounfall 2008 tragisch zu Tode kam.

Für Beobachter haben sich drei Probleme mit der FPÖ als Regierungspartei herauskristallisiert, die sich geradezu lehrbuchmäßig immerzu wiederholen: Unprofessionalität, Korruption und die nicht ablegbare Nähe zum Rechtsextremismus. Rechte Parteien wie die FPÖ oder die AfD sprechen sich meist für konservative Werte in der Familienpolitik aus, wirtschaftlich verfolgen sie oft eine neoliberal-marktwirtschaftliche Agenda. Diese beiden Aspekte machen sie in der Theorie zu einem attraktiven Koalitionspartner für Christdemokraten wie die ÖVP oder die CDU – aber eben nur in der Theorie. Das sollte spätestens jetzt klar sein. Auch konservative Christen, die etwa der Abtreibung kritisch gegenüberstehen, fühlen sich diesen Parteien zum Teil näher als zum Beispiel den Grünen. Das ist verständlich. Doch was ist vermeintliche Prinzipientreue wert, wenn man dafür eine Partei stark macht, die sich von der dunklen Seite der Geschichte genauso wenig abzugrenzen vermag wie von der dunklen Seite der Macht im Allgemeinen?

Der 42-jährige Franzose Vincent Lambert verunglückte vor zehn Jahren bei einem Verkehrsunfall. Dabei hatte er sich so schwer am Kopf verletzt, dass er seither im Wachkoma liegt. Laut Spiegel Online lebt er in einem Dämmerzustand, seine Augen bewegen sich zwar und reagierten auf Lärm, sie bleiben aber meist ausdruckslos. Zudem sei er in der Lage zu weinen, und sein Körper empfinde offenbar Schmerzen, sich mitteilen könne er aber nicht.

Was mit dem früheren Krankenpfleger passieren soll, darüber streiten seit vielen Jahren seine Angehörigen: Seine Eltern und zwei seiner acht Geschwister sind gegen die Einstellung der Pflege und der künstlichen Ernährung; Lamberts Ehefrau sowie die restlichen sechs Geschwister wollen ihn dagegen „in Würde gehen lassen“, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Eine Patientenverfügung von Lambert selbst gibt es nicht.

Vor drei Jahren sorgte ein Video für Aufsehen, in dem Lambert scheinbar auf den Anruf seiner Mutter reagiert, seinem Bruder zublinzelt und den Mund bewegt. Das Video, das im Internet veröffentlicht wurde, soll nach Meinung seiner Eltern zeigen, dass ihr Sohn sehr wohl auf äußere Reize reagiert.

Nach einem jahrelangen Rechtsstreit darum, ob die lebenserhaltenden Maßnahmen beendet werden dürfen oder nicht, wollten die Ärzte des Universitätsklinikum Reims, in dem Lambert liegt, am Montag die Geräte für den 42-jährigen abstellen. Dies hatten mehrere französische Medien unter Berufung auf die Familie und das Krankenhaus berichtet. Das würde voraussichtlich zum Tod Lamberts innerhalb einer Woche führen.

Die katholischen Eltern hatten vor Gericht stets gegen eine solche Entscheidung geklagt und wollten den Tod ihres Sohnes mit aller Macht verhindern. Sie klagten sich durch sämtliche Instanzen und scheiterten schließlich vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR).

Wie dpa berichtet, hatte am späten Montagabend dann jedoch ein französisches Berufungsgericht die Wiederaufnahme der lebenserhaltenden Maßnahmen für Lambert angeordnet. Die Ernährung und Flüssigkeitszufuhr müssten vorerst aufrecht erhalten werden, urteilte das Pariser Gericht nach Angaben des Anwalts der Familie.

Nun muss ein UN-Ausschusses zum Schutz der Rechte von Menschen mit Behinderungen entscheiden. Der hatte zuletzt eine Fortsetzung der Behandlung gefordert.

Papst betet für "Menschen mit schweren Gebrechen"

In Deutschland leben nach Angaben der Deutschen Stiftung Patientenschutz rund 10.000 Menschen mit dem sogenannten apallischen Syndrom. Dabei sorgen Schädigungen des Gehirns für einen Ausfall der gesamten Großhirnfunktion oder größerer Teile davon, während die Funktionen im Zwischenhirn, Hirnstamm und Rückenmark erhalten bleiben. Dadurch wirken die Betroffenen wach, haben aber aller Wahrscheinlichkeit nach kein Bewusstsein und nur sehr begrenzte Möglichkeiten der Kommunikation. Der Vorstand der Stiftung, Eugen Brysch, sagte gegenüber dpa: „Diese Patienten im Wachkoma sind keine Sterbenden.“ In Deutschland dürften weder Ehepartner noch Verwandte automatisch über eine Behandlungsbegrenzung entscheiden. Deshalb seien Patientenverfügungen so wichtig, so Brysch.

In Deutschland und Frankreich ist die aktive Sterbehilfe, also einem Menschen ein tödlich wirkendes Mittel zu verabreichen, verboten. Passive Sterbehilfe durch das Abschalten von Apparaten und indirekte Sterbehilfe, bei der starke Medikamente Schmerzen lindern und als Nebenwirkung das Sterben beschleunigen, sind zulässig.

Papst Franziskus twitterte am Montag passend zur Thematik, aber ohne den Fall Lambert direkt zu erwähnen: „Wir beten für Menschen, die mit schweren Gebrechen leben. Bewahren wir das Leben, die Gabe Gottes, vom Anfang bis zum natürlichen Ende. Geben wir der Wegwerfkultur keinen Raum.“

Von: Jörn Schumacher

Zu welchen politischen Fragen soll sich die Kirche äußern? Darüber stritten zwei evangelische Theologen auf Einladung der Evangelischen Nachrichtenagentur idea: der ARD-Hauptstadtkorrespondent Arnd Henze und der Würzburger Historiker Benjamin Hasselhorn.

© Andreas Schroth / Lebensrecht-Sachsen

Es geschieht im Verborgenen, doch die Dimension ist groß: jedes Jahr werden in Deutschland etwa 100 000 Kinder abgetrieben und damit jede neunte Schwangerschaft beendet. Christliche Lebensrechtsinitiativen rücken den Schutz des ungeborenen Lebens immer wieder in den Vordergrund - wie z. B. der Verein „Lebensrecht Sachsen“. Am Samstag, 25. Mai 2019, um 14.30 Uhr lädt er ein zum „Schweigemarsch für das Leben“ nach Annaberg-Buchholz.


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Der Journalist Paul Asher (Brenton Thwaites, bekannt aus „Fluch der Karibik“) war als Kriegsberichterstatter in Afghanistan. Nach seiner Rückkehr kämpft er mit traumatischen Erlebnissen und um seine Ehe. Bei einem Magazin schreibt er für das Ressort Religion. Sein nächster Interviewpartner entpuppt sich als mysteriöser Mann, der von sich selbst behauptet, Gott zu sein.

Asher stürzt sich in den neuen Auftrag und führt ausgiebige Interviews mit dem älteren Herrn, bei denen es um die Kernfragen des christlichen Glaubens geht. Schnell wird klar, dass es Gott nicht so sehr um die Leserschaft der Zeitung geht, für die Paul schreibt, sondern um den Journalisten selbst.

pro verlost insgesamt fünf DVDs des Films. Wenn Sie gewinnen möchten, schreiben Sie bis zum 26. Mai eine E-Mail mit dem Betreff „An Interview with God“ und Ihrer Postadresse an verlosung@pro-medienmagazin.de. Die Gewinner werden anschließend benachrichtigt.

Von: Swanhild Zacharias

Gott zu loben „verändert schier ausweglose Verhältnisse“. Diese Überzeugung vertrat der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche, Hans-Jürgen Abromeit.
Das Missionswerk „Kinder entdecken die Bibel“ will die Zahl seiner Mitarbeiter innerhalb der nächsten drei Jahre von 3.500 auf 5.100 erhöhen. Dieses Ziel nannte der Präsident der KEB, Reese Kauffman, bei einer Europakonferenz der Organisation als Gebetsanliegen.

Die 26-jährige britische Musikerin und Schauspielerin Naomi Scott ist in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen. Als Tochter eines Pastors wurde sie schon in ihrer frühen Kindheit von Gottesdiensten und dem Gemeindeleben geprägt. Diese Prägung wird in den verschiedenen Produkten des kreativen Multitalents sichtbar.

„Das Aufwachsen in der Kirche förderte eine innere Spiritualität, die mich auch an das Konzept der Musik mit einem tieferen Sinn heranführte“, sagte sie in einem Interview der Kulturplattform Hypebae. Es hätte schon immer eine Verbindung zwischen ihrem Glauben und dem Bewusstsein gegeben, dass Musik eine Seele und einen Sinn habe. Ihre Gesangskarriere begann sie bereits früh in der Jugendband der elterlichen Gemeinde. Später wurde sie dort zur Lobpreisleiterin.

„Gott ist die ultimative kreative Kraft“, sagt sie. Der Glaube der Sängerin kommt auch bei der Produktion ihrer neueren Lieder zum Vorschein. 2016 veröffentlichte sie etwa den Song „Prayer-lude” (Gebetslied) auf ihrem Album „Promises". Darin geht es um die Hoffnung von Träumern und die Bitte um Hilfe an Gott. Ihr musikalisches Team besteht aus Kirchenmitgliedern. „Wenn du einen Raum voller Kirchenleute hast, fühlen wir die Musik“, sagt sie im Hypebae-Interview.

„Gott hat einen Plan“

Scott wurde als Schauspielerin vor allem durch das Film-Reboot „Power Rangers“ aus dem Jahr 2017 bekannt. Darin verkörpert sie die ikonische Rolle der Kimberly Hart, die hinter dem pinken Power Ranger steht. Nach eigener Aussage verliert sie sich selbst beim Schauspielern nicht in ihren Rollen oder in der öffentlichen Meinung über sie. „Ich bin eine maßvolle Person, und ich wachse mir selbst nicht über den Kopf. Ich bin auch sehr selbstbewusst, sodass Druck mich nicht übermäßig beeinflusst“, erklärt sie Hypebae gegenüber. Zu TV Spielfilm sagte sie, anstatt sich ständig Sorgen um ihre Karriere und Zukunft zu machen, wie viele Kollegen, vertraue sie darauf, dass Gott einen Plan für ihr Leben habe.

In der „Aladdin“-Realverfilmung von Walt Disney, die ab dem 23. Mai in den deutschen Kinos zu sehen sein wird, spielt Naomi nun an der Seite von Mena Massoud (Aladdin) und Will Smith (Dschinni) die orientalische Prinzessin Jasmin. Die gebürtige Londonerin hat selbst indische Wurzeln. Ihre Mutter wurde in Uganda geboren, entstammt jedoch einer gujaratischen Familie. Scott äußert sich glücklich über ihre außergewöhnliche Herkunft: „Ich bin eine wunderbare Mischung, lebe zwischen den Welten und passe in keine Schublade!“

Die Sultanstochter Jasmin ist in dem neuen Film, im Gegensatz zum Vorbild nach dem Zeichentrickfilm von 1992, nahezu feministisch. „Bei uns kämpft Jasmin für die Freiheit ihres Volkes, will die Menschen inspirieren und anführen“, sagt Scott. Dabei entwickelt sich eine Liebe zwischen ihr und dem Straßendieb Aladdin. Privat ist Scott mit dem Fußballprofi Jordan Spence verheiratet, den sie in der Gemeinde ihrer Eltern kennengelernt hat und der ihre Karriere „beflügelt“.

Die Schauspielerin setzt sich außerdem für verfolgte Christen ein. Auf Twitter schrieb sie 2017: „So viele Christen werden in Ägypten und anderen Gebieten unterdrückt. Ich bete für alle meine Brüder und Schwestern auf der Welt, die es mit Verfolgung zu tun haben."

Von: Henriette Stach

Der neue Film von US-Regisseur Terrence Malick, „A Hidden Life“ (Ein verborgenes Leben), erzählt vom Leben und Sterben des österreichischen Kleinbauern Franz Jägerstätter (August Diehl). Wegen seines Glaubens weigerte sich der Katholik, für die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg zu kämpfen. Am Sonntag feierte das Werk seine Weltpremiere auf dem Festival von Cannes. Laut verschiedenen Kritikerstimmen ist es einen Rückkehr zur alten Stärke des Regisseurs und ein Wettbewerbsfilm, der Malick als tiefreligiösen Menschen zeigt.

Jägerstätter lebte im österreichischen Dorf Sankt Radegund mit seiner Frau und seinen drei Töchtern. Im Jahr 1943 wurde der Katholik inhaftiert und letztlich hingerichtet, weil er sich wegen seines religiösen Gewissens weigerte, für die Nationalsozialisten in den Krieg zu ziehen. Seine Seligsprechung erfolgte durch Papst Benedikt im Jahr 2007.

Widerständler bricht mit Kirche

„Als der örtliche Bischof Franz auffordert, sich freiwillig für das Militär einzutragen, trifft er die Entscheidung, mit der Kirche zu brechen“, schreibt der amerikanische Kritiker Justin Chang in der Los Angeles Times über den Film. Aber er breche nicht mit Gott, den er während seiner Inhaftierung im Gebet herausfordere und mit ihm ringe. Der Kritiker gibt zu, selbst noch mit dem gerade erst gesehenen Film zu ringen. Aber er bezeichnet die filmische Schilderung der klaustrophobische Hafterfahrung von Jägerstätter als „körperlich und spirituell“.

Für den US-Kritiker, der den Film als „außergewöhnlich schön und herzzerreißend“ lobt, geht es um ein „intensives Porträt tatsächlicher christlicher Hingabe“ und eine „verdammende Studie, wie sich religiöse Institutionen dem Bösen unterordnen können“. Der Film biete mit seiner Naturschilderung Malicks „erstaunlichste Vision eines irdischen Paradieses“, das der Regisseur den Zuschauern bislang gegeben habe. „Es ist aber schwierig, diesen Film zu sehen und nicht auch an den Aufstieg rechter und nationalistischer Bewegungen in Europa oder an die Trump-Administration zu denken, die das evangelikale Christentum im Würgegriff hält“, schreibt Chang über das Verhältnis der Kirche zum Nationalsozialismus.

„Glaube ist anhaltender Dialog mit Gott“

Der einflussreiche US-Kritiker David Ehrlich, der für die Filmseite indiwire.com schreibt, findet: „Der Film ist ein klares und und herausforderndes Porträt über das Thema Glaubenskrise.“ Es gehe um die riesige Kraftanstrengung und den Mut, den es für Widerstand bedürfe, an den eigenen Werten in einer Glaubenskrise festzuhalten. „Der Glaube ist kein Kampf, den man gewinnt. Er ist ein anhaltender Dialog mit Gott“, schreibt der begeisterte Ehrlich, der dem Film seine zweithöchste mögliche Bewertung gab.

Auch die deutsche Presse besprach Malicks neuen Film. Verena Lueken von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beschreibt: „Die Natur wird hier zur Kathedrale, in der Gott wohnt, jedes Bild scheint ihn anzurufen.“ Es sei ein Film darüber, was ein Gewissen und ein Glaube vermögen, aber vor allem eine lange Anrufung von Malicks Gott. Die dagegen etwas enttäuschte Susan Vahabzadeh von der Süddeutschen Zeitung findet: „Die Geschichte wie Jägerstätter sich jeder Gruppendynamik verweigert, auf seinem Standpunkt beharrt, ist ganz aktuell und wäre es wert gewesen, vollständig erzählt zu werden.“ Sie bezeichnet Regisseur Malick anhand des Films als „tiefreligiösen Mann“.

Malick: „Was will Christus von uns?“

„A Hidden Life“ ist eine deutsche Co-Produktion, an der das Studio Babelsberg beteiligt ist. Mit Schauspielern wie August Diehl, Franz Rogowski und dem späten Bruno Ganz, der hier seine letzte Rolle spielt, ist der fast dreistündige Film überwiegend auf Deutsch gedreht. Nur die Off-Kommentare von Jägerstätter und seiner Frau sind in Englisch gehalten. Der Pandora Filmverleih bringt den Film in Deutschland heraus. Einen offiziellen Kinostart gibt es aber noch nicht.

Malick, der zurückgezogen lebt und persönliche Auftritte auf Filmfestivals meidet, hat sich öffentlich nie zu seinem Glauben geäußert. Im Zusammenhang mit der Weltpremiere von „A Hidden Life“ wurde aber ein Briefwechsel zwischen ihm und dem katholisch geprägten Filmemacher Martin Scorsese bekannt. Malicks Brief war laut des Filmkritikers Ehrlich überschrieben mit der Frage: „Was will Christus von uns?“

Von: Michael Müller

Israel Folau ist einer der größten Rugby-Stars in Australien. Dreimal wurde er bereits zum besten Spieler der Rugby-Union gewählt, so oft wie kein anderer zuvor. Bei Instagram postet der Sportler regelmäßig christliche Botschaften und Bibelverse. In seiner Selbstbeschreibung heißt es dort nur: „Living for Jesus Christ. #TeamJesus“. Im April 2018 hatte ihn ein Leser gefragt, was seiner Meinung Gott mit Homosexuellen mache. Der Sportler hatte geantwortet: „Sie kommen in die Hölle ... Es sei denn, sie bekennen ihre Sünden und wenden sich Gott zu.“ Folau ist bekannt dafür, gläubig zu sein. Er liest täglich in der Bibel, sagt er, denn sie gebe ihm eine Orientierung und Antworten auf seine Fragen. Der Sohn tongoanischer Eltern war früher Mormone, nun ist er Mitglied der Pfingstgemeinde „Assemblies of God“.

Nach dem Posting entbrannte eine heftige Diskussion in der Öffentlichkeit. Die neuseeländischen Rugby-Spieler Brad Weber und TJ Perenara verurteilten den Kommentar und wiesen darauf hin, dass solche Äußerungen schwere psychische Belastungen unter Homosexuellen hervorrufen und manche sogar in den Selbstmord treiben könnten. Auf der Plattform „PlayersVoice“ verwies Folau unter der Überschrift „Ich bin auch ein Sünder“ auf die Bibelstelle in 1. Korinther 6,9, wo Homosexualität ebenso wie andere Sünden verurteilt werde. Was die Sünde angehe, so seien alle Menschen gleich.

Der nationale Rugby-Verband wollte Folau damals nicht bestrafen, da dieser dem Sport nicht habe schaden wollen. Aber die Diskussion ging weiter. Nun entschied der Verband RA, dass Folaus Vertrag wegen eines besonders schweren Bruchs der Verhaltensregeln gekündigt werde. Eigentlich wäre der Vertrag bis 2022 gültig gewesen. Damit wird der sonst so wichtige Spieler des Nationalteams voraussichtlich nicht bei der Weltmeisterschaft in vier Monaten in Japan für Australien auflaufen. Folau waren 72 Stunden Zeit zur Anfechtung des Urteils geblieben. Er ließ die Frist verstreichen.

„Wir Australier genießen Meinungsfreiheit“

In einer Erklärung teilte der 30-Jährige am Freitag mit, er sei „sehr traurig“ über die Entscheidung. Das berichtet das Internetportal „Sport 1“. Er wolle noch weiter viel Rugby spielen und nun alle Möglichkeiten ausloten, die sich ihm bieten. „Ich muss tun, was für meine Familie, meine Teamkollegen und meine Fans am besten ist.“

Folau stand zu seiner geäußerten Ansicht und zu seinem christlichen Glauben. „Wir Australier werden mit gleichen Rechten geboren, einschließlich dem Recht auf freie Religionsausübung und der Meinungsäußerung“, sagte er und fügte hinzu: „Der christliche Glaube ist seit jeher ein Teil meines Lebens, und ich glaube, es ist meine Verpflichtung als Christ, Gottes Wort mitzuteilen. Dass ich meinen Glauben hochhalte, sollte mich nicht davon abhalten, für meinen Verein oder mein Land zu arbeiten und zu spielen.“

Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichte Folau am Freitag den Bibelvers aus Römer 8,28: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Denjenigen, die nach seiner Bestimmung berufen sind.“

In einem Video auf der Facebook-Seite der Gemeinde „The Truth of Jesus Christ“ in Sydney sagt Folau in der tongaischen Sprache: „Ich könnte jederzeit zurückrudern, wieder spielen und alles zurückbekommen. So arbeitet der Teufel: Er bietet dir Dinge an, die gut aussehen und dich sicher fühlen lassen. So als würden alle Sorgen weichen, wenn man diesen Weg einschlagen würde.“ Er fügte hinzu: „Aber wenn wir zu Christus kommen, geht es nicht mehr länger um unseren Willen. Der Wille Gottes muss immer an erster Stelle stehen.“

Von: Jörn Schumacher

Harald Dreßing fordert in einem Interview, dass Bischöfe und Führungskräfte Verantwortung für den sexuellen Missbrauch in der Katholischen Kirche übernehmen sollen. „Neben einer strafrechtlichen Schuld gibt es die persönliche Verantwortung, die letztlich jeder mit sich selbst ausmachen muss“, sagte Dreßing in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom Montag. Darin zeigte sich der Psychiater erstaunt darüber, dass nach der Veröffentlichung der Studienergebnisse zwar „viel von Scham und Schuld“ gesprochen worden sei, aber nicht von „konkreter und persönlicher“ Verantwortung. „Eine solche persönliche Verantwortung könnte sich wie in Politik und Wirtschaft zum Beispiel in einem Rücktritt äußern“, sagte Dreßing.

Dreßing war als Forensischer Psychiater Leiter der Forschergruppe, die im Herbst 2018 die Studie zum sexuellen Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige veröffentlicht hatte. In der sogenannten MHG-Studie legten die Forscher offen, dass mindestens 3.677 in der Regel männliche Minderjährige von katholischen Klerikern missbraucht worden sind. Der Studie zufolge begünstigt die Struktur der Katholischen Kirche den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen.

Betroffene „auf Augenhöhe" einbeziehen

Ein halbes Jahr nach Veröffentlichung der Studie zeigte sich Dreßing unzufrieden über die Aufarbeitung des Missbrauchs. Seiner Ansicht nach bestünden die Strukturen, die den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen begünstigt haben, „grundsätzlich“ noch immer. Dreßing kann bei den katholischen Bischöfen „keine gemeinsame Strategie erkennen, weitere Forschungsarbeiten in Gang zu setzen.“ Die Forscher der MHG-Studie hatten in ihrem Abschlussbericht geschrieben, dass die vorgelegten Ergebnisse „der Auftakt für weitere Studien“ sein sollten.

Dreßing zeigte Verständnis für die Bemühungen einzelner Bischöfe zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle. Wegen „unterschiedlicher Methodik und Zielsetzungen“ seien diese allerdings „eher nicht hilfreich“. Seiner Meinung nach muss die Aufarbeitung nach „einheitlichen Standards“ und „auf Augenhöhe“ mit den Betroffenen erfolgen. Dreßing empfiehlt dazu eine interdisziplinär besetze Kommission. Darin sollen Betroffene, Wissenschaftler, Kirchenleute und Vertreter der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten.

Missbrauch in Institutionen lässt sich nach Angabe Dreßings „nie völlig vermeiden“, jedoch könnten „spezifische Risikokonstellationen“ verändert werden. Etwa durch „die Beschränkung der klerikalen Macht, eine Reform der Sexualmoral, die wissenschaftliche Erkenntnisse ausblendet“, und die „Abschaffung des Pflichtzölibats“.

Von: Norbert Schäfer

Im medizinischen Bericht wird später stehen: „Patient tot, Mutter betet, Patient erwacht wieder zum Leben.“ So hat es sich angeblich zugetragen an einem Januar-Wochenende im Jahr 2015 in der Stadt Lake St. Louis im US-Bundesstaat Missouri. Der 14-Jährige John Smith spielt mit zwei Freunden auf einem zugefrorenen See, doch das Eis bricht ein und die drei stürzen ins Wasser. Während es seinen beiden Freunden gelingt, aus dem eiskalten Wasser zu krabbeln, sinkt John bewusstlos immer tiefer, bis auf den Grund. Im Bericht wird es später heißen: 15 Minuten sei John ohne Sauerstoff unter dem Eis gewesen. Eine Chance auf Überleben: Null. Und selbst wenn sein Körper es überleben sollte, würden seine Organe, vor allem sein Gehirn, irreparable Schäden davon tragen.

Doch das Schicksal hat nicht mit Johns Mutter Joyce gerechnet. Sie ist eine Kämpferin vor dem Herrn, ihr Gottvertrauen ist unerschütterlich, und während alle um sie herum nur noch versuchen, den Tod des Jungen hinzunehmen, ist sie felsenfest davon überzeugt, dass Gott heilen kann. Auch ihren als Baby adoptierten Jungen, der im Krankenhaus auf der Intensivstation liegt und keinen Puls mehr hat. Anstatt sich von ihrem Adoptivsohn zu verabschieden, wie es ihr die Ärzte raten, holt sie Gott in das Krankenhauszimmer, sie betet: „Heiliger Geist, bitte bring mir meinen Sohn augenblicklich zurück!” Just in diesem Moment beginnt das EKG wieder, den Herzschlag des Jungen aufzuzeichnen, John kommt zurück ins Reich der Lebenden.

Niemand war bei diesem Vorkommnis dabei, doch Joyce schreibt es später so auf, und die Geschichte kam unter dem Titel „The Impossible“ (Das Unmögliche) als Buch heraus. Nun hat sich mit 20th Century Fox eine große Hollywood-Produktionsfirma dem Stoff gewidmet und einiges aufgefahren, was in Hollywood Rang und Namen hat. Regie führte Roxann Dawson (bekannt als als B’Elanna Torres in „Star Trek: Voyager“, die aber bereits mehrfach Regie führte), das Drehbuch stammt von Grant Nieporte (der das Drehbuch zum Film „Sieben Leben“ mit Will Smith und Woody Harrelson und für Folgen der Serie „Hör mal, wer da hämmert“ schrieb).

Stephen Curry, einer der renommiertesten und beliebtesten Basketball-Spieler aller Zeiten, tritt als ausführender Produzent auf. Zu den ausführenden Produzenten gehört auch der Präsident der National Hispanic Christian Leadership Conference (NHCLC), der größten Hispano-christlichen Organisation weltweit, Samuel Rodriguez. Seine Stimme repräsentiert mehr als 100 Millionen Hispano-Evangelikale. Rodriguez war Berater der US-Präsidenten George W. Bush, Barack Obama und Donald Trump. In der Rolle der Mutter ist Chrissy Metz zu sehen, die aus der Fernsehsendung „This is Us“ bekannt ist und zweimal für den Golden Globe und den Emmy nominiert wurde. Den jungen Pastor spielt Topher Grace (bekannt aus „Spider-Man 3“, 2007, und aus der Serie „Die wilden 70er“). Die Musik stammt teilweise vom bekannten christlichen Rapper Lecrae.

„Manchmal laufen Dinge schief, damit wir erkennen, dass wir geliebt werden“

John kam nicht nur wieder ins Leben zurück, er zeigte zudem keine der in solchen Fällen eigentlich zwangsläufig auftretenden Schäden. Seine Lunge, eben noch voll Blut, kann wieder atmen, und sein Gehirn zeigt keine Beeinträchtigung. Der leitende Arzt kann nur völlig konsterniert feststellen: John ist ein medizinisches Wunder.

Der gläubige Produzent DeVon Franklin sagte vorab in Interviews, er habe mit seinem Film zeigen wollen, welche Macht hinter Gebet stecke. „Wir erzählen hier die Geschichte einer modernen Wiederauferstehung. Gott vollbringt jeden Tag Wunder, aber wir sind oft nur so auf unseren Alltag fixiert, dass wir diese nicht als solche erkennen.“ Franklin ergänzt: „Wir leben in Zeiten des Zwists, jeder verfolgt seine eigenen politischen Ziele, jeder meint für sich die Wahrheit gepachtet zu haben. Darüber vergisst man schnell, dass wir eigentlich alle Brüder und Schwestern sind.“ Er hoffe „aus tiefster Seele, dass ‚Breakthrough‘ den Zuschauern wieder Hoffnung, Glauben, Liebe und Freude schenkt. Dass sie erkennen, dass eigentlich alles möglich ist“. Für die Statements im offiziellen Presseheft fügt er hinzu: „Manchmal, so glaube ich, laufen die Dinge einfach nur deshalb schief, damit wir erkennen, dass wir mehr geliebt werden, als wir glauben. Ich hoffe und bete, dass alle, die diesen Film sehen, diese Botschaft verstehen und erkennen, dass es für jeden einen Plan im Leben gibt.”

Warum hilft Gott manchmal, und manchmal nicht?

Der Film „Breakthrough“, der in Deutschland leider nur in sehr wenigen Kinos läuft, erzählt nicht einfach nur platt die Geschichte vom Unfall, der Rettung, dem Gebet und der wundersamen Heilung nach. Er beleuchtet auch, wie sie die Menschen im Umfeld verändert. Joyce etwa, die früher etwas herrschsüchtige Mutter von John, merkt im Taumel der Trauer und des Bangens, wie sie ihr Herz neu ausrichten sollte; sie ist dann in der Lage, die Situation ganz Gott zu überlassen. Der Feuerwehmann Tommy Shine hörte, wie ihm am Unglücksort jemand zurief, wo er John unter dem Eis finden würde. Später stellte sich heraus, dass niemand aus seiner Crew irgendetwas gerufen hatte, offenbar gab es die Stimme nur in Shines Kopf. Der eigentlich ungläbige Mann musste sich danach sagen: Entweder ich bin verrückt, oder es gibt Gott wirklich.

In diesem Film fließen viele Tränen auf der Leinwand, aber auch im Publikum. An manchen Stellen wird es für den durchschnittlichen europäischen Zuschauer vielleicht etwas zu kitschig, das hat aber auch viel mit kulturellen Unterschieden zu tun. Das Pfarrerehepaar wirkt dann doch wie aus einem (amerikanischen) Prospekt für Super-Pastoren, die Pfarrersfrau kann mit ihrer puppenhaften Unnatürlichkeit fast schon ein wenig Angst einflössen.

Einfühlsam stellt der Film die Situation all derer dar, die das Heilungswunder im Film sehen, jedoch selber einen Angehörigen durch Krankheit verloren haben. Eine Lehrerin des geheilten John fragt mit Tränen in den Augen den Jungen: Warum du, warum nicht mein Mann, der vor fünf Jahren sterben musste? Warum müssen so viele kranke Menschen trotz Gebet sterben? War es bei John die schiere Masse an Betern, die in der Gemeinde, in der Schule, ja übers Fernsehen im gesamten Ort und darüber hinaus rekrutiert wurden? Das Fazit, das der Film jedenfalls anklingen lässt, lautet: Gott allein weiß, wann er eingreift und wann nicht. Und am Ende liegt alles an seiner Gnade und nicht allein an unseren Wünschen oder tausendfachen Gebeten.

„Breakthrough – Zurück ins Leben“, 117 Minuten, deutscher Filmstart: 16. Mai

Von: Jörn Schumacher

Keine Rache durch Christen ERF Plus - Aktuell (RSS)(cached at May 20, 2019, 12:01 pm)


© Jalitha Hewage / unsplash.com

Am Ostersonntag wurden in Sri Lanka bei Anschlägen auf drei Kirchen sowie mehrere Hotels mehr als 250 Menschen getötet. Mehrere Medien haben berichtetet, dass es in Sri Lanka zu Attacken gegen Muslime als Folge der Anschläge gekommen sei. Einige dieser vermeintlichen Racheanschläge wurden in den Berichten explizit Christen zugeschrieben. Falsch sagt das christliche Hilfswerk Open Doors. Diese Attentäter waren keine Christen. Woher diese Informationen stammen und was die christlichen Gemeinden in Sri Lanka stattdessen anstreben, darüber spricht Andreas Odrich mit dem Pressesprecher von Open Doors, Ado Greve.


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pro: Ist der Begriff „Märtyrer“ nicht etwas aus der Zeit gefallen?

Manfred Müller: Das mag sein, dass der Begriff sperrig, anstößig und befremdlich wirkt. Aber er wiegt schwer. Beim Martyrium geht es nicht in erster Linie um Blut, Bedrängnis, Verfolgung, Leid und Tod, sondern vielmehr um das treue Jesuszeugnis. Märtyrer, also Menschen, die wegen dieses Zeugnisses und letztlich ihres christlichen Glaubens umgebracht wurden, fordern uns heraus, uns zu fragen, welchen Preis wir in der Nachfolge Jesu bereit wären zu zahlen. Zeugnis abzulegen vom Kreuzestod Christi ist unser Auftrag als Christen, und dieser Auftrag kann auch heute noch zum Martyrium führen.

Warum erzielt die Verfolgung von Christen weltweit so wenig Aufmerksamkeit?

Weil Christen letztlich ein Fremdkörper in der Welt sind. Jesus selbst hat seiner Gemeinde Verfolgung vorausgesagt: „Die Welt wird euch hassen!“ (Lk. 21,17) Christen haben also nicht wirklich eine Lobbygruppe. Dazu kommt, dass es auch innerhalb von Kirche und Gemeinden zu Abgrenzungen kommt. Wenn etwa Christen für Missionsbemühungen auch innerhalb der Christenheit kritisiert werden. Kommt es dann zum Martyrium, wie im November auf Nord-Sentinel (Auf der zu Indien gehörenden Insel wurde ein amerikanischer Missionar von Einheimischen getötet. Anm. d. Red.), dann heißt es schnell: „Wie kann man auch so leichtsinnig sein.“ Der Missionsauftrag wird in seiner Schwere auch in der Gemeinde an vielen Stellen gar nicht mehr verstanden. Wer deswegen Risiken eingeht, gilt als leichtsinnig oder gar dumm. Dem radikalen Säkularismus im Westen fehlt es natürlich zudem ohnehin an einer Grundsympathie für die Gemeinde Jesu – im Gegenteil sieht er hier eher ein Feindbild.

Wie wollen Sie dem entgegenwirken?

Dem entgegenzuwirken ist gar nicht unser erstes Ziel. Es geht hier nicht zuerst um eine Frage von Menschenrechten und Religionsfreiheit. Denn weltweit wollen Christen ja nicht zuerst Aufmerksamkeit für ihr Verfolgungsleiden, sondern für ihr Jesuszeugnis. Das rettende Evangelium wollen sie einer verlorenen Welt bezeugen. Die Liebe Jesu treibt sie. Verfolgung ist das, was ihnen dabei zustößt. Aber auf die Verfolgung den Fokus zu legen, würde ihre Prioritäten geradezu umkehren. Dem Verfolgungsleiden an sich entgegenwirken zu wollen, wäre aussichtslos, da uns hier ein Erfolg nicht verheißen ist. Es hilft der Förderung des Evangeliums auch nicht, wenn wir uns darüber empören. Es hilft erst recht nicht, wenn wir vergessen, dass die Verlorenheit der Menschen das noch größere Problem ist, dass Verfolgung der Preis der Verkündigung des rettenden Evangeliums sein kann – und bis zur Wiederkunft Jesu auch bleiben wird. So gehen Christen weltweit im klaren Wissen um den antichristlichen Hass hinaus, das Evangelium zu verkündigen.

Rechnen Sie damit, dass Christen auch in absehbarer Zeit hier unter Druck geraten? Welche Anzeichen lassen darauf schließen?

Ja. Alle Anzeichen stehen auf Sturm. Selbst bisher friedliche Koexistenz, wie jetzt in Sri Lanka zwischen Islam und Christentum, kann plötzlich wegbrechen. Und ja, auch im Westen dreht sich der Wind zunehmend. Die Front rückt sozusagen näher. Über sexualethische Fragen und über Fragen im Kontext der sogenannten Antidiskriminierung könnten Christen auch hierzulande schon bald Probleme bekommen. Das wird nicht frontal sein. Aber was wäre, wenn baurechtliche Bestimmungen oder bürokratische Regeln instrumentalisiert würden, um subtilen Druck aufzubauen? Das ist sicher alles noch harmlos, könnte aber noch stärker spürbar werden, wenn Gemeinnützigkeit von der „richtigen“ Haltung zur Frage der „Ehe für alle“ abhängig gemacht würde.

Wie kümmert sich HMK um verfolgte Christen?

Wir unterstützen medizinische Projekte, vermitteln Rechtsanwälte, helfen beim Wiederaufbau von zerstörten Häusern und Kirchen und bieten Hilfen zur Selbsthilfe. Darüber berichten wir auch in Deutschland, weil wir davon überzeugt sind, dass die Kirche hier davon erfahren muss, um für die verfolgten Christen zu beten, aber auch um von ihrem Mut, ihrer Hingabe und Jesus-Treue lernen zu können. Wir sind überzeugt, dass wir das, was die verfolgte Gemeinde uns vorlebt, in Deutschland dringend brauchen – nämlich Vertrauen in die Bibel und Mut zum Gebet und zum Zeugnis.

Wo ist die HMK aktiv?

Heute ist die HMK mit mehr als 130 Projekten in 45 Ländern weltweit aktiv, vorwiegend in muslimisch geprägten. In Deutschland arbeiten zehn Mitarbeiter in der Projektbetreuung und in der Informations- und Bildungsarbeit. Die Arbeit finanziert sich ausschließlich durch Spenden. Wir investieren vor allem in die Projektarbeit und kaum in Werbung. In den Projektländern arbeiten wir vorwiegend mit einheimischen Partnern zusammen, die vor Ort über die Expertise und die Kontakte verfügen.

Was ist besonders an der HMK?

Es gibt verschiedene christliche Werke, die sich gegen Diskriminierung und Verfolgung von Christen weltweit einsetzen. Die haben auch alle ihre Berechtigung. Aber die HMK ist das einzige Missionswerk, das von der verfolgten Gemeinde selber gegründet wurde. Sie ist aus der erlebten und erlittenen Not der Gemeinde heraus entstanden und hat ihren ganz besonderen Auftrag, Stimme der Märtyrer zu sein.

Wie ist die HMK entstanden?

Vor 60 Jahren hatten sich Häftlinge in rumänischen Gefängnissen untereinander das Versprechen gegeben: Wenn einer von uns frei kommt, muss er auf das Schicksal der übrigen aufmerksam machen und für die Märtyrer seine Stimme erheben. Der lutherische Pfarrer Richard Wurmbrand war damals wegen seines christlichen Glaubens lange inhaftiert. Er kam frei und hat das Versprechen eingelöst. Vor 50 Jahren wurde auf seine Initiative die HMK als Verein gegründet.

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Norbert Schäfer

Sie haben die Wahl ERF Plus - Aktuell (RSS)(cached at May 20, 2019, 2:01 am)


© Lothar Rühl

Viele sprechen bei der Europawahl 2019 am 26. Mai von einer Schicksalswahl, mit der sich die Weichen für unseren Kontinent neu stellen könnten. Werden sich die EU-Kritischen Parteien durchsetzen gegen die Parteien, die die EU in ihrer jetzigen Form gerne erhalten oder sogar ausbauen wollen? Und: Welche Werte in Europa und in der EU werden zukünftig zählen und unser Leben prägen? Es lohnt sich also, die Europawahl nicht einfach an sich vorüberziehen zu lassen sondern vom Wahlrecht Gebrauch zu machen. Wer noch unentschlossen ist, welche Partei er wählen soll, für den kann der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung eine Hilfe sein. Andreas Odrich von der Aktuell-Redaktion hat ihn getestet und ist zu überraschenden Ergebnisse gekommen, wie er Stephan Steinseifer berichtet.


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Ein runder Geburtstag steht ins Haus, doch Partylaune scheint nicht aufzukommen: „70 Jahre Grundgesetz“ – was die junge Bundesrepublik 1949 feierte, scheint vielen Deutschen heute selbstverständlich. Anders in Leipzig: in der Messestadt ist ein großes Geburtstagsfest geplant – offenbar bundesweit die einzige Grundgesetzparty, die von Bürgern organisiert wird. Künstler, Unternehmer, auch Kirchengemeinden machen mit.


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„Ich bin sehr stark für das Leben“, twitterte Donald Trump am Sonntag. Bei drei Ausnahmen halte der US-Präsident eine Abtreibung aber für legitim: Nach einer Vergewaltigung, bei Inzest und wenn das Leben der Mutter bedroht ist.

Diese Position habe schon Ronald Reagan vertreten. Reagan war von 1981 bis 1989 Präsident der Vereinigten Staaten und wird bis heute vor allem von konservativen Republikanern verehrt. Die jetzige Regierung habe schon viel erreicht, schrieb Trump weiter. Als Beispiele nannte er neue Richter und die „Mexico City Policy“, durch denen Nichtregierungsorganisationen die Mittel gestrichen werden, wenn diese Abtreibungen durchführen oder als Mittel der Familienplanung bewerben. Nach Meinung Trumps habe sich zudem eine „ganz neue und positive Einstellung gegenüber dem Lebensrecht“ gebildet. Er warnte vor der „radikalen Linken“, die Spätabtreibungen wolle. „Wir müssen zusammenhalten und 2020 für das Leben gewinnen.“

Immer mehr Staaten erlassen Sonderregelungen

Trump dürfte mit seiner Äußerung auf einen Senatsbeschluss im US-Bundesstaat Alabama abzielen, der am Mittwoch unterschrieben wurde. Abtreibungen sollen demnach bald fast vollständig verboten werden. Dabei ist es egal, ob die Schwangerschaft aus einer Vergewaltigung oder Inzest hervorgeht. Ärzten in Alabama drohen demnach im Falle einer Abtreibung Gefängnisstrafen zwischen zehn und 99 Jahren. Ausgenommen sind Fälle, in denen Frauen durch eine Schwangerschaft lebensgefährlich bedroht sind.

In den Staaten löste dies heftige Diskussionen aus. Kritiker verlauten, das neue Gesetz stehe im Widerspruch zum Grundsatzurteil des Obersten Gerichtshof aus dem Jahr 1973. Als der Oberste Gerichtshof der USA 1973 Abtreibungen mit der Grundsatzentscheidung „Roe vs. Wade“ generell legalisierte, galt dies als Meilenstein zur Selbstbestimmung von Frauen. Den einzelnen Staaten wurde es jedoch freigestellt, Zusatzregelungen zu erlassen. Von diesem Recht machten in der letzten Zeit immer mehr Staaten Gebrauch. Während einige Staaten, darunter zum Beispiel New York, sehr liberale Regelungen erließen, verschärften mehr als 20 republikanisch regierte Bundesstaaten das Abtreibungsrecht.

Von: Nicolai Franz/Henriette Stach