Zum Widerstand gegen Meinungsdiktatur und falsche Toleranz hat der Bestsellerautor und ehemalige Fernsehmoderator Peter Hahne aufgerufen. Er sprach in der Dresdner Frauenkirche zum Thema „Zwischen Toleranz und Widerstand – Welche Werte wir festhalten müssen“.

Das Wirtschaftsmagazin Wirtschaftswoche widmet sich in seiner aktuellen Ausgabe unter der Überschrift „Göttliche Bilanz“ gläubigen Unternehmern und dem Erfolgsfaktor Religion. Sie handelten besonders verantwortungsvoll. Darin heißt es: „Evangelische und katholische Firmenchefs sind überzeugt: Wertegeleitete Unternehmen haben einen Wettbewerbsvorteil. Wer nur vom Gewinn getrieben ist, kann auf Dauer nicht erfolgreich sein.“

Von: Martina Blatt

Kirchentagspräsident Hans Leyendecker hat die Entscheidung verteidigt, keine AfD-Vertreter zur aktiven Teilnahme am 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag im kommenden Juni in Dortmund zuzulassen. "Wir laden keine Hetzer und keine Rassisten ein", sagte er am Dienstagabend in Bielefeld vor der Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen, die Gastgeberin des Kirchentages ist.

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Frankreich versucht seine Wahlen künftig vor Manipulationen durch Fake-News zu schützen. Trotz großer Kritik im Vorfeld hat die Nationalversammlung zwei entsprechenden Gesetzen zugestimmt. Die Abgeordneten votierten mit einer deutlichen Mehrheit für die Pläne. Zuvor scheiterten die Gesetzesvorschläge im Senat. In Frankreich sind beide Kammern jedoch nicht gleichberechtigt. Bei Uneinigkeit überstimmt das Parlament den Senat.

Bereits im Frühjahr hatte der französische Präsident Emmanuel Macron angekündigt, gegen Fake-News vorzugehen. Im französischen Präsidentschaftswahlkampf wurde er selbst zum Opfer von Falschmeldungen.

Soziale Netzwerke werden in die Pflicht genommen

Die neuen Gesetze sehen vor, dass Kandidaten oder Parteien Löschungen von falschen Inhalten im Schnellverfahren verlangen können. Außerdem müssen sich soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook zu größerer Transparenz verpflichten. Konkret bedeutet das die Offenlegung von Personen, die bezahlte Inhalte verbreiten. Vom Gesetz sind auch ausländisch finanzierte Fernsehsender betroffen. Die französische Medienanstalt hat Befugnis, die Ausstrahlung von Sendungen zu verhindern. Dazu genügt der Verdacht, dass mittels Fehlinformationen das Wahlverhalten der Bürger manipuliert werden könnte. Der französische Staatschef hatte in der Vergangenheit vor allem russischen Medien wie Sputnik und RT vorgeworfen, gezielt Einfluss auf den Wahlkampf zu nehmen. Diese Bestimmungen gelten für einen dreimonatigen Zeitraum vor einer landesweiten Wahl.

Kritik kommt von allen Seiten

Obwohl das Gesetz die professionelle Presse nicht tangieren soll, meldeten Journalistenverbände Bedenken an. Kritik kommt auch aus der Opposition. Sowohl linke als auch rechte Politiker haben gegen den Gesetzesentwurf gestimmt oder sich enthalten, berichtet die französische Tageszeitung „Le Monde“. Man wolle die „Informationszensoren“ nicht unterstützen und lehne diesen „glamourösen Totalitarismus“ ab.

Von: Martin Schlorke

Wie wirkt es sich für Kinder aus, in einer gleichgeschlechtlichen Ehe aufzuwachsen? Diese Frage würde Bildungsministerin Anja Karliczek gerne wissenschaftlich aufarbeiten lassen. „Wir verschieben eine ganze Gesellschaft und reden gar nicht darüber“, bedauerte die Unionspolitikerin. Viele politische Entscheidungen seien übereilt getroffen worden.

Karliczek wünscht sich eine langfristige wissenschaftliche Studie, um die Frage zu erforschen. Moderator Louis Klamroth sagte sie in der n tv-Sendung „Klamroths Konter“, dass Fragen immer aus Sicht der Erwachsenen beantwortet würden: „Schauen Sie doch mal aus Sicht der Kinder“. Zudem hätten Frauen und Männer einen unterschiedlichen Einfluss auf die Kinder. Für die Entwicklung von Kindern sei ein emotionales Spannungsfeld zwischen Vater und Mutter wichtig.

„Grundsätzliche Strukturen mit einem Federstrich geändert“

Für sie gehe es auch nicht darum, ob Kinder glücklich und gut erzogen seien: „Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass die meisten Kinder in Familien, wo die Kinder gewünscht sind, auch gut aufgehoben sind und dass sie da auch gut erzogen werden.“ Die Art, wie der Beschluss 2017 herbeigeführt wurde, sei nicht richtig gewesen. Das Land habe grundsätzliche Strukturen mit einem Federstrich geändert: „Das ärgert mich.“

Die CDU-Politikerin hatte 2017 im Bundestag gegen die „Ehe für alle“ gestimmt. Für einen Beschluss hätte sie persönlich sich eine breitere gesellschaftliche Debatte gewünscht. Das hätte zu einer Befriedung geführt und nicht noch weiter polarisiert, findet Karliczek. Klamroth fragte auch, ob es einem Kind, das beispielsweise von Gesundheitsminister Jens Spahn und seinem Mann adoptiert würde, weniger gut ginge. Die Ministern sagte: „Ich glaube, dass es gut aufgehoben wäre, weil ich den Kollegen Jens Spahn schätze.“

Schnelle Beschlüsse ohne langfristige Erkenntnisse

Sie wünsche sich mehr Dialog, wenn über grundlegende gesellschaftliche Dinge gesprochen werde. „Da sind wir immer sehr schnell unterwegs, ohne über diese Fragen wirklich langfristige Erkenntnisse zu haben.“ Sie plädierte dafür, Entscheidungen erst zu treffen, wenn die zu erwartenden Auswirkungen bekannt seien.

Mit Louis Klamroth debattierte sie außerdem über den Lohn von Auszubildenden, das Recht auf Ganztagsbetreuung und marode Schulen. Karliczek gehört dem Bundestag seit 2013 an. Zuvor war sie Mitglied im Finanzausschuss. Im März 2018 wurde sie von Bundeskanzlerin Angela Merkel überraschend als Bildungsministerin nominiert.

Von: Johannes Blöcher-Weil

Heute einen Krieg beenden ERF Plus - Aktuell (RSS)(cached at November 21, 2018, 12:01 pm)


© Alex Woods / unsplash.com

Zu einer persönlichen Friedensaktion am Buß- und Bettag haben verschiedene evangelische Kirchen aufgerufen. Jeder solle am Buß- und Bettag in seinem eigenen Umfeld schauen, wo er Konflikte beilegen könne.

Einsicht und bewusste Schritte nötig

„Es sind nicht immer die großen Kriege und bewaffneten Konflikte, die Entsetzen auslösen,“ heißt es in dem Aufruf. „Auch scheinbar harmlose Streitereien zu Hause, bei er Arbeit oder im Freundeskreis können belasten.“ Um solche Auseinandersetzungen zu beenden, brauche es Einsicht und bewusste Schritte der Umkehr, damit wenigstens ein bisschen Frieden einkehren könne, schreiben die Initiatoren weiter.

Im Interview mit Aufgeweckt-Moderatorin Ute Heuser-Ludwig berichtet Andreas Odrich über die Aktion und erklärt auch, warum der Buß- und Bettag in unterschiedlichsten Formen seit dem 30jährigen Krieg als Buße für begangene Kriegsgreuel eingeführt wurde. In einem weiteren Gespräch berichtet Steffen Brack aus der Theologie-Radaktion wie ein Bußtag ganz persönlich gestaltet werden kann.


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Nach der Vorlage einer Studie zum sexuellen Missbrauch in der Katholischen Kirche ist das Vertrauen in die Institution auf einen Tiefpunkt gesunken. Dies geht aus einer repräsentativen, bundesweiten Umfrage von infratest dimap im Auftrag des SWR Bürgertalks „Mal ehrlich …“ hervor. Auf die Frage, ob die Stellungnahmen der Kirche zur Missbrauchsstudie das Vertrauen wieder festigen konnten, antworteten 87 Prozent der mehr als 1.000 Befragten mit nein. In der Gruppe der 50- bis 64-Jährigen stimmten sogar 94 Prozent mit nein.

Nur sechs Prozent aller Befragten meinten, die Katholische Kirche habe mit ihren Reaktionen auf die Studie das Vertrauen in ihre Institution wieder stärken können. Ein ähnliches Ergebnis zeigte sich nach Angaben des SWR auf die Frage, ob die Katholische Kirche die richtigen Konsequenzen aus der Missbrauchsstudie gezogen habe. Hierauf antworteten 84 Prozent mit nein und acht Prozent mit ja.

„Darf die Kirche machen, was sie will?“

Eine Mitte September 2018 vorgestellte Studie hatte den massiven sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch katholische Geistliche in den vergangenen Jahrzehnten belegt. Demnach sollen zwischen 1946 und 2014 mindestens 1.670 katholische Geistliche 3.677 meist männliche Minderjährige missbraucht haben. Das Thema steht im Mittelpunkt des Bürgertalks „Mal ehrlich … darf die Kirche machen, was sie will?“ am Mittwoch, 21. November, ab 22 Uhr im SWR Fernsehen.

Moderator Florian Weber lässt dabei Opfer des sexuellen Missbrauchs in der Katholischen Kirche zu Wort kommen. Zu Gast sind der Bischof von Limburg, Georg Bätzing, Marlies Kohnle-Gros (CDU), Landtagsabgeordnete in Rheinland-Pfalz, Sascha Binder (SPD), Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg, Harald Dreßing, Leiter der Studie zum sexuellen Missbrauch in der Katholischen Kirche sowie Ute-Beatrix Giebel, Redakteurin der SWR-Redaktion Religion, Kirche und Gesellschaft.

SWR Fernsehen: „Mal ehrlich … darf die Kirche machen, was sie will?“, Mittwoch, 21. November, ab 22 Uhr

Von: Martina Blatt

Die katholische Deutsche Bischofskonferenz (DBK) will die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in der Kirche forcieren. Bei der Sitzung des Ständigen Rats am Dienstag in Bonn einigten sich die Bischöfe auf das weitere Vorgehen nach der Veröffentlichung der Missbrauchsstudie Ende September. In fünf Teilprojekten wird nun zunächst die Arbeit aufgenommen, teilte die DBK am Dienstag mit. Zu den Teilprojekten gehört die Einrichtung unabhängiger Anlaufstellen für Betroffene, die zusätzlich zu den diözesanen Ansprechpersonen arbeiten.

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Der katholische Geistliche aus dem Bistum Magdeburg, der rund 120.000 Euro aus einer Pfarreikasse unterschlagen hat, ist nach eigenen Angaben über einen Lottogewinn getäuscht worden und in der Folge auf die schiefe Bahn geraten. Der "Bild"-Zeitung (Dienstag) schilderte der Pfarrer aus Ballenstedt am Rande des Harzes, dass er im Frühjahr 2017 per Mail die Nachricht erhalten habe, bei einer spanischen Lotterie 935.000 Euro gewonnen zu haben.

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pro: Sie haben in der Studie 64 Personen einer Zufallsstichprobe aus dem Erzbistum Köln qualitativ in Interviews nach ihrer Bindung an die Katholische Kirche befragt. Was haben Sie festgestellt?

Sabine Loch: Die Befragten waren überwiegend Mitglieder der Katholischen Kirche, sowohl aktive Gemeindemitglieder als auch Menschen, die nur an Weihnachten oder gar nicht in die Kirche gehen, aber auch Protestanten, Freikirchlicher und auch Ausgetretene, die wieder zurück in die Kirche wollten. Unter ihnen konnten wir verschiedene Bindungstypen ausmachen.

Was heißt das?

Unter Bindungstypen verstehen wir in der Studie Menschen, die einen Bindungsfaktor besonders repräsentieren, aber durchaus auch andere Bindungsfaktoren pflegen.

Als einen Bindungstyp haben wir unter den Gesprächspartnern Menschen identifiziert, die sich durch das Erleben der Sinnlichkeit in der Inszenierung an die Katholische Kirche binden. Etwa durch die Erbauung, die sie in einer Messe erleben. Es sind Menschen, die durch sinnliche Erfahrungen ihren Glauben immer wieder neu aufladen können. Sie sind dem Bereich der „Spirituellen Kirche“ zugeordnet.

Menschen die bei der Kirche nach Sinn suchen, sich mit Fragen über Leben und Tod auseinandersetzen und sich sehnen nach innerer meditativer Ruhe, haben wir als Innere Einkehrer bezeichnet. Die tiefe Sehnsucht nach Erlösung und die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod, binden diese Menschen an die „Erlösende Kirche“.

Dann haben wir anlehnungsbedürftige Menschen ausgemacht, die etwa in Zeiten von Krankheit und Krisen Schutz bei der „Beschützenden Kirche“ finden und sich dort binden.

Viertens sind da hilfsbereite Menschen. Sie binden sich an die Katholische Kirche, wenn sie dort Möglichkeiten für persönliches Engagement finden, Verantwortung übernehmen können und Anerkennung dafür erhalten. Diesen Bindungstyp haben wir der „Fürsorglichen Kirche“ zugeordnet.

Gemeinschafts-orientierte Menschen, die eine lebendige Gemeinde und ein gemeinsames Wertesystem suchen und durch Gespräche mit dem Pfarrer, durch die Beichte kirchliche Seelsorge erfahren, binden sich an die „Seelsorgerische Kirche“.

Und dann gibt es pragmatische Menschen, die als Nutzer alltagsnahe Angebote suchen, etwa einen Kindergarten, oder bei der Kirche arbeiten. Sie wollen in der Kirche auch Gleichgesinnte kennenlernen. Diese Menschen haben eine Bindung in der „Gemeinschaftlichen Kirche“.

Wo liegt die größte Bindungskraft der Katholischen Kirche?

Insgesamt kann man erkennen, dass die spirituellen Komponenten ein großes Pfund der Katholischen Kirche sind. Die Macht des Unendlichen, des Überirdischen, des großen Gottes, das Versprechen der Auferstehung. Die Menschen spüren, dass es etwas gibt, was über ihr Leben hinausgeht. In der Katholischen Kirche entsteht durch die kirchliche Inszenierungen eine Art Gänsehautgefühl, von dem Menschen ihr Leben lang zehren. Gerade Kinder erleben den Weg zur Kommunion als eine fast magisch zu bezeichnende Erfahrung. Diese Bindung hält ein Leben lang. Ein jährlicher Kirchenbesuch lädt dann diesen spirituellen Akku wieder auf. In der Inszenierung und der spirituellen Erfahrung liegt sozusagen auch ein Markenkern der Katholischen Kirche. Gemeinschaftssinn, Gruppenzugehörigkeit, Spaß und Aktivitäten, Möglichkeit für soziales Engagement und nützliche Angebote können Menschen auch an anderen Orten finden.

Welche Unterschiede gibt es da zur Evangelischen Kirche? Beiden Kirchen laufen ja die Mitglieder davon.

Die Evangelische Kirche ist zurückhaltender, was die Inszenierung angeht. Protestanten handeln offenbar ihren Glauben zudem rationaler ab als Katholiken. Die magische Komponente war bei den protestantischen Befragten weniger erkennbar. Sie wollen sich auch mehr auseinandersetzen mit ihrer Kirche. Dann konnten wir feststellen, dass die Befragten aus der Evangelischen Kirche und vor allem der Freikirche sich mehr auf Augenhöhe in ihrer Kirche mit einbezogen fühlten. Das empfanden die befragten Katholiken sehr viel weniger.

In welchem Bereich verliert die Kirche an Bindungskraft?

Insgesamt schwindet die Funktion der „Erlösenden Kirche“, also der Institution, die Hoffnung auf ewiges Leben und Auferstehung verspricht. Das ist bei beiden Kirchen so. Was am Ende des Lebens geschieht, überfordert einen Großteil der Gesellschaft.

Wie meinen Sie das?

Wir leben in einem Zeitalter, das ewige Jugend anstrebt. Wir wollen mit 50 aussehen wie mit 30, mit 80 noch Marathon laufen und sexuell aktiv sein bis 90. Der Tod und der letzte Lebensabschnitt des Menschen werden tabuisiert. Sogar Altenheime verlagern Menschen zum Sterben ins Krankenhaus. Darüber, dass Kräfte schwinden und wir sterben werden, will keiner nachdenken.

Wie kann es angesichts dieser Erkenntnis den Kirchen gelingen, ihre Mitglieder zu halten?

Bindungselemente kann man nicht mit der Gießkanne verteilen. Unser Auftrag war aufzuzeigen, was die Menschen trotz allem an ihre Kirche bindet. Wir haben keine Empfehlungen gegeben. Es obliegt nun der Kirchenbasis, für ihre Arbeit aus einem Pool von Möglichkeiten das umzusetzen, was ihre Gemeinden und Gemeindemitglieder brauchen. Die momentane Debatte um die Pflege von alten Menschen ist jedenfalls kein schlechter Zeitpunkt, um den Markenkern von Kirche hervorzuheben. Viele Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Die Kirchen haben viele Einrichtungen, die sich unter dem christlichen Menschenbild darum kümmern. Auch bei der Wahl des Kindergartens bevorzugen viele die kirchlichen Einrichtungen, weil sie ein klares Wertfundament haben.

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Norbert Schäfer

Deutschland sollte der pakistanischen Christin Asia Bibi Asyl gewähren. Diese Ansicht vertrat der Beauftragte der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Markus Grübel (CDU), am 20. November vor Journalisten in Berlin.

Am Dienstag ist das Jahrbuch Religionsfreiheit, an dem auch die Deutsche Evangelische Allianz beteiligt ist, erschienen. Das Thema ist auch wegen der verfolgten Christin Asia Bibi, die derzeit in Pakistan festsitzt, hochaktuell, wie der Beauftragte der Bundesregierung für Religionsfreiheit, Markus Grübel (CDU), bei der Vorstellung am Dienstag sagte. „Wenn Asia Bibi nach Deutschland will, ist das ein klassischer Fall von politischem Asyl und wir sollten sie hier aufnehmen“, erklärte er in Berlin.

Schwer, an Bibi heranzukommen

Innerhalb der Unionsfraktion setzt sich der Stephanuskreis für Religionsfreiheit ein. Dessen Vorsitzender Heribert Hirte (CDU) erklärte, die deutsche Politik stehe im Kontakt mit dem pakistanischen Botschafter, warte aber noch auf dessen Rückmeldung zur Lage Bibis. Die Katholikin saß acht Jahre lang wegen angeblicher Gotteslästerung in der Todeszelle, wurde aber kürzlich freigesprochen. Seitdem protestieren radikale Muslime im Land. Bibi hält sich versteckt.

Tatsächlich sei die Lage vor Ort sehr heikel, sagte der Theologe und Menschenrechtsexperte Thomas Schirrmacher. Im Moment wisse niemand, wo Bibi sich aufhalte, nicht einmal ihr Anwalt, der sich mittlerweile in Frankfurt am Main befindet. Um aus Pakistan fliehen und eventuell nach Deutschland ausreisen zu können, müsste Bibi zunächst den Weg in die deutsche Botschaft finden. Es gebe Bedenken, dass radikale Kräfte die Einrichtung angreifen könnten, sollte sie dorthin gelangen. Aus dem Land heraus könne sie nur kommen, wenn die Regierung dem zustimme, sagte Schirrmacher. Derzeit wartet Bibi Medienberichten zufolge auf Ausreisepapiere.

Fluchtursachen eindämmen - Religionsfreiheit garantieren

So wie ihr ergehe es vielen Christen in Pakistan. Viele dächten über eine Flucht nach, sagte Schirrmacher. Martin Lessenthin, Sprecher der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, erklärte: „Dort, wo es Blasphemiegesetze gibt, werden Fluchtursachen geschaffen.“ Deshalb sei die deutsche Politik aufgerufen, in betroffenen Ländern Hilfe zu leisten, damit religiöser Extremismus nicht die Oberhand habe. Nur so könnten Verdrängung und Vertreibung verhindert werden. Denn Extremismus sorge letztlich auch dafür, dass mehr Flüchtlinge nach Deutschland kämen.

Grübel erklärte, die Verfolgung religiöser Menschen habe massiv zugenommen. Christen seien nach wie vor am stärksten betroffen. Ihre Religionsfreiheit werde einerseits durch staatliches Handeln eingeschränkt, etwa in China, und andererseits durch soziale Anfeindungen wie derzeit in Pakistan. Er ist sich sicher: „Religionen können den Unterschied zum Guten machen.“ Sie seien „unverzichtbar“, wenn es um Versöhnung gehe.

Von: Anna Lutz

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor dem Europäischen Parlament in Straßburg gefordert, man müsse daran „arbeiten, eine echte europäische Armee zu schaffen“. Zwei Theologen äußern sich dazu in einem Pro und Kontra für idea.

Der dänische Schauspieler Lars Mikkelsen hat am Montagabend für seine Rolle als Priester und charismatischer Familienpatriarch Johannes Krogh einen International Emmy erhalten. Die International Academy of Television Arts & Sciences ehrte ihn bei der Verleihung in New York als besten Hauptdarsteller in einer nicht-amerikanischen Fernsehproduktion.

Mikkelsen spielt in der Serie „Die Wege des Herrn“ den Protagonisten Krogh, welcher zwei Seiten hat: Mitreißend und stark tritt der Pfarrer vor der Gemeinde auf. Doch unter seinen tyrannischen Ausbrüchen und seiner Alkoholsucht leidet die Familie. Er will unbedingt Bischof von Kopenhagen werden. Doch bald nimmt sein Leben eine unerwartete Wende, die ihn überfordert, und er verliert die Kontrolle über alles Liebgewonnene.

„Herrens Veje“ lautet der Titel im dänischen Original. Wie das Medienmagazin dwdl.de schreibt, ist die Serie auch eine moderne „Kain-und-Abel-Geschichte zweier Brüder, die sich gegenüber ihrem Vater [...] behaupten müssen“. Kroghs jüngerer Sohn August ist ein beliebter Pfarrer, glücklich verheiratet. Um noch ein bisschen Abenteuer zu erleben, geht er als Militärpfarrer in ein Krisengebiet. Bei dem älteren Bruder Christian läuft es schlecht: Er wird dabei erwischt, wie er seine Diplomarbeit plagiiert, beschreibt Arte den Plot. Der Sender zeigt die Serie in seinem Programm ab dem 29. November, 20.15 Uhr.

In insgesamt 13 Kategorien werden bei den International Emmy Awards Preise verliehen. Nominiert werden nicht-amerikanische Fernsehproduktionen.

„Die Wege des Herrn“ erhielt unter anderem den Preis für die beste Fernsehserie beim Kopenhagen Film Festival 2018. Auch gewannen Ann Eleonora Jørgensen und Lars Mikkelsen jeweils den dänischen Film- und Fernsehpreis Robert für die beste weibliche und männliche Hauptrolle. Regie führte Kaspar Munk. Von Adam Price, Karina Dam und Poul Berg stammt das Drehbuch.

Von: Martina Blatt

Das Wochenmagazin „WirtschaftsWoche“ stellt in seiner aktuellen Ausgabe eine Reihe von evangelischen und katholischen Unternehmern vor, die sich in ihrem Handeln von christlichen Werten leiten lassen.
Diebe stehlen wertvolle Bibel EKD Nachrichten Deutschlandby epd (cached at November 20, 2018, 2:01 am)

Unbekannte sind in der Nacht zum Sonntag in die Neuapostolische Kirche im sächsischen Hoyerswerda eingebrochen und haben eine Bibel im Wert von mehreren hundert Euro erbeutet. Die Heilige Schrift sei im A3-Format gedruckt und habe ein goldfarbene Verzierung, teilte die Polizeidirektion Görlitz am Montag mit. Zudem verursachten die Diebe den Angaben zufolge einen Sachschaden von rund 100 Euro.

Sachsens evangelischer Landesbischof Carsten Rentzing hat an die Christen im Land appelliert, sich stärker in gesellschaftliche Debatten einzubringen und mit Nächstenliebe und Menschlichkeit zu handeln. "Wir wollen uns in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen", sagte Rentzing am Montag zum Abschluss der sächsischen Synodentagung in Dresden.

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Der renommierte britische Künstler Tony Cragg gestaltet mehrere Kirchenfenster für die Dorfkirche in Großbadegast bei Köthen in Sachsen-Anhalt. Das Projekt, das am Montag in der Kirche St. Christophori vorgestellt wurde, ist Teil des Projektes "Lichtungen - zeitgenössische Gasmalerei in Kirchen" und soll ein Beitrag der Evangelischen Landeskirche Anhalts zum anstehenden 100. Gründungsjubiläum des Bauhauses 2019 sein.

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Die evangelische Kirchengemeinde im niedersächsischen Schweringen entwidmet am Mittwoch ihre umstrittene Hakenkreuz-Glocke. Die Predigt in dem Gottesdienst am Buß- und Bettag hält der Geistliche Vizepräsident des Landeskirchenamtes in Hannover, Arend de Vries, wie die Landeskirche am Montag mitteilte.

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Die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, wechselt nach Ablauf ihrer Amtszeit an die Universität Leipzig. Ab 1. September 2019 werde die 61-Jährige dort die Forschungsstelle "Kirchliche Praxis in der DDR. Kirche (sein) in Diktatur und Minderheit" leiten, teilte die mitteldeutsche Kirche am Montag in Magdeburg mit.

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Mit einer Chat-Andacht können Trauernde am Ewigkeitssonntag (25. November) auch im Internet ihrer Verstorbenen gedenken. Neben den Gemeindegottesdiensten, in denen die Namen Verstorbener verlesen und für sie Kerzen angezündet werden, wolle die evangelische Kirche mit einer Chat-Andacht auf der Internetseite www.trauernetz.de auch für all jene Menschen da sein, für die das Internet der Ort zum Trauern ist, teilte die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) am Montag mit.

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Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, hat nach dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche fünf Reformvorschläge veröffentlicht. In einem Gastbeitrag in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag) fordert er "strukturelle Erneuerungen". Unter den Reformvorschlägen ist die Einrichtung einer unabhängigen Kommission "aus kompetenten Frauen und Männern", die die Fortschritte im Kampf gegen den Missbrauch von Schutzbefohlenen in den Diözesen regelmäßig prüfen soll.

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Das Stichwort: Buß- und Bettag EKD Nachrichten Deutschlandby epd (cached at November 19, 2018, 8:01 pm)

Besinnung, kritische Lebensbilanz und Neuorientierung stehen in der evangelischen Kirche am Buß- und Bettag im Mittelpunkt. Begangen wird der Gedenktag am ersten Mittwoch nach dem Volkstrauertag, in diesem Jahr am 21. November. Versagen und Schuld sowie Versäumnisse und Fehlentscheidungen werden vor Gott zur Sprache gebracht. Durch diesen Akt der Befreiung soll zugleich Trost und Hoffnung vermittelt werden.

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Politiker sowie Vertreter der Kirchen und der evangelikalen Bewegung debattieren weiter über den UN-Migrationspakt. Der Vorsitzende der EKD-Kammer für Migration und Integration, der rheinische Präses, Manfred Rekowski, äußerte sich zustimmend zu dem Pakt.

Das medienpädagogische Planspiel „Flucht nach Utopia“ wurde in der Kategorie „Projekte von und mit Kindern“ mit dem Dieter-Baacke-Preis ausgezeichnet. In der alternativen Realität des Spiels lernen Schüler, die Folgen digitaler Technologie zu reflektieren. Das Spiel möchte 10- bis 13-Jährige animieren, kreative Lösungswege für Problemstellungen zu finden. Es geht darum, sich in und mit einer vollautomatisierten Welt auseinanderzusetzen. Neben der Vermittlung von technischen Kenntnissen wie dem Programmieren wollen die Gründer des Projektes Kinder ermutigen, eine aktive Rolle in der Gestaltung einer zukünftigen Gesellschaft zu spielen – auch im Hinblick auf ethische Fragen zur Automatisierung. Der Dieter-Baacke-Preis ist insgesamt mit 12.000 Euro dotiert.

In der Kategorie „Projekte von und mit Jugendlichen“ gewann der „Verein zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit e.V. (VAJA)“. Mit Hilfe einer audiovisuellen Fassadeninstallation haben Geflüchtete und Bremer Jugendliche ihre Gemeinsamkeiten zum Ausdruck gebracht. Die entstandene Videoprojektion zeigt gemeinsame Visionen und Wurzeln. Das Projekt „#rootsnvisions/Wurzeln und Visionen“ soll junge Menschen zusammenbringen.

Preisgekrönte Projekte verbinden Generationen

„Living Legends – memory in motion“ von Moviemiento e.V. ist einer der beiden Preisträger in der Kategorie „interkulturelle und internationale Projekte“. In Filmwerkstätten auf der ganzen Welt sammeln Jugendliche Erzählungen von älteren Menschen. Diese werden dann künstlerisch in Storyboards und Animationsfilmen umgesetzt. Living Legends soll dafür eine digitale Plattform bilden. Der zweite Preisträger ist das Projekt „NeoEnkel“ der Landesarbeitsgemeinschaft Kunst und Medien NRW e.V. Flüchtlinge und Senioren, die mehrere Monate unter einem Dach gelebt haben, tauschten sich in dieser Zeit über ihre Erlebnisse aus. Mit Hilfe von digitalen Bildern auf der einen und analoge Fotoalben auf der anderen Seite konnte eine Brücke zwischen beiden Generationen geschlagen werden.

In einer weiteren Kategorie ging es um Projekte mit besonderem Netzwerkcharakter. Der Gewinner ist „Spielerratgeber-NRW“ der Fachstelle für Jugendmedienkultur. Bereits seit 2005 testen im Rahmen des Projekts Jugendliche digitale Spiele und rezensieren diese. Verschiedene Institutionen wie Jugendhilfe oder Schulen sollen so zusammen arbeiten und die Kritikfähigkeit der jungen Gamer ausbilden.

Die eigene Umgebung wahrnehmen

Kindern mit Hilfe einer App die eigene Stadt näher zu bringen, ist das Ziel von „#stadtsache“. Die Kinder können die App selbst erweitern und mit Fotos oder Tonaufnahmen, beispielsweise von Spielplätzen, ergänzen. Sie sollen lernen, dass das Smartphone mehr als nur eine Spielzeug sein kann und gleichzeitig ihre Umgebung besser wahrnehmen.

Der Dieter-Baacke-Preis ist nach dem früheren Bielefelder Pädagogikprofessor und Vorsitzenden der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) benannt, der 1999 verstarb. Mit dem Preis zeichnen die GMK und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend seit 2001 herausragende medienpädagogische Projekte außerschulischer Träger oder Kooperationen mit Schulen aus.

Weitere ausgezeichnete Projekte gibt es auf der Webseite des Dieter-Baacke-Preises

Von: Martin Schlorke

Migranten dürfen nicht für alle Fehlentwicklungen in Politik und Gesellschaft verantwortlich gemacht werden. Diese Ansicht vertrat die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus.
Gottes Plan für Pakistan? ERF Plus - Aktuell (RSS)(cached at November 19, 2018, 4:01 pm)


© Mathilda Khoo / unsplash.com (Motivbild)

Die katholische Christin Asia Bibi, die jahrelang wegen Gotteslästerung im Gefängnis saß und eigentlich zum Tode verurteilt wurde, ist inzwischen freigesprochen worden. Doch der Zorn der Muslime ist ungebremst und Asia Bibi muss versteckt leben, weil man nach ihrem Leben trachtet. 
Allerdings gibt es noch zahlreiche andere Christen in Pakistan, die momentan unter Verfolgung leiden und jetzt akut um ihre Sicherheit und auch ihr Leben fürchten müssen. In dem 200 Millionen Einwohner zählenden Land ist der Islam Staatsreligion. Die 2,4 bis 3 Millionen Christen machen knapp 2 Prozent der Bevölkerung aus. 

Katja Völkl sprach mit Martin Lessenthin von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte und dem christlichen Menschenrechtsverteidiger Asher Sarfraz aus Lahore in Pakistan über die aktuelle Situation der Christen in Pakistan.


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Die junge Generation verbindet mit dem Internet hauptsächlich Chancen. Aber sie sieht verstärkt auch die Risiken. Persönliche Angriffe, Falschinformationen, eine zunehmende Komplexität und fehlendes technisches Verständnis sorgen für Unbehagen und einen grundlegenden Wandel in der Nutzung und Wahrnehmung sozialer Medien. Das geht aus der repräsentativen U25-Studie hervor, die das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) in Berlin vorgestellt hat.

Digitale Infrastrukturen und Angebote erleichtern den Zugang zu Informationen erheblich, beschleunigen ehemals mühsame Vorgänge und inspirieren zu Neuem. 68 Prozent können sich ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen. Vor vier Jahren lag dieser Wert sogar noch bei 73 Prozent. Das Netz ist aus der Sicht junger Menschen vor allem praktisch. 69 Prozent sagen sogar, dass es sie glücklich macht.

Jeder Fünfte ist „vom Internet genervt“

Gegenüber der Vorgänger-Studie ist auch die Angst vor der Veröffentlichung peinlicher oder intimer Posts (um 18 Prozentpunkte) gestiegen. 16 Prozent mehr Jugendliche haben Angst vor Fake-Profilen, also der Täuschung durch gefälschte Nutzerprofile. 44 Prozent der Befragten nehmen Fake-Profile als eines der größten persönlichen Risiken im Netz wahr.

Bei den 14- bis 17-Jährigen haben drei von zehn Befragten Angst davor internet-süchtig zu werden. Bei der Altersgruppe zwischen 18 und 24 Jahren lag dieser Wert bei 26 Prozent. Sie nehmen das eigene Nutzungsverhalten bereits als problematisch wahr. 64 Prozent haben das Gefühl, im Internet Zeit zu verschwenden; 19 Prozent sind gar vom Internet genervt.

Zahl der Internet-Skeptiker verdoppelt

Die „Generation Internet“ fühlt sich laut der Studie unzureichend auf eine digitale Zukunft vorbereitet. Digitale Kompetenzen eignen sich die Befragten zumeist in Eigenregie an. 41 Prozent der jungen Menschen zwischen 14 und 24 Jahren macht die Vorstellung Angst, dass in Zukunft vieles nur noch über das Internet erledigt werden kann. Damit hat sich diese Zahl gegenüber 2014 fast verdoppelt. Fast die Hälfte der Befragten wünscht sich, dass man in Zukunft weniger online ist.

Die Vorstellung der älteren Generationen, junge Menschen seien qua Geburtsjahr digital kompetent, lehnen 14- bis 24-Jährige entschieden ab. „Digital Native“ zu sein, sei aus ihrer Sicht kein Selbstläufer, sondern erfordere vielfach Kenntnisse und Anstrengungen. An die Sicherheit persönlicher Daten im Internet glauben nur noch 30 Prozent der jungen Generation.

Die Direktorin der Sozialforschung und Studienleiterin beim durchführenden SINUS-Institut, Silke Borgstedt, bilanziert, dass junge Menschen im Gegensatz zur Vorgängerstudie deutlich mehr Risiken bei der Nutzung des Internets wahrnehmen. Viele junge Menschen stellen zudem eine starke „Verrohung“ der Umgangsweisen im Netz fest und verhalten sich entsprechend vorsichtig und zurückhaltend. Zwei Drittel der 14- bis 24-Jährigen nehmen das Internet als Raum wahr, in dem diejenigen, die sich äußern, damit rechnen müssen, beleidigt oder beschimpft zu werden. Für 38 Prozent ist dieser Befund ein Grund dafür, seine eigene Meinung im Internet nicht zu äußern.

Eltern benötigen mehr Transparenz

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey sieht darin ernüchternde Ergebnisse. Wenn keine freie Meinungsäußerung mehr stattfinde, sei das ein erschreckendes Signal. Die junge Generation brauche Unterstützer und Begleiter, um das Internet unbeschwert zu nutzen. Ihr Ministerium arbeite derzeit an einem modernen Jugendmedienschutzgesetz, das Teilhabe, Befähigung und Schutz sichere. Von den Anbietern erwarte sie ausreichende Sicherungs- und Meldesysteme. Eltern benötigten mehr Transparenz darüber, welche Angebote und Apps für ihre Kinder geeignet sind und welche nicht.

Die stellvertretende DIVSI-Direktorin Joanna Schmölz unterstreicht: „Wir müssen uns schon fragen, was es über den Zustand unserer demokratischen Gesellschaft aussagt, wenn junge Menschen ausgerechnet in dem für sie wichtigsten Raum des Austausches aus Angst vor Beleidigungen und ‚Shitstorms‘ aufhören, ihre Meinung zu äußern.“

Von: Johannes Blöcher-Weil

Es fängt bei den Allerkleinsten an: Da gibt es Probleme beim Abstillen oder der Partner ist wenig begeistert davon, dass der Zweijährige noch mit im Elternbett schläft. Dann folgen die gefürchteten Trotzphasen in der Kitazeit. Ist das überstanden, stehen neue Herausforderungen an: Das Kind wird selbstständiger, kommt in die Schule, wird dort aber vielleicht gemobbt. In der Pubertät klappt es mit dem Lernen womöglich gar nicht mehr und Brüllen und Türenknallen sind an der Tagesordnung – sowohl beim Teenie als auch bei den Eltern.

„In jeder Entwicklung von Kindern werden Entwicklungsschritte geleistet und die gehen oft einher mit Entwicklungskrisen“, weiß Regine Jürgens. Sie ist Psychologin und Kinder- und Jugendlichen-Therapeutin und seit 17 Jahren tätig in einer Erziehungs- und Familienberatungsstelle in Berlin. Auf Erziehungsberatung haben Eltern einen gesetzlichen Anspruch, sie wird vom Staat finanziell gefördert. Angeboten wird sie von kommunalen und freien Trägern. Die Beratungsstelle in Berlin-Pankow etwa ist ein Dienst innerhalb der evangelisch-freikirchlichen Immanuel Diakonie.

„Erziehungsberatung“ – das löst bei vielen Müttern und Vätern erstmal eine Abwehrreaktion aus. Ich werde doch wohl noch mit dem eigenen Kind zurechtkommen! In Erziehungsfragen einfach nicht mehr weiterzuwissen, das gibt niemand gerne zu. „Wir alle haben gelernt, dass wir selbstständig sein müssen, dass wir alles hinkriegen, dass wir alles perfekt regeln, dass wir gute und perfekte Eltern sind“, erklärt Jürgens. „Wenn wir das Gefühl haben, wir schaffen das nicht, wir kriegen das nicht hin, ist das einfach ein Thema, das mit Scham behaftet ist.“ Das Tröstliche: Die Eltern, die immer Rat wissen, wird man wohl nicht finden. Und wer den guten Rat anderer nicht im privaten Umfeld bekommt oder eben gerade den Blick von außen auf eine verfahrene Situation braucht, kann sich an eine Beratungsstelle wenden.

Wo Eltern ihre Sorgen abladen können

Das geht ganz unbürokratisch. Bei der Immanuel Beratung melden sich Eltern meist telefonisch und bekommen den ersten Termin. „Wir sind durch das Kinder- und Jugendhilfegesetz angehalten, innerhalb von drei oder vier Wochen den ersten persönlichen Termin zu geben“, erklärt die Beraterin. „Je kleiner die Kinder sind, desto schneller gibt es einen Termin. Wenn wir so schnell nichts anbieten können, schauen wir auch, ob es eine andere Stelle gibt, die ebenfalls gut geeignet ist. Aber meis­tens schaffen wir das innerhalb dieser Zeit.“ Die Beratung ist kostenfrei. „Am Ende der Beratung sagen wir: ‚Wenn Sie zufrieden waren, freuen wir uns über eine Spende‘“, sagt Jürgens, betont aber: „Das ist niemals das Erste, worum es geht.“

Wer zur Beratung kommt, hat die erste innere Abwehr schon überwunden. „Wer herkommt, zeigt, er will sich Zeit nehmen und sich damit beschäftigen“, sagt Jürgens. Oft hilft Eltern schon, dass sich jemand ihre Erziehungsprobleme in Ruhe anhört. „Hier haben sie einen Anlaufpunkt, wo sie mal loswerden können, was alles so anstrengend ist. Und auch mal hören: ‚Meine Güte, Sie leisten aber wirklich viel!‘ Und das, glaube ich, entlastet oft.“ Die Hilfe bei den konkreten Schwierigkeiten sieht dann sehr individuell aus, betont Heike Vauk. Die Psychologin und Therapeutin leitet seit fast zwanzig Jahren die Beratungsstelle in Pankow. „Im Wort ‚Ratschläge‘ steckt das Wort Schläge drin, da sollte man vorsichtig sein“, gibt sie zu bedenken. „Man muss mit den Eltern gemeinsam entwickeln, was zu ihnen und ihren Kindern passt. Da gibt es kein Patentrezept. Man kann sagen: ‚Probieren Sie das mal aus, klappt das – oder klappt das gar nicht, dann müssen wir neue Ideen entwickeln.‘“

Gelassenheit ist ein Schlüsselwort, das stellen die beiden Psychologinnen immer wieder fest. Eltern dürfen sich von dem Anspruch befreien, perfekt sein zu müssen. Zu schnell stehen sie unter dem Druck, das Kind bestmöglich fördern zu wollen, und begeben sich in einen regelrechten Förderstress. „Sie fördern Ihre Kinder im Alltag ständig und ganz nebenbei“, beruhigt Heike Vauk solche Eltern zum Beispiel. „Ich sage ganz oft: ‚Was macht Ihnen denn Spaß, was würden Sie gerne tun?‘ Dann kann man ja schauen: Könnte das dem Kind auch Spaß machen? Eine Mutter war begeisterte Hobbymalerin. Da habe ich gefragt: ‚Haben Sie das denn schon mal mit Ihrem Sohn gemacht?‘ Wenn ich von etwas begeistert bin, kann ich meinen Sohn und meine Tochter meist auch davon begeistern.“

Besserwisserei und Bevormundung haben bei der Beratung keinen Platz

„Die Stärken verstärken“, so nennt es Vauk. Den Blick auf das lenken, was gut ist, und auch mal den Fokus verändern. Gerade Eltern von pubertierenden Kindern kann dieser andere Blick helfen, weiß Jürgens. „Was passiert denn in der Pubertät? Da wird das Gehirn umgebaut, da verstehen wir die Kinder oft gar nicht mehr. Wie ging es Ihnen, als Sie zwölf waren? Da war es so, dass man in der Schule nicht das Richtige anhatte, dass man sich nicht getraut hat, irgendwas zu sagen. Dass alle doof waren oder man selbst sich doof gefühlt hat. Ich frage die Eltern oft: ‚Was glauben Sie, wie geht es Ihrem Kind? Ist das eigentlich zufrieden damit, dass es sich mit Mama anschreit?‘“

Den erhobenen Zeigefinger gibt es in der Beratung nicht. Dennoch können Verhaltensweisen hinterfragt werden. „Nicht im Sinne von: ‚Sie machen etwas falsch‘, sondern: ‚Wie ist es entstanden?‘“, betont Vauk. „Mir ist ganz wichtig, einen wertschätzenden Umgang mit jedem zu haben.“ Dass das gelingt, zeigt der Andrang, den die Beratungsstelle zu verzeichnen hat. Trotz kirchlichem Hintergrund macht nicht nur die klassische Kleinfamilie dort Termine. „Jede Familie ist willkommen, ob das gleichgeschlechtliche Paare oder Adoptionseltern oder Pflegefamilien sind“, betont Leiterin Vauk. Sie selbst gehört zu einer christlichen Gemeinde, ihre Klienten dagegen können evangelisch, katholisch oder muslimisch sein – oder auch mit keiner Religion etwas zu tun haben. „Da bin ich total gelassen und denke: Es geht darum, dass jede Familie sich für sich wohlfühlt.“

Yoga und evangelische Beratungsstelle

„Man lernt sehr viele Lebenswelten kennen und alle sind anders!“, ist Jürgens begeistert. Was den Erfolg der Beratung ausmache, sei, die Leute anzunehmen. Dabei kann es auch mal vorkommen, dass die Chemie nicht stimmt. „Ich habe mal eine Mutter gehabt, der habe ich gesagt, dass ich gerne Yoga mache“, berichtet Jürgens. Diese Mutter wollte daraufhin die Beraterin wechseln – evangelische Beratungsstelle und Yoga ging für sie nicht zusammen. Auch das ist wichtig: Sich wohlzufühlen dort, wo man über seine Probleme spricht. Die Psychologinnen machen deshalb Mut, auch hier die Scheu über Bord zu werfen und zu schauen, was und wer zu einem passt.

Offiziell sind zehn Klientenkontakte vorgesehen. In der Praxis heißt das: „Mit dem einen kann man dreißig Kontakte haben, mit dem anderen nur drei“, so Heike Vauk. „Das ist der Vorteil, hier zu arbeiten. Man muss keine Anträge ausfüllen, dass so und so viele Sitzungen bezahlt werden. Die Leute können einfach kommen. Bei manchen hat sich die Sache nach drei Terminen erledigt, die kommen dann auch nicht wieder. Dann gibt es wieder längere Prozesse bis zu ein oder anderthalb Jahren. Und es gibt Eltern, die gute Erfahrungen gemacht haben und nach einem Jahr mit einem anderen Thema wiederkommen.“

Hier erhalten Eltern Hilfe:

Die Beratungsstelle in Berlin-Pankow ist nur eine von vielen Einrichtungen unter dem Dach der Diakonie Deutschland. Der Wohlfahrtsverband der Evangelischen Kirchen zeigt auf seiner Homepage die Beratungsstellen per Deutschlandkarte an: hilfe.diakonie.de/hilfe-vor-ort/erziehungsberatung-und-familienberatung

Auch der katholische Caritasverband bietet bundesweit Erziehungs- und Familienberatung an: caritas.de/hilfeundberatung/ratgeber/familie/ueberforderteeltern/erziehungs-und-familienberatung

Beim Kinderschutzbund gibt es ein kostenfreies Elterntelefon. Unter 0800 111 0 550 sind von Montag bis Freitag 9–11 Uhr und Dienstag und Donnerstag 17–19 Uhr ausgebildete Berater und Beraterinnen zu erreichen. nummergegenkummer.de/elterntelefon.html

Der Kinderschutzbund hilft auch bei der Suche nach Beratungsstellen vor Ort. dksb.de/de/fuer-eltern

Auf der Website der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung können Eltern mit der Beratungsstellen-Suche eine passende Einrichtung in der Nähe finden: bke.de

Daneben sind auch die jeweils zuständigen Jugendämter Ansprechpartner für Erziehungs- und Familienberatung.

Von: Christina Bachmann


© Oliver Jeske / ERF Medien

Eine Kirche wird gesprengt. Die Gemeindeglieder retten das Uhrwerk des Kirchturms. Das ist geschehen im Jahr 1985 an der Versöhnungskirche auf dem Todesstreifen der Berliner Mauer. Jetzt soll das Uhrwerk wieder ticken – und so zu einer „Zeitzeugin“ der besonderen Art werden. Zum 125. Gründungsjubiläum der Versöhnungsgemeinde im August 2019 ist im Haus der Diakonie Deutschland -Brot für die Welt  in Berlin die feierliche Wiederinbetriebnahme der ehemaligen Turmuhr als „Uhr der Versöhnung“ geplant. Oliver Jeske hat die Initiatoren getroffen.

Details zur Realisierung und Finanzierung finden Sie hier.


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Wundern und Staunen lernen ERF Plus - Aktuell (RSS)(cached at November 19, 2018, 2:01 am)


© Regina König / ERF Medien

Zum Wundern und Staunen braucht es nicht immer besonders spektakuläre Erlebnisse. Diese Erfahrung macht Eva Mempel aus Jena. Seit  fast 40 Jahren praktiziert sie als Orthopädin und ist immer wieder fasziniert vom „Wunderwerk Mensch“. Regina König hat einen Blick in ihren Praxisalltag geworfen. 

 

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Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat die Forschungsergebnisse zum sexuellen Missbrauch durch kirchliche Mitarbeiter als "Weckruf" bezeichnet. Bei der Prävention dürfe man nun "nicht nachlassen und wieder in den alten Trott verfallen", mahnte der Erzbischof von München und Freising am Sonntag bei einem Gottesdienst zum Gedenktag für Opfer sexuellen Missbrauchs. Dazu brauche die katholische Kirche die Unterstützung von Gesellschaft, Wissenschaft und Öffentlichkeit, sagte er in München laut einer Mitteilung seiner Diözese.

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Groden-Kranich, geboren 1965 in Mainz, ist Mitglied der Kolpingsfamilie Mainz-Zentral. Im Bundestag ist sie Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie im Ausschuss für Angelegenheiten der Europäischen Union.

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Die Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York hat an einem einzigen Tag neun Anti-Israel-Resolutionen verabschiedet. Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung wurden die Beschlüsse am 16. November innerhalb von 40 Minuten gefasst.
Familien klagen zu Recht über hohe finanzielle Belastungen. Sie werden in den Sozialversicherungen gegenüber Kinderlosen stark benachteiligt, so die „Welt am Sonntag“. Sollen Kinderlose mehr in die Pflege- und Rentenversicherung einzahlen, wie es Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fordert?

Seine große Liebe ist aus Holz und über 300 Jahre alt: Die Stradivari „Lady Inchiquin“ ist die Stimme des Star-Geigers Frank Peter Zimmermann. Zwei Jahre lang musste er wegen der Insolvenz der Eigentümerin, der West-LB, auf das Sechs-Millionen-Instrument verzichten. Der Dokumentarfilm begleitet den gefeierten Solisten bei der Wiederannäherung an seine verloren geglaubte Liebe. „Das ist doch meine Stimme! Jetzt habe ich sie wieder“, sagt Zimmermann, als er die Geige endlich wieder in Händen hält. Wie aber entsteht eine solche Stimme, wie erschafft man den perfekten Klang?

Der weltbekannte Landsberger Geigenbauer Martin Schleske bezeichnet seine Werke als Klangskulptur. Für ihn ist es eine existenzielle Erfahrung, wenn aus einem Baum eine Geige, aus Material schließlich Musik wird. „Es geht darum, dem Musiker mit meinem Instrument seine Stimme zu geben“, beschreibt Schleske seine Berufung.

„Instrumente zu bauen, ist eine Art Gottesdienst“

Eng miteinander verwoben werden in der Dokumentation „Die Seele der Geige“ zwei Geschichten vom Suchen und Finden des perfekten Klangs am Sonntagabend 23.35 Uhr auf Arte erzählt. Virtuose Konzertszenen, persönliche Interviews und außergewöhnlich nahe Einblicke in das Geigenbau-Atelier zeichnen das Porträt eines Instruments zwischen Mythos und Messbarkeit, zwischen Tradition und Innovation. Es ist gleichzeitig ein Doppelporträt des Geigers Zimmermann und des Geigenbauers Schleske, und zeigt deren Seelenleben auf besondere Weise.

Schleske sagte in einem früheren pro-Interview, dass die einzige und letzte Frage, die uns Gott stellen werde, laute: Wie haben wir mit dem, was wir tun, unsere Liebe der Welt gezeigt? „Da kommen wir im Tiefsten zu dem, wer wir sind, und an unsere Berufung. Ich glaube, das ist auch die einzige Frage, die vor Gott zählt. Deswegen ist es für mich eine Art von Gottesdienst, Instrumente zu bauen.“

Schleske im Interview mit dem Christlichen Medienmagazin pro

Von: Martina Blatt

Gott ist echt. Gott liebt dich. Gott möchte das Beste für dich. Glaube das – ich tue es“, sagt der Hollywood-Schauspieler Chris Pratt auf der Bühne der MTV Movie Awards. Es sind ungewöhnliche Worte, die der Star von Blockbustern wie „Guardians of the Galaxy“ und „Jurassic World“ bei der ansonsten eher oberflächlichen und inhaltslosen Feier der Eitelkeiten predigt. Die Botschaft verpackt der 29-Jährige geschickt zwischen zwei eher humorig gemeinte Tipps, die sich um das Verabreichen von Hundemedizin in Burger-Form und das richtige Aufs-Klo-gehen drehen. Pratt hat gerade den Generationspreis für seinen bemerkenswerten Beitrag zur Film- und Fernsehgeschichte erhalten. In den neun Lebensregeln seiner Rede, die sich an die nächste Generation richten, sagt er auch: „Lerne zu beten! Es ist einfach und so gut für deine Seele!“

Der Aufstieg von Pratt zu einem der bestbezahlten und populärsten Kinostars der Welt verlief recht ungewöhnlich. Erst war er Vertreter, lebte dann mittellos in einem kleinen Bus am Strand von Hawaii, bis ihn jemand mit in die Kirche nahm. Pratt glaubt, dass ihm der Weg in die erste Riege der Hollywood-Schauspieler von Gott vorherbestimmt war, wie er dem amerikanischen Magazin Vanity Fair erzählte.

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Pratt bekannt als eher knuffiger, fast nerdiger Zeitgenosse in der TV-Serie „Parks and Recreation“ im Jahr 2009. Er spielte in der Serie um ein Grünflächenamt einen Charakter, der von seiner Freundin abserviert wird und fortan in einem Bauloch hinter ihrem Haus lebt, um sie zurückzugewinnen. Damals war noch nicht zu erahnen, dass aus diesem pausbackigen Antihelden einmal ein durchtrainierter Actionstar werden sollte, der in einigen der erfolgreichsten Hollywoodfilmen aller Zeiten die Hauptrolle spielt.

Pratts Vater war Bergarbeiter. Je nach Job zog die Familie deshalb viel in den USA umher. Der Bruder des Hollywoodstars brachte ihn an der Highschool zum Theater. Der Vater starb an den Folgen von Multipler Sklerose, welche er jahrelang nicht behandeln ließ, weil er die Krankheit nicht akzeptieren wollte. Pratts Mutter arbeitete in einem Supermarkt. Die Pratts konnten ihr Haus nicht mehr finanieren und zogen in ein Wohnmobil. Um Geld zu verdienen, suchte sich Pratt einen Job.

An den Haustüren verkaufte er Coupons für Ölwechsel oder Urlaube. „Ich konnte das sehr gut“, erzählt er. Immer wieder genau das Gleiche vorzutragen und sich selbst präsentieren zu müssen, empfindet er in der Rückschau als perfekte Vorbereitung für seine Schauspielkarriere. Vor allem das Vorsprechen und die regelmäßige Ablehnung durch Kunden habe ihn gestählt. „Unter anderem deswegen glaube ich an Gott und das Göttliche“, sagt Pratt. Es habe sich so angefühlt, als stecke ein großer Plan hinter seinen teils beschwerlichen Lebensstationen.

Gemeinsames Gebet mit Journalisten

Ein Schulfreund lud Pratt in einer persönlichen Krise nach Hawaii ein, schenkte ihm das Flugticket. Dort schlug er sich mit Kellner-Jobs durch, lebte am Strand in einem kleinen Bus und fühlte sich ziemlich verloren. Als er vor einem Supermarkt saß und auf Freunde wartete, sprach ihn ein älterer, asiatisch aussehender Mann an.

„Jesus hat mir gesagt, dass ich dich ansprechen soll“, sagte der Fremde. Pratt hatte gegen seinen Impuls, misstrauisch zu sein, das Gefühl, dem Mann folgen zu müssen. Zusammen gingen sie zu einer Kirche. In den folgenden Tagen beschloss Pratt, sein Leben zu ändern. Kurz darauf entdeckte ihn eine Schauspielerin bei einem Kellner-Job im Restaurant, holte ihn nach Los Angeles, wo er dann einen Fuß in die Filmindustrie bekam.

Pratt glaubt seit seiner Begegnung auf Hawaii an Jesus. Journalisten, die ihn zu Hause besuchen, bittet er gelegentlich vor dem Essen, sich hinzuknien, ihm die Hände zu geben und mit ihm zu beten. Er danke Gott so für das Essen und das Leben.

Ungewöhnlichen Weg für Hollywoodstars

Pratt war mit der Hollywood-Schauspielerin Anna Faris („Smiley Face“, „The Hot Chick“) verheiratet. Sie haben einen sechsjährigen Sohn, der Jack heißt. Als Jack geboren wurde, kam er neun Wochen früher als ge­plant auf die Welt. Seinen ersten Monat verbrachte er auf der Intensivstation für Neugeborene. In dieser dunklen Zeit gab der Glaube dem Schauspieler und seiner Frau Halt. „Wir haben sehr viel gebetet“, sagt Pratt. Nicht, dass es eine Bestätigung seines Glaubens gebraucht hätte, sagt er. Aber diese Situation habe das Verhältnis zu Gott nochmals neu definiert. Ärzte sagten den Eltern voraus, dass Jack ein Leben lang mit Behinderungen zu tun haben würde. Aber Gott habe ihren Sohn geheilt.

2017 trennte sich das Paar nach acht Jahren Ehe. Wenn es nach Gott geht, sollten Ehen ein Leben lang halten. Für Hollywood-Verhältnisse sind schon acht Jahre eine halbe Ewigkeit. Die dann folgenden Schlagzeilen sind wiederum bezeichnend für den gläubigen Christen Pratt. Die Boulevardzeitschriften berichten im Juni von Dates mit Arnold Schwarzeneggers Tochter Katherine. Die Geschichte ist für die Presse nicht nur spannend, weil es zwei berühmte Menschen sind. Denn Pratt und die ebenfalls gläubige 28-Jährige sollen sich versprochen haben, mit dem ersten Sex bis zur Hochzeitsnacht zu warten. Pratt bleibt seinem für Hollywoodstars eher ungewöhnlichen Weg treu.

Dieser Text erschien in der Ausgabe 5/2018 des Christlichen Medienmagazins pro. Bestellen Sie pro kostenlos und unverbindlich unter 06441/915-151, per E-Mail an info@pro-medienmagazin.de oder online hier.

Von: Michael Müller

Der Missbrauchsbeauftragte der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Stephan Ackermann, hat den Umgang mancher Bischofskollegen mit der Missbrauchsstudie seiner Kirche kritisiert. "Man hat das Thema offensichtlich nicht in allen Diözesen so prioritär behandelt, wie es erforderlich gewesen wäre", beklagte Ackermann im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" (Ausgabe vom 17. November): "Wenn ein Bischof die Thematik nicht zur Chefsache erklärt, bleibt die Umsetzung schwierig."

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Die evangelische Kirche muss stärker auf Nichtkirchenmitglieder zugehen. Diese Ansicht vertrat der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Carsten Rentzing, am 17. November vor der Landessynode in Dresden.