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© Kirchenkreis Weimar
Lichtskulptur Feiningerkirche (Foto: Candy Welz / Weimar-GmbH)
Lichtskulptur Feiningerkirche (Foto: Candy Welz / Weimar-GmbH)

Vielleicht haben Sie Pfingsten im Stau auf der Autobahn verbracht, um sich darüber zu ärgern, dass es nur mühselig vorwärts geht. Für solche Fälle ist es gut, dass es die sogenannten Autobahnkirchen gibt. Statt sich zu ärgern oder in einer überfüllten Raststätte Station zu machen, lieber dem weißen Kirchensymbol auf blauen Grund folgen und eine der über 40 Autobahnkirchen entlang deutscher Autobahnen aufsuchen, zum Ausspannen oder zum Beten. Regina König hat für uns die Autobahnkirche Gelmeroda besucht, eigentlich die Dorfkirche von Gelmeroda bei Weimar an der A 4, und hat festgestellt – dort machen nicht nur Urlauber Station, sondern auch Berufspendler, die wochentags von ihren Familien getrennt sind.


Bericht über Deutschlands Autobahnkirchen

 


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Die Bischöfe in Deutschland haben die verbindende Kraft des Pfingstfestes betont und zu Offenheit für andere Kulturen aufgerufen. Der Ratsvorsitzende der Evangelische Kirchen in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete das Kreuz als zentrales Identitätssymbol. Für Christen sei das Kreuz nicht Gegenstand des Streites unterschiedlicher politischer Überzeugungen, sondern "das Zeichen unseres Herrn und Heilands Jesus Christus", sagte der bayerische evangelische Landesbischof am Pfingstsonntag in München.

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Das Pfingstjugendtreffen in Aidlingen riecht nach frischem Gras. Es schmeckt nach Apfelzuckerwatte und Kartoffelsalat mit Würstchen. Etwas nass und matschig hat es sich am vergangenen Wochenende angefühlt, weil das Wetter durchwachsen war, bis am Pfingstmontag die Sonne herauskam. Noch mehr fühlte es sich aber wie ein großes Familientreffen und Gemeinschaftserlebnis mit Ferienlageratmosphäre an. Tausende junge Menschen sind auf das Gelände des Diakonissenhauses der württembergischen Kleinstadt gepilgert, haben Zelte aufgeschlagen oder in benachbarten Schulen genächtigt, um gemeinsam Pfingsten zu feiern. Das Motto des Treffens vom 19. bis 21. Mai lautete: „Im Auftrag seiner Majestät“.

Seit mehr als 70 Jahren veranstaltet das Diakonissenmutterhaus Aidlingen dieses Treffen. In ihrer einheitlichen Tracht mit den weißen Hauben sehen die evangelischen Schwestern oberflächlich betrachtet nicht so aus, als wäre ihr Haus die erste Adresse, wo junge Menschen ihre Wochenenden verbringen würden. Tatsächlich aber haben sie an diesen drei Tagen ein hochattraktives Programm für Jugendliche zusammengestellt.

Unterbringung von 3.500 Jesus-Fans

Das beginnt mit dem abenteuerlichen Übernachtungsangebot. Das Gelände beim Diakonissenmutterhaus wird kurzerhand zur Zeltstadt umfunktioniert. Während die Jungen und Männer – eingeladen sind Teilnehmer von 14 bis 30 Jahre – in den Zelten übernachten, haben Mädchen und Frauen Schlafmöglichkeiten in Schulen und Hallen in der Umgebung. Ungefähr 3.500 Teilnehmer sind so untergebracht. Hinzukommen noch die Tagesgäste. Es ist ein Schauspiel, wenn die Schwestern auf der Essenswiese selbstgebackene Hefezöpfe oder Kartoffelsalat mit Würstchen an die Tausenden Jugendlichen verteilen und alles ganz entspannt und rücksichtsvoll abläuft.

Birgit und Rebekka kommen beide aus der Gemeinde Zaberfeld bei Heilbronn. Birgit besuchte das Pfingstjugendtreffen vor 26 Jahren das erste Mal. Sie schwärmt davon, wie sich ihr Gemeindechor früher privat auf einem Hof einmietete. Das seien die intensivsten und schönsten Erfahrungen gewesen, weil diese Wochenenden die innere Gemeinschaft der Gruppe ungemein gestärkt hätten. Rebekka hat einen Tagespass: „Wenn man das ganze Wochenende da ist, ist es eine völlig andere Erfahrung.“ Es sei wie ein großes Familientreffen, bei dem man die Gelegenheit hat, auch mit geliebten Menschen zu sprechen, die man das ganze Jahr nicht gesehen habe. Obwohl sie sich Essen für den Tag eingepackt hat, plant sie, der Essenswiese einen Besuch abzustatten und mit den anderen in der Reihe zu stehen: „Das gehört einfach dazu.“ Sie bewundert die Seelenruhe, mit der die Schwestern das Essen ausgeben. Noch beeindruckender sei die Logistik, mit der die Hefezöpfe im Vorfeld gebacken werden.

Ansteckende, rauschhafte Zelt-Atmosphäre

Im Hauptzelt finden rund um die Uhr die spannendsten Veranstaltungen statt: Neben den Gottesdiensten, Anbetungskonzerten und Seminaren, die auch alle live im Internet übertragen werden, gibt es sogar einen Zauberer. Mr. Joy wirkt erst etwas unbeholfen. Glaubt er wirklich 15-jährige Teenager mit Kartenspieltricks begeistern zu können? Umso länger seine Zaubershow aber geht, umso spektakulärer werden seine Tricks. Der Satz „Du kannst nicht tiefer fallen als nur in Gottes Hand“ findet hier eine feurige Entsprechung, als er für seine wagemutige Einrad-Nummer ein kleines Mädchen und zwei junge Männer auf die Bühne bittet und dazu drei Fackeln entzündet. Es ist aber vor allem die positiv aufgeregte Atmosphäre selbst, welche die jungen Zuschauer untereinander generieren, die im Zelt ansteckend ist. Abwechselnd stehen Jungen- und Mädchengruppen auf und tauschen Halleluja-Sprechchöre aus. Wird jemand auf der Bühne als einer der ihren erkannt – und das ist natürlich regelmäßig der Fall – gibt es freudiges Geschrei oder spontanen Beifall.

Deswegen gilt es für das Hauptzelt, frühzeitig zu den Veranstaltungen da zu sein. Es gibt eine eigene Kartographie für besetzte Plätze: Hochoffiziell werden Bänke mit Zetteln beklebt, auf denen Gruppennamen stehen; es gibt Menschen, die sehr früh kommen und Plätze stundenlang für ihre Freunde freihalten; beliebt ist auch die sehr deutsche Tradition des Reservierens durch einen Gegenstand. In Aidlingen werden dafür nicht Handtücher, sondern Wolldecken verwendet. „Irgendwo dazwischen quetschen kann man sich aber immer“, lautet der Tipp eines freundlichen Teilnehmers. Es gibt eine kleine Tribüne außerhalb des Zeltes auf der einen Seite. Auf der gegenüberliegenden Seite wird auf einer größeren Leinwand Public Viewing gemacht. Das Live-Signal wird auch in ein weiteres kleineres Zelt und den Saal des Diakonissenhauses übertragen. Aber das ist irgendwie nicht dasselbe.

Wie Aidlingen dem Regen trotzt

Am Pfingstsonntag regnet es unentwegt. Der Boden ist mittlerweile mehr Matsch als Erde. In der Apostelgeschichte heißt es zwar bekanntlich, dass ein Brausen wie ein heftiger Sturm über die Jünger hernieder ging. In der Praxis bedeutet der Regen aber nasse Sachen und Schuhwerk, das sich in Erdklumpen verwandelt. Die Menschen suchen verstärkt die Zelte und Säle des Pfingstjugendtreffens auf. Schnell sind die Kapazitäten erschöpft. Aber als der Referent Lukas Herbst im Saal des Mutterhauses darüber zu reden beginnt, wie die Teilnehmer ihre persönliche Berufung von Gott entdecken und leben können, geben sie nicht einfach auf.

Sie machen es sich vor den Türen bequem, schaffen Sitzgelegenheiten herbei oder setzen sich auf den Boden. Über den Lautsprecher hören sie Herbst von seiner zweijährigen Tochter erzählen und schmunzeln darüber, dass bei ihr die Worte „Rucksack“ und „Kuchen“ noch ziemlich ähnlich klingen. „Ich finde meine Tochter perfekt“, sagt Herbst: „Gott findet dich perfekt. Aber du sollst noch einen Weg gehen und mit ihm eine Entwicklung durchmachen.“ Was den Menschen vom Tier unterscheide, sei, dass er über sein Zukunft nachdenken und planen könne.

Erfahrene Teilnehmerinnen wie Schwester Christa Weik wissen für Aidlingen, das Regenwetter richtig einzuschätzen. Es sei kein Vergleich zur Schlammschlacht 1983, erzählt sie. Durch das Wetter seien die Zelte und Seminare damals rappelvoll gewesen. Die vielen Rückmeldungen der Besucher seien ein Segen gewesen. „Es gibt kein schlechtes Wetter für das Pfingstjugendtreffen“, stellt Weik lächelnd fest. Sonntagabend, nach der letzten Veranstaltung des Tages, haben sie auf der Essenswiese ein großes Leuchtkreuz angemacht. Sie steht als Seelsorgerin mit einer LED-Laterne dabei. Tagsüber ist sie bei den sogenannten T-Punkten zu finden, die auf dem gesamten Gelände verteilt sind. Das T steht für „Time to Talk“ (Zeit zum Reden). Wenn sie jetzt ihre Laterne hinstellt, wissen die Menschen, dass sie gerade Seelsorge betreibt.

Gott ist das Geheimrezept

Weik erzählt auch, dass einige der Erwachsenen, die auf dem Pfingstjugendtreffen heute mit ihren Kindern unterwegs sind, sich hier in Aidlingen kennengelernt haben. Es gibt also eine große Tradition sowie ein allgemeines Zusammengehörigkeitsgefühl – auch unter den zahlreichen Besuchern, die zum ersten Mal dabei sind. Dass es dazu vegetarisches Essen, eine Handyladestation, wieder auffüllbare Plastikflaschen für die Getränke und ein engagiertes Social-Media-Team gibt, dass das Pfingstjugendtreffen zeitgemäß ins Internet bringt, sind nur Bausteine des gesamten Projekts. So sieht es jedenfalls Schwester Caroline Hornberger, welche die Presseabteilung des Diakonissenmutterhauses leitet.

Am Sonntag seien es trotz des Regenwetters rund 6.700 Teilnehmer beim Pfingstjugendtreffen gewesen. Hornberger fand es tapfer, wie die Jugendlichen unter ihren Regenschirmen ausgehalten haben: „Wir sind immer wieder beeindruckt, wie interessiert sie den Predigten und Seminaren zuhören.“ Es gebe auch ein reges Interesse, die Predigten nach den Veranstaltungen nochmal als Audiodatei von der Webseite herunterzuladen.

Auf ein Geheimrezept für die generell gute Resonanz für das Treffen angesprochen, sagt sie, dass die Schwestern und die Freunde des Diakonissenmutterhauses sehr viel beten: „Es gibt keine bestimmte Methode, sondern nur Gottes Wirken.“ Trotz der großen Anzahl der Besucher versuchen die Schwestern, die Veranstaltung persönlich zu gestalten. Da wird auch schon mal mit einer Zahnbürste ausgeholfen, wenn die vergessen wurde. „Manche Jugendliche sagen, das Treffen ist, wie nach Hause zu kommen“, erzählt Hornberger. Besonders wertvoll findet sie bei der Organisation die Einbindung der ehrenamtlichen Mitarbeiter: „So bekommen die Begabungen, die Gott schenkt, ihren Raum.“

Von: Michael Müller

Rund 11.000 Menschen kamen dieses Jahr in Baden-Württemberg zu den traditionsreichen Pfingsttreffen des Diakonissenmutterhauses Aidlingen und der Liebenzeller Mission. Im Mittelpunkt stand die Weitergabe des christlichen Glaubens durch eigenes Verhalten, wie die Veranstalter mitteilten.

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Die weltweite Dimension des christlichen Glaubens prägte das diesjährige Pfingstmissionsfest der Liebenzeller Mission. Dazu versammelten sich am 20. Mai rund 4.300 Besucher in Bad Liebenzell.
Deutschland braucht ein neues mutiges Bekenntnis zum christlichen Glauben. Diese Ansicht vertrat der Leiter des Europäischen Instituts für Migration, Integration und Islamthemen, Yassir Eric, auf der Pfingsttagung des CVJM.

Gegen die vom Bundesinnenministerium geplanten Anker-Zentren regt sich auch Widerstand in der evangelischen Kirche. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland lehnt die Einrichtungen zur Unterbringung von Flüchtlingen ab. Das Ziel, in Asylverfahren schneller entscheiden zu können, lasse sich so nicht erreichen, sagte die Migrationsbeauftragte der Landeskirche, Cordula Haase, dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Erfurt.

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Papst Franziskus hat die anhaltende Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern beklagt. Vor dem Hintergrund der jüngsten Eskalation erinnerte er bei der Pfingstmesse am Sonntag im römischen Petersdom an Gaza. "Was für einen traurigen Klang dieser Name heute hat", sagte er unter Anspielung auf Dutzende Todesopfer bei Palästinenserprotesten gegen die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem. Franziskus äußerte zugleich die Hoffnung, dass der Geist Gottes die Herzen und die Verhältnisse verändern und Frieden ins Heilige Land bringen möge.

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Unter den Opfern des Flugzeugabsturzes des 19. Mai auf Kuba befinden sich neun evangelikale Pastoren und ihre Ehefrauen. Das berichtet das Internet-Magazin Evangelical Focus.
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) verweigert derzeit fast allen Konvertiten die Anerkennung als Asylanten. Das sei ein Skandal, kritisiert der stellvertretende Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz, Thomas Schirrmacher.

Der Jesuiten-Pater Claus Pfuff wird im Juni neuer Direktor des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes Deutschland. Pfuff folgt auf Pater Frido Pflüger, der nach sechs Jahren an der Spitze der Hilfsorganisation wieder zum Jesuiten-Flüchtlingsdienst nach Uganda zurückkehrt, teilte die Organisation am Samstag in Berlin mit. Die Einführung Pfuffs und Verabschiedung seines Vorgängers erfolgt demnach am 11. Juni in einem Gottesdienst in Berlin.

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Kurz vor dem 69. Jahrestag der Verkündung des Grundgesetzes hat der Berliner Bischof Markus Dröge den Gottesbezug in der deutschen Verfassung verteidigt. "Den Müttern und Vätern des Grundgesetzes war kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges in deutlicher Erinnerung, wie ein Staat mit Gesetzen größtes Unrecht legitimieren kann", sagte Dröge am Samstag im RBB-Radio. Viele der Täter hätten keinerlei Unrechtsbewusstsein gezeigt. "Aus dieser bitteren Erkenntnis ist Gott in die Präambel des Grundgesetzes aufgenommen worden", sagte Dröge.

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Frauen in edlen, dunklen Roben mit wallenden Röcken, in Netzstrumpfhosen und knappen Hot Pants, Männer mit Zylinder und elegantem Gehstock, in schwarzem Ledermantel, in Uniformen – oder auch im Lackkorsett: Am Pfingstwochenende reisen Fans der Schwarzen und Alternativen Szene zum 27. Wave-Gotik-Treffen (WGT) nach Leipzig. Viel läuft hier nach dem Motto: „Sehen und gesehen werden.“ Die Organisatoren erwarten noch bis Montag rund 20.000 Besucher.

Das Festival lockt mit „allen Arten von dunkler Musik“, erklären die Veranstalter – das geht von Gothic, Electronic Body Music, Apocalyptic Folk bis hin zu Postpunk und Synthpop. An 50 Orten, über die ganze Stadt verteilt, treten 200 Bands und Künstler auf. Das viertägige Festival erweckt ein bisschen den Eindruck eines riesigen Familientreffens. Unter den tausenden Besuchern ist auch Milan Klein mit seinem Projekt „Grace and Truth“ (Gnade und Wahrheit). Er will den Menschen vom Evangelium berichten. Der Christ war früher selbst in der Szene unterwegs, hörte viel Metal- und Gothic-Musik. „Die Musik war alles für mich, sie war meine Identität.“

Klein war auf der Suche nach Annahme und Liebe - und suchte dies in der Musik und den Texten, in denen es auch immer wieder um den Tod geht. Er setzte sich mit der Frage auseinander, was passieren würde, wenn er stirbt. Um seinen innerlichen Schmerz zu betäuben, verletzte er sich selbst.

„Als Christ habe ich Einfluss auf die Gesellschaft, wenn ich meine Geschichte erzähle.“ Milan Klein

Irgendwann landete er in einem Gottesdienst und fand in der Gemeinde eine ältere Dame, die sich „wie eine Mutti“ um ihn kümmerte. Sie respektierte ihn, so wie er war. Irgendwann sagte sie zu ihm, was wäre, wenn Gott ihn fragt, alles Schwarze, die Musik und die Kleidung, wegzuschmeißen, weil er das bei Gott nicht brauche. Klein, der Sohn eines Pastors ist, war davon berührt, machte einen Schnitt und warf CDs und Klamotten weg. Er richtete sein Leben neu an Jesus aus, nahm an Missionseinsätzen teil und machte eine Jüngerschaftsschule. Bei den Einsätzen wurde er mit seiner Schüchternheit und Introvertiertheit konfrontiert und herausgefordert.

Er merkte aber auch: „Als Christ habe ich Einfluss auf die Gesellschaft, wenn ich meine Geschichte erzähle.“ Er könne Menschen berühren, indem er berichtet, wie liebend er Gott erlebt habe. Er erfuhr, dass bei Metal-Festivals Bibeln verteilt werden und organisierte sich spezielle „Metal Bibeln“ für Einsätze vor Berliner Clubs.

2016 war Klein mit der christlichen Organisation „European Initiative“ auf dem WGT in Leipzig unterwegs. Gründer Jeff Serio und sein Team sprechen mit den Festivalbesuchern über ihre Weltsicht und ihren Glauben, reden auch über Jesus. Serio erklärte am Freitag beim WGT gegenüber pro: „Es gibt eine extreme Offenheit von den Besuchern da, ins Gespräch zu kommen.“ Vergangenes Jahr hätten sich bei dem Einsatz vier Personen zum Glauben an Jesus bekehrt.

Dieses Engagement begeisterte Klein und er beschloss, 2017 mit einem eigenen Stand auf dem Festival in Leipzig präsent zu sein. Auch dieses Jahr ist er mit seinem kleinen Team wieder in Leipzig in der Agra-Halle, in der viele wichtige Händler aus der Gothic-Szene ihre Stände haben. Die Gebühren finanziert er durch Geldgeschenke. An dem Stand verteilt das Team eigens für das Festival gedruckte „Gothic Bibeln“, kommt mit den Besuchern ins Gespräch über den Glauben und betet auf Wunsch mit ihnen. Auch verschenken sie Bücher von Angelo Nero, einem Autor, der Satanist war und sich zum Glauben an Jesus bekehrt hat. Nero hat auch einen Stand auf dem WGT.

Klein erklärte pro am Freitag in Leipzig: „Uns ist es nicht wichtig, wie viele Bücher wir weggeben. Uns geht es darum, mit den Menschen in Kontakt zu kommen.“ Schmissen die Standbesucher die Bücher im Anschluss weg, hätten sie zumindest Kontakt mit dem Evangelium und Christen gehabt, sagt der Gründer von „Grace and Truth“.

Er wünscht sich mehr Festivals wie das WGT, denn es sei normalerweise schwer, an einem Sonntagmorgen 20.000 Menschen zu versammeln. Klein wisse aber auch, dass es viele Christen gebe, die dafür beteten, dass dieses Festival kaputt gehe. Er wolle aber trotzdem die Möglichkeit nutzen, auf Festivals wie diesem mit den Besuchern in Kontakt zu kommen.

Hunger nach Spirituellem

Dieses Jahr macht er mit seiner kleinen Organisation eine Festivaltour und ist noch auf weiteren Events in Deutschland und Österreich unterwegs. Er wünscht sich zukünftig Projekte für ganz Europa und Interessierte, die sich in sein Team einbringen. Kleins Ziel mit dem Stand sei es, dass Menschen zum christlichen Glauben kommen, aber auch Christen die Angst vor dieser Szene zu nehmen und sie zum Evangelisieren – auch auf solchen Festivals – zu bewegen.

„Jesus hat uns berufen, seine Botschaft zu verkünden, egal in welchem Umfeld wir uns befinden“, erklärt Klein. „In der Szene spürst du den Hunger nach Spirituellem.“ Hinter dem Namen „Grace and Truth“ stehe, „Menschen unabhängig von ihrer Einstellung und ihrem Aussehen in Gnade zu begegnen“. Das habe bereits Jesus getan, der sich mit Zöllnern und Prostituierten traf, und damit Aufsehen in der jüdischen Gesellschaft erregte. „Truth“ stehe für Folgendes: „Wir glauben an die ganze Wahrheit der Bibel. Nur diese Wahrheit bringt Menschen zu Gott.“ Klein bezieht Position: „So gnädig wie wir sind, so klar wollen wir sein.“ Er ist noch bis Montagabend 22 Uhr in der Agra-Halle auf dem Festivalgelände vor Ort.

Gemeinsamkeiten zwischen Gothics und Christen

Zudem organisieren dieses Jahr wieder Christen aufwendige gestaltete Gottesdienste im Rahmen des Wave-Gotik-Festivals zu Pfingstsonntag. Das Projekt unter dem Namen „Gothic Christ“ öffnet die Peterskirche um 15.30 Uhr die Türen. „Entflammt“ heißt das diesjährige Motto. Die Organisatoren sagen: „Der Name ,Gothic Christ‘ – gotischer Christus – soll verdeutlichen, dass es viele Gemeinsamkeiten gibt zwischen dem, was Jesus Christus gesagt hat, und dem Lebensgefühl von Gothics.“ Beide Gruppen, Christen und Gothics, glaubten nicht daran, „dass es gut ist, den Tod so weit wie möglich aus dem alltäglichen Bewusstsein zu verdrängen“. Und weiter: „Beide sehnen sich nach der Liebe und Annahme, die bleibt, auch wenn Menschen uns verlassen“, betonen sie die Gemeinsamkeiten und laden zu den Gottesdiensten 16 Uhr und 18 Uhr ein.

Lesen Sie mehr über den Einsatz von „Grace and Truth“ und anderen Organisationen auf dem Wave-Gotik-Festival in der nächsten Ausgabe des Christlichen Medienmagazins pro (3/2018), die im Juni erscheint. Bestellen Sie es schon jetzt kostenlos und unverbindlich unter Telefon 06441-915-151, per E-Mail an info@kep.de oder online.

Von: Martina Blatt

Einen neuen Besucherrekord hat das Missionsschiff „Logos Hope“ verzeichnet: In der mexikanischen Hafenstadt Veracruz kamen während des Aufenthalts 226.554 Gäste an Bord, um sich über Mission zu informieren.
Christenverfolgung und Verletzungen der Religionsfreiheit sollten stärker wissenschaftlich erforscht und öffentlich thematisiert werden. Dafür haben sich Politiker, Menschenrechtsexperten und Theologen ausgesprochen.
Zuwendung auf Rechnung Christliches Medienmagazin pro(cached at May 19, 2018, 10:01 am)

Seit zwei Jahren arbeitet Ute Scheuren in ihrem Traumjob: Sie ist Lebenshelferin. Zuvor war sie als Heilerziehungspflegerin tätig, fest angestellt mit eng getakteten Arbeitszeiten. „Durch private Einschnitte habe ich 2016 eine neue Herausforderung gesucht“, erzählt sie.

Fündig geworden ist sie beim Berliner Unternehmen „SeniorenLebenshilfe“. In Bochum und Umgebung besucht sie seither ältere Menschen und verbringt Zeit mit ihnen. Bei einigen Klienten kümmert sie sich auch um deren Haushalt und macht Einkäufe oder spielt mit ihnen. Für viele ihrer Klienten ist sie die einzige Bezugsperson im Leben, weil diese einsam sind. Sie bezahlen Geld dafür, dass sich jemand um sie kümmert. Scheuren lebt von der Einsamkeit und Hilfsbedürftigkeit der Senioren.

Sie arbeitet sechs Tage in der Woche – einen davon nur vormittags. „Wenn ich samstags mit meiner Kundin frühstücke, ist das für mich auch schön und nicht nur Arbeit.“ Ihre Firma unterstützt Scheuren bei der Verwaltung und lässt ihr im Tagesgeschäft zugleich große Spielräume bei ihrem Tun.

Als Freundin ist sie ihm alles wert

Heute kümmert sie sich im Essener Stadtteil Unterruhr um den 86-jährigen Johannes Neuhaus. „Frau Scheuren war ein absoluter Glücksgriff“, sagt der Senior mit rheinischem Dialekt. Neuhaus ist eine Ausnahme unter Scheurens Klientel, denn eigentlich ist er kein einsamer Mensch. Der frühere Besitzer eines Möbelhauses ist noch gut im Stadtteil vernetzt. Der Witwer hat Kinder und auch im Alter nochmal eine neue Lebensgefährtin gefunden, die nicht weit von ihm entfernt wohnt. Die ist dankbar für Ute Scheuren, sei sie doch für ihren Freund „alles wert“. Neuhaus’ Lebensgefährtin kümmert sich gelegentlich selbst ehrenamtlich um alte Menschen im Heim. Beim Abschied höre sie oft die Worte: „Bleib doch noch ein Stündchen.“ Solche Sätze sprächen Bände.

Neuhaus weiß sich bei Scheuren in guten Händen, „weil sie Dinge erledigt. Oft muss ich sie gar nicht darum bitten.“ Als die Lebenshelferin die Gardinen gewaschen hatte, „brauchte ich keine Lampe mehr. Es war auch so hell genug“, schmunzelt er.

Der Rentner hat eine Krebserkrankung überstanden und vor vier Jahren eine neue Herzklappe bekommen. Nach einer Entzündung musste er erneut operiert werden. 2017 stürzte er dann nachts im Badezimmer. Eine Vollzeit-Betreuung lehnte der Witwer aber ab. Er wollte für einen Platz im Pflegeheim nicht sein Eigenheim verlassen. Menschen aus seinem Umfeld haben ihn auf das Angebot der „SeniorenLebenshilfe“ aufmerksam gemacht.

Warteliste mit zehn Personen

Das Interesse an den Diensten der Lebenshelferin ist groß: Mittlerweile stehen zehn Personen auf ihrer Warteliste, erzählt sie, bevor sie in der Küche verschwindet und für Neuhaus Frikadellen zubereitet. „Ich könnte natürlich alles enger takten und mehr Geld verdienen“, sagt sie. Aber sie möchte sich auch Zeit für den Einzelnen nehmen und nicht von einem Kunden zum nächsten hetzen.

Neuhaus’ Frau ist vor zwölf Jahren verstorben. Wirklich einsam fühlt er sich nicht, aber er braucht Gesellschaft. An guten Tagen besucht er das Möbelgeschäft an der Hauptstraße. „Ich prüfe die Kontoauszüge und schaue, ob die alles richtig machen“, lächelt er verschmitzt.

Gesellschaftliche Veränderungen bewertet er kritisch: „Früher in den Großfamilien war immer jemand für einen da“, sagt er. Heute lebe jede Familie für sich. Die eigenen Kinder hätten oft keine Zeit mehr für ihre Eltern. „Mein Sohn bringt mir Sachen vom Einkaufen mit, anstatt mich mitzunehmen. Er sagt immer, dass ich so lange brauche.“ Neuhaus findet, dass die Alten durch das gesellschaftliche Raster fallen. „Der Mensch ist nicht dafür geschaffen, einsam zu sein. Er leidet kolossal darunter.“ Häufig habe er erlebt, dass Menschen nur auf ihre Karriere bedacht seien: „Im Alter sind dann Freunde und soziale Kontakte, die sie hätten haben können, gar nicht vorhanden.“ Den heimatlichen Gottesdienst besucht Neuhaus nicht mehr, weil er akustisch kaum etwas versteht. Deswegen schaut er sich den ZDF-Fernsehgottesdienst an.

Auch für den zweiten Kunden des Tages ist Ute Scheuren eine wertvolle Begleiterin. Mit seinen 95 Jahren ist Ludwig Werner der zweitälteste Kunde. Er kocht noch selbst und lebt nach dem Tod seiner Frau 2006 alleine in einem Mietshaus im Bochumer Stadtteil Wattenscheid. Trotzdem ist auch er kein klassisch Einsamer. Seine Nachbarn kennt er fast alle, was „heutzutage ja nicht mehr selbstverständlich ist“, sagt er.

Auf die „SeniorenLebenshilfe“ wurde sein Sohn durch eine Zeitungsanzeige aufmerksam. Scheuren beginnt ihren Dienst mit einem kleinen gemeinsamen Ritual. Sie trinken zusammen Tee und essen Kekse. Werner ist noch mobil: Er begleitet seine Kinder in den Urlaub, besitzt ein Handy und trifft beim Einkaufen im Supermarkt immer Menschen, die er kennt. Lediglich die Augen bereiten ihm Probleme.

Werner erzählt von seinem Leben, über den Krieg, seine Zeit als Soldat und über die täglichen Nachrichten aus aller Welt. Er redet auch übers Sterben. Scheuren hört ihm zu.

Ministerin für die Einsamkeit

„Herr Werner und Herr Neuhaus sind Ausnahmen“, erzählt Scheuren. Viele ihrer anderen Klienten sitzen nur zu Hause, haben keine Bezugsperson außer ihr. Diese Kunden bezahlen vor allem dafür, dass Scheuren ihnen Gesellschaft leistet. „Da überlege ich schon, wie es einmal bei mir wird“, sagt sie. Deswegen versucht die kinderlose Frau, eigene Freundschaften und soziale Netzwerke zu pflegen und zu erhalten.

Mittlerweile wird die Einsamkeit auch zum politischen Thema. Großbritanniens Regierungschefin Theresa May hat ihre Ministerin Tracey Crouch damit betraut, sich für die Belange der Einsamen einzusetzen. May begründete diesen Schritt mit der „traurigen Realität des modernen Lebens“. Viele Menschen hätten niemanden, „mit dem sie reden oder ihre Gedanken und Erfahrungen teilen können“. Auch die deutsche Politik möchte das Thema enttabuisieren. Der SPD-Politiker Karl Lauterbach betont den medizinischen Aspekt. „Einsamkeit in der Lebensphase über 60 erhöht die Sterblichkeit so sehr wie starkes Rauchen“, sagte der Gesundheitsexperte kürzlich in einem Interview der Bild-Zeitung. Zudem erkrankten diese Menschen viel häufiger an Demenz, meint Lauterbach.

Aktuelle Zahlen des Marktforschungsinstituts Splendid Research belegen, dass sich 11,7 Prozent der deutschen Bevölkerung ständig oder häufig einsam fühlen, bei weiteren 32 Prozent ist dies zumindest manchmal der Fall. Maike Luhmann, Pschyologie-Professorin an der Universität Bochum, hat erhoben, dass sich jeder fünfte Deutsche über 85 einsam fühlt. Bei den 45- bis 65-Jährigen ist es jeder Siebte. Ausgenommen ist keine Altersgruppe.

Menschliches Leid tut weh

Ute Scheuren spricht mit ihren Kunden über die Politik, über Gott und die Welt. Vieles, was sie hört, ist hart, und das menschliche Leid tut ihr weh. Viele erzählen ihr, dass sie keine Energie mehr für das Leben haben. „Jeder Tag läuft bei ihnen gleich ab. Oft wissen sie gar nicht genau, welcher Tag heute ist“, erzählt sie von Kunden, die – anders als Werner und Neuhaus – ständig alleine sind.

In solchen Situationen ist die Lebensbegleiterin als Zuhörerin und Ratgeberin gefragt. Dabei trifft sie zufriedene Menschen, aber noch mehr Verzweiflung. Gegenüber den Kunden rechnet Ute Scheuren ihre Leistung stundenweise ab. Wenn es bei ihnen finanziell eng wird, bezahlt das Sozialamt. Für viele ihrer Kunden ist ihr Dienst unbezahlbar – und das gleich im doppelten Sinn.

Dieser Artikel stammt aus der aktuellen Ausgabe 2/2018 des Christlichen Medienmagazins pro. Bestellen Sie pro kostenlos und unverbindlich unter Telefon 06441-915-151, per E-Mail an info@kep.de oder online.

Von: Johannes Weil/Sandro Serafin

In Worms ist am Freitag eine Sonderausstellung zum Jubiläum 1.000 Jahre Dom eröffnet worden. Sie spannt nach Angaben der Veranstalter einen Bogen vom Bau der Kirche bis zum heutigen Gemeindeleben. Die Idee sei gewesen, die Steine des Doms gewissermaßen aufzuklappen, sagte die Wormser City- und Touristenseelsorgerin Claudia Staudinger bei der Vorstellung der Schau. Unter dem Titel "Aufgeschlossen!" wurden sieben interaktive Stationen über die ganze Kirche verteilt.

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Der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Klaus Engelhardt (86), hat autobiografische Erinnerungen vorgelegt. Der Band mit dem Titel "Anvertrautes. Klaus Engelhardt im Gespräch" sei ein "historisches Zeugnis ersten Ranges", sagte der Vorsitzende des Vereins für Badische Kirchengeschichte, Johannes Ehmann, bei der Präsentation am Freitag in Karlsruhe. Das Buch entstand in fünf ausführlichen Interviews mit den Theologen Ulrich Bayer und Hans-Georg Ulrichs. Er ist im Kohlhammer-Verlag Stuttgart erschienen.

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Zu Pfingsten hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, die religiöse Bedeutung des Kreuzes betont. "Für uns als Christen ist das Kreuz nicht Gegenstand des Streites unterschiedlicher politischer Überzeugungen, sondern für uns ist das Kreuz das Zeichen unseres Herrn und Heilands Jesus Christus", erklärte Bedford-Strohm mit Blick auf die Debatte über die Bedeutung des Kreuzes in seiner am Freitag in Hannover veröffentlichten Pfingstbotschaft.

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Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, fordert von Christen in verantwortlichen Positionen Engagement in aktuellen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen. "In Zeiten eines nicht mehr selbstverständlich vorhandenen Konsenses über Grundorientierungen braucht es Menschen, die sich mit Leidenschaft für eine lebendige und von sozialer Verantwortung geprägte Demokratie engagieren", sagte Bedford-Strohm laut Mitteilung am Freitag im nordrhein-westfälischen Schwerte.

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In der gerichtlichen Auseinandersetzung um die Kündigung einer 49-jährigen Mitarbeiterin von ERF Medien mit Sitz im mittelhessischen Wetzlar gibt es eine Einigung: Beide Seiten haben den Vergleich des Arbeitsgerichts Gießen angenommen.
Die geplante Einrichtung von sogenannten Ankerzentren stößt zunehmend auf Kritik. Der Berliner Pfarrer Gottfried Martens, der sich besonders für Konvertiten einsetzt, sieht das Verfahren als hochproblematisch an.
Die Evangelische Akademie zu Berlin will gegen „hateSpeech (Hassreden) im Namen des christlichen Glaubens“ im Internet vorgehen. Zu diesem Zweck hat sie das Projekt „Netzteufel“ gestartet. Es läuft seit Oktober 2017.

Im Halbfinale der diesjährigen „Germany's Next Topmodel“-Staffel konnte Toni Loba die Jury um Heidi Klum von sich überzeugen. Zusammen mit drei weiteren Mädchen zieht die 18-jährige Stuttgarterin ins Finale der Castingshow ein. Vor einem Fotoshooting in der Sendung am Donnerstag versammelte sie ihre Konkurrentinnen zu einem gemeinsamen Gebet. Darin bat sie Gott um Gesundheit, Freude und Selbstbewusstsein im Wettkampf.

„Es ist sehr wichtig für mich mit den Mädchen zu beten, weil ich dadurch das, was mir Kraft gibt, auch ihnen mitgeben kann, auch wenn sie nicht so glauben wie ich glaube“, sagt die Christin. Im Interview mit pro erzählte Loba, dass der Glaube in der Show schon oft Gesprächsthema mit den anderen Kandidatinnen gewesen ist. In ihrem Alltag verbringt sie viel Zeit in ihrer afrikanisch-deutsch-internationalen Kirche. Aber auch auf dem Laufsteg spüre sie Gottes Nähe: „Wenn er weiß, dass ich gerade einen unvergesslichen Moment erlebe, stärkt er mir den Rücken, sodass alles gut abläuft.“ Wenn sie für den Sieg bete, bitte sie allerdings vor allem darum, dass Gottes Wille geschehe.

Das Staffelfinale findet am 24. Mai in Düsseldorf statt und wird von ProSieben übertragen.

Von: Deborah Müller

Menschengewühl auf dem Flughafen. Lange Rolltreppen, verwinkelte Gänge und hunderte Abfertigungsschalter. Dazwischen Ansagen über Lautsprecher: deutsch, englisch, spanisch. Menschen vieler Völker drängen mit Koffern und Kindern. Hier geht es hoch her und das in allen Sprachen.

Der Volksmund hat dafür einen Begriff: „Babylonische Sprachverwirrung“. Nicht nur, dass alle laut durcheinander reden. Es redet auch jeder und jede in anderer Sprache. Verwirrung total. So beschreibt es die Bibel. Mit einem Turm, dessen Spitze in den Himmel ragen sollte, wollten die Leute Gott übertrumpfen. Eine vermessene Idee. Gott muss sich am Ende weit von oben herab beugen, um das große Werk überhaupt zu sehen. In seinen Augen eher winzig. Und das Ergebnis für die Menschen: Babylonische Sprachverwirrung. Die so hoch steigen wollten sind tief zerstritten. Manchmal passiert das auch in unserem Alltag, obwohl wir eigentlich die gleiche Sprache sprechen. Missverständnis und Streit, einer redet am anderen vorbei.

Die Bibel schildert uns das erste Pfingstfest vor fast 2.000 Jahren. Damals feierten tausende Pilger aus dem ganzen Orient in Jerusalem eigentlich „Schavuot“, das traditionsreiche jüdische „Wochen-Fest“. Petrus sprach zu der Menge. Vielen gingen die Augen auf und sie glaubten. Die erste christliche Gemeinde war entstanden. Pfingsten ist der Geburtstag der Kirche. Die Bibel schildert, dass es nicht schöne Worte waren, sondern die Kraft Gottes, die Menschen zu Christen machte.

Unterschiede trennen nicht mehr

„Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in anderen Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.“ (Apostelgeschichte 2).

Das hatte die Welt noch nicht erlebt! Leute aus aller Herren Länder verstehen den Fischer Petrus und hören Gottes Wort in ihrer eigenen Sprache. Gott selber überwindet die babylonische Sprachverwirrung. Frischer Wind weht über unsere Sprachgrenzen und Denkbarrieren. Ein neuer Geist verbindet Menschen, die sich vorher nicht kannten und nicht verstanden. Eine weltumspannende Gemeinde der Christen entsteht. Herkunft und Hautfarbe, Sprache und Sparbuch, Beruf und Behinderung spielen keine Rolle. Die Unterschiede werden nicht aufgehoben, aber sie trennen nicht mehr. So sitzt im Gottesdienst der Unternehmer neben dem Arbeiter, die Büroleiterin neben der Frau vom Reinigungsdienst. Alle Schranken sind überwunden.

Freilich: So ganz ohne Probleme geht es immer noch nicht. Es gibt auch Stress unter Christen, Streit und Neid. Kirchen betonen Trennendes und finden nicht zusammen. Und doch: Jesus Christus will allen Menschen helfen. Er will, dass wir zueinander finden: in den Familien und Häusern, in den Büros und Altenheimen, in den Dörfern und Städten. Lassen wir den frischen Wind von Pfingsten in unsere Beziehungen. Öffnen wir die Fenster und unser Leben für einen neuen Geist und neue Gedanken. Bitten wir um Kraft, damit unsere Konflikte gelöst werden. Gehen wir mit Gottes Hilfe auf die Anderen, die Fremden und selbst auf Feinde zu. Feiern wir gemeinsam Pfingsten. Es wird interessante Entdeckungen und Begegnungen geben.

Frohe Feiertage!

Von: Egmond Prill

Zuversichtlich zur Zukunft der Christen und Jesiden im Nordirak hat sich der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU im Bundestag, Volker Kauder, geäußert.

Die Süddeutsche Zeitung (SZ) hat sich nach der Antisemitismus-Kritik an einer Karikatur von Dieter Hanitzsch von ihrem langjährigen Zeichner getrennt. „Grund hierfür sind unüberbrückbare Differenzen zwischen Herrn Hanitzsch und der Chefredaktion darüber, was antisemitische Klischees in einer Karikatur sind“, teilte die SZ-Chefredaktion am Donnerstag mit. „Dies hat sich nicht nur in der veröffentlichten Karikatur selbst, sondern auch in Gesprächen mit Herrn Hanitzsch gezeigt.“ Auch pro hatte die Karikatur kritisiert.

Die SZ werde ihre redaktionsinternen Abläufe bei der Veröffentlichung von Karikaturen überprüfen und gegebenenfalls verändern. Zuerst hat die Neuen Zürcher Zeitung darüber berichtet. Hanitzsch wollte sich am Donnerstag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur nicht äußern.

Die SZ hatte in der Dienstagsausgabe eine Karikatur gedruckt, die Israels Premierminister Benjamin Netanjahu in Gestalt der israelischen Eurovision-Song-Contest-Siegerin Netta mit einer Sprechblase „Nächstes Jahr in Jerusalem!“ und einer Rakete in der Hand zeigt. Auf der Rakete ist ein Davidstern abgebildet, im Schriftzug “Eurovision Song Contest“ ersetzt ein Davidstern das „v“. Der Davidstern steht als Symbol für das Volk Israel und das Judentum. Die Darstellung war vielfach als antisemitisch kritisiert worden. SZ-Chefredakteur Wolfgang Krach hatte sich daraufhin am Dienstag in einer öffentlichen Stellungnahme für die Zeichnung entschuldigt.

Von: dpa/Deborah Müller

Eine Sonderausstellung zum Jubiläum 1.000 Jahre Wormser Dom spannt einen Bogen vom Bau der Kirche bis zum heutigen Gemeindeleben. Die Idee sei gewesen, die Steine des Doms gewissermaßen aufzuklappen, sagte die Wormser City- und Touristenseelsorgerin Claudia Staudinger am Donnerstag bei der Vorstellung der Schau. Unter dem Titel "Aufgeschlossen!" wurden sieben interaktive Stationen über die ganze Kirche verteilt. Offiziell eröffnet wird die Ausstellung am Freitagnachmittag.

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Ein Gesprächsangebot des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) in der Kreuz-Debatte stößt bei Parteifreunden einem Medienbericht zufolge auf Zustimmung. Der CSU-Ehrenvorsitzende Theo Waigel sagte der "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstag), dass er das Angebot Söders zu einem breiten Dialog begrüße, "weil es zum gesellschaftlichen und politischen Frieden beiträgt".

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Christliche Symbole sollten nach den Worten des Kulturbeauftragten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Johann Hinrich Claussen, einen Platz im öffentlichen Raum haben. Der deutsche Staat sei zwar säkular, sollte aber nicht in vorauseilendem Gehorsam religiöse Themen vermeiden, sagte Claussen am Mittwochabend bei den Bonner Gesprächen der EKD zum Thema "Religiöse Symbole im öffentlichen Raum".

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Das Stichwort: Pfingsten EKD Nachrichten Deutschlandby epd (cached at May 17, 2018, 8:01 pm)

Pfingsten ist nach Ostern und Weihnachten das dritte große Fest im Kirchenjahr. Der Name Pfingsten geht auf das griechische Wort "pentekoste" (der Fünfzigste) zurück, weil das Pfingstfest seit etwa Ende des vierten Jahrhunderts 50 Tage nach Ostern gefeiert wird. In Erinnerung an die in der Bibel geschilderte Ausgießung des Heiligen Geistes auf die Menschen wird Pfingsten auch als "Geburtstag der Kirche" verstanden. In vielen Gemeinden werden an Pfingsten Gottesdienste unter freiem Himmel gefeiert.

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Der Weltkirchenrat hat die Christen aufgerufen, sich an die Seite der Opfer von Ungerechtigkeit, Gewalt und Krieg zu stellen. Die Kraft des Heiligen Geistes ermögliche Solidarität mit den leidenden Menschen und den Einsatz für Frieden und Versöhnung, betonte der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) in Genf anlässlich des Pfingstfestes am Sonntag.

Die Welt sei gezeichnet von wachsenden sozialen Spaltungen und schwer lösbaren bewaffneten Konflikten, heißt es in dem Schreiben der acht Präsidenten des Ökumenischen Rates der Kirchen.

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Abstehende Ohren, eine lange, krumme Nase, dicke Lippen – so stellte der Karikaturist Dieter Hanitzsch den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu dar. In der Hand hält dieser Netanjahu eine Rakete mit Davidsstern. Ansonsten sieht er aus wie die Sängerin Netta Barzilai, die am Wochenende den Eurovision Song Contest gewonnen und für die nächste Runde nach Israel geholt hat. Entsprechend wiederholt der Regierungschef in der Karikatur ihre spontane Reaktion auf den Sieg: „Nächstes Jahr in Jerusalem“; im Hintergrund ist der Schriftzug der Veranstaltung zu sehen, der Buchstabe „v“ durch einen Davidsstern ersetzt.

Veröffentlicht hat diese Zeichnung am Dienstag die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) – die sich offenbar nicht scheut, eindeutig antisemitische, judenfeindliche Stereotype zu verbreiten. Beim Presserat sind mehrere Beschwerden deswegen eingegangen, in den Sozialen Medien gab es Proteste. Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, sprach gegenüber der Bild-Zeitung von einer „geschmacklosen Zeichnung“. Auch in der SZ-Redaktion wurde die Karikatur nach Angaben des Chefredakteurs Wolfgang Krach kontrovers diskutiert. Auf der Webseite der Zeitung ist sie nicht mehr zu sehen; Krach hat sich mittlerweile dafür entschuldigt.

Nicht so der Zeichner selbst. Gegenüber der „Jüdischen Allgemeinen“ sagte er, die Kritik treffe ihn nicht, er wolle die Politik Netanjahus auch als Deutscher kritisieren dürfen. Das darf er. Aber er tut es nicht. Er verbindet das klischeehafte Aussehen der Juden, ihre Spiritualität („Nächstes Jahr in Jerusalem“) und die angeblich kriegslüsterne Politik Israels. Mit anderen Worten: Juden können gar nicht anders, als kriegslüstern zu sein, es liegt in ihrem Blut, in ihrer Kultur, sie waren es also schon immer, und heute tun sie es eben mit ihrer Politik.

Öffentliche Debatte offenbar wirkungslos

Dass den verantwortlichen Redakteuren der SZ das alles nicht aufgefallen ist, ist kaum vorstellbar. Immerhin hat der Chefredakteur einen Fehler eingestanden. Aber ein solcher Fehler darf einem so einflussreichen, meinungsbildenden Blatt mit dem Anspruch, Qualitätsjournalismus zu liefern, nicht passieren. Es zeigt jedoch, dass antisemitische Bilder und Vorstellungen weit in der Gesellschaft, unter Intellektuellen, in der bürgerlichen Mitte – getarnt als „Israel-Kritik“ – verbreitet sind. Dafür braucht es keine Skandal-Rapper und Skandal-Preisverleihungen wie die des „Echo“ vor wenigen Wochen. Umso frappierender ist es, dass die massive öffentliche Debatte über selbige anscheinend nicht dazu geführt hat, sensibler und empfindlicher zu werden für offen antisemitische Äußerungen.

Gerade der Zeitpunkt, an dem die Karikatur erschien, sollte zu denken geben. Die Israelis feiern das 70-jährige Jubiläum ihres Staates, die Palästinenser gedenken desselben Ereignisses als der „Nakba“, der „Katastrophe“. Die USA haben ihre Botschaft nach Jerusalem verlegt, an der Grenze zum Gazastreifen gibt es die gewalttätigsten Auseinandersetzungen seit Langem, zwischen Iran und Israel gibt es offene Feindseligkeiten. In dieser komplexen und eskalierenden Situation brauchen gerade Journalisten die Fähigkeit, genau hinzuschauen, sachlich und analytisch zu beobachten – und zu kritisieren. In diesem Kontext antisemitische Bilder zu verbreiten ist das genaue Gegenteil davon. Es trägt nur dazu bei, Israel- und Judenfeindschaft zu rechtfertigen und salonfähig zu machen.

Hinweis: Wie am Donnerstag bekannt wurde, hat die „Süddeutsche Zeitung“ bereits am Mittwoch die Zusammenarbeit mit Dieter Hanitzsch beendet. Das berichtet die „taz“. „Grund hierfür sind unüberbrückbare Differenzen zwischen Herrn Hanitzsch und der Chefredaktion darüber, was antisemitische Klischees in einer Karikatur sind“, sagte SZ-Chefredakteur Wolfgang Krach.

Von: Jonathan Steinert

In Ägypten sind die sterblichen Überreste von 20 in Libyen ermordeten Kopten bestattet worden. Kämpfer der Terrororganisation „Islamischer Staat“ hatten im Februar 2015 an einem Strand vor laufenden Filmkameras geköpft.

Grimm, der von 1987 bis 1999 als Verfassungsrichter tätig war, war am Karlsruher Kruzifix-Beschluss von 1995 beteiligt. Der 81-Jährige ist überzeugt: die neue bayerische Kreuz-Pflicht, die vom 1. Juni an gelten soll, ist verfassungswidrig.

Das folge aus dem Kruzifix-Urteil von 1995. „So verstehe ich das Grundgesetz“, sagt Grimm gegenüber der Süddeutschen Zeitung. „Artikel 4 garantiert jedermann Religionsfreiheit. Gemeint ist damit nicht die Freiheit einer bestimmten Religion, sondern Freiheit für alle Religionen. Daraus folgt, dass der Staat in Glaubensfragen nicht Partei ergreifen darf.“ Er müsse sich stattdessen neutral verhalten. „Gegen diese Neutralitätspflicht verstößt er, wenn er Kreuze in Amtsräumen anordnet.“ Weiter sagt Grimm: „Religionsfreiheit bedeutet, dass es jedem freisteht, wie er sich zur Religion einstellt.“ Es bedeute aber auch, dass man Religion ablehnen dürfe.

„Das Kreuz steht für den Opfertod Christi“

Die Argumentation der bayerischen Regierung, bei dem Kreuz handele es sich nicht um ein religiöses Symbol, sondern um ein kulturelles, will Grimm nicht gelten lassen. „Das Kreuz ist nun einmal für den Christen und die christlichen Kirchen das zentrale Glaubenssymbol. Es steht für den Opfertod Christi und die dadurch vollbrachte Erlösung der Menschheit aus dem Sündenfall, die Öffnung des Himmels für die Gläubigen nach dem irdischen Tod.“ Damit sei das Kreuz „etwas anderes als die Gemälde mit religiöser Thematik“.

Anders als etwa die Einteilung unserer Zeit nach Sonn- und Feiertagen oder kirchliche Musik in einem säkularen Kontext in Konzertsälen, sei im Kreuz der christliche Glaube zusammengefasst, „und das lässt sich nicht wegdenken, wenn der Staat es jedem , der seine Amtsräume betritt, vor Augen hält“, schreibt Grimm.

Bereits in den Neunzigerjahren seien sogar Kirchenvertreter bereit, die eigentliche Bedeutung des Kreuzes verharmlosen, um es in den Schulen zu retten. Inzwischen scheinen die Kirchen besser verstanden zu haben, was auf dem Spiel steht“, erklärt Grimm.

Von: Jörn Schumacher

Die Katholikin Julia Klöckner berichtet in der aktuellen Ausgabe der Zeit von ihrer Kindheit: „Mir wurde der Glaube in die Wiege gelegt“, schreibt sie, und weiter: „Glauben kann man nicht lernen. Aber der Glaube hilft mir, meine Begrenztheit zu akzeptieren.“ Mit Bezug auf das Aufhängen von Kreuzen in Amtszimmern erklärt sie: „Wir sollten nicht den christlichen Glauben wiederentdecken aus Angst vor einer angeblichen Islamisierung.“ Sie müsse sich nicht an christlichen Symbolen festhalten, weil andere etwas anderes glaubten. „Glauben muss aus einem selbst heraus kommen und nicht in der Funktion der Abgrenzung“, erklärt Klöckner. Ihre Aussage kann als Kritik am jüngsten Kreuzvorstoß des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) gewertet werden.

Zu viel Tagespolitik, zu wenig Seelsorge

Klar sei für sie, dass die Religion in einer Demokratie niemals über dem Gesetz stehen könne. Sie wundere sich über die Zurückhaltung linker Kirchenkritiker gegenüber dem fundamentalistischen Islam. „Die Katholische Kirche wurde als konservative Institution immer von progressiven Feministinnen kritisiert, sicher nicht zu Unrecht. Aber für patriarchale Strukturen im fundamentalistischen Islam haben sie volles Verständnis. Da wird mit zweierlei Maß gemessen“, schreibt Klöckner.

Dabei übt sie selbst Kritik an ihrer Kirche: Bei manchen Kirchenvertretern verwundere sie, dass sie sich mehr mit Tagespolitik beschäftigen als mit der klassischen Seelsorge und der Frage, warum die Kirchen so leer seien. Außerdem habe sie als Kirchensteuerzahlerin einige Fragen: „Wann dürfen gemischtkonfessionelle Paare nun endlich gemeinsam zum Tisch des Herrn, oder wiederverheiratet Geschiedene? Wann werden Frauen zu Diakoninnen geweiht?“

Grübel für mehr Ökumene

Für ihre aktuelle Ausgabe hat die Zeit-Redaktion Prominente zum Thema Zweifeln befragt. Neben Klöckner äußern sich etwa der Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide, der Ordensmann Anselm Grün oder der Beauftragte der Bundesregierung für Religionsfreiheit, Markus Grübel (CDU). Khorchide berichtet davon, wie er bedroht wurde, weil er den Islam liberal deutet. Früher hätten ihm andere Muslime erzählt, wer nicht wie sie an Gott glaube, sei verdammungswürdig. Er habe gegen das Gottesbild seiner Jugend rebelliert und einen Gott der Liebe gefunden: „Gott begegnete mir als Barmherziger. Das war die Erlösung.“

Anselm Grün erklärt, der Zweifel gehöre für ihn elementar zum Glauben dazu. Er zwinge ihn dazu, sich seines Glauben zu vergewissern. „Er zeigt mir: Der Glaube muss errungen werden.“ Grübel, ebenfalls Katholik, schreibt, er habe sich seinen Kindheitsglauben an einen gütigen Gott bewahrt. Kein Verständnis habe er für die sieben deutschen Bischöfe, die sich jüngst gegen das gemeinsame Abendmahl gemischtkonfessioneller Ehepaare gestellt hätten. Im Februar hatte die Deutsche Bischofskonferenz entschieden, dass Protestanten und Katholiken in Einzelfällen gemeinsam die Kommunion empfangen dürfen. Zum Islam schreibt er: „Ein Muslim, der unsere Werte teilt, ist mir lieber als ein Mensch, der Gott leugnet und sich selber absolut setzt.“

Von: Anna Lutz

Die Preisträgerin des Evangelischen Buchpreises 2018 heißt Susann Pásztor. Der Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Ralf Meister, überreichte ihr am Mittwoch die Auszeichnung. Die Jury begründete die Vergabe damit, dass Pásztor einen Roman über Sterbebegleitung geschrieben hat, „der nicht traurig macht, sondern mit viel Humor Lust aufs Leben weckt“.

Sabine Horn, stellvertretende Vorsitzende des Hospiz- und Palliativverbandes Baden-Württemberg, erklärte in ihrer Laudatio, die Preisträgerin habe „ein Fenster geöffnet, um den Lesern und Leserinnen, um der Gesellschaft einen Einblick in das Sterben von Menschen, in die verschiedensten und ganz individuellen Auseinandersetzungen mit dem Leben und Sterben zu geben“. Auch habe Pásztor ein „Fenster geöffnet in die Hospizbewegung hinein“.

„Anders auf Leben und Tod schauen“

Der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Baden, Jochen Cornelius-Bundschuh, sagte, er schaue nach der Lektüre des Buches „anders auf Leben und Tod“. Er dankte besonders jenen, die sich in den evangelischen Büchereien engagieren und „der Freude am Lesen ein begeistertes Gesicht geben“. Diese seien „Orte der Begegnung“ und prägten eine „lebendige Kultur des Austauschs“.

Die Autorin ist selbst in der Hospizbewegung ehrenamtlich aktiv

In dem Roman trifft der frisch ausgebildete Hospizbegleiter Fred auf die schwerkranke Karla, die ganz andere Vorstellungen von ihren letzten Lebenswochen hat als er. Pásztor, die selbst eine Ausbildung zur Sterbebegleiterin abgeschlossen hat und seit mehreren Jahren ehrenamtlich tätig ist, gibt dabei einen intensiven Einblick in die Hospizarbeit und die unterschiedlichen Wege, mit dem bevorstehenden Tod umzugehen.

Die Autorin ist 1957 in Soltau geboren. Sie studierte Kunst und Pädagogik und lebt heute als freie Schriftstellerin in Berlin. Ihr Debütroman „Ein fabelhafter Lügner“ erschien 2010, wurde in mehrere Sprachen übersetzt.

Der Evangelische Buchpreis wird seit 1979 vom Dachverband evangelischer öffentlicher Büchereien, dem Evangelischen Literaturportal, verliehen.Ausgezeichnet werden Bücher, die anregen, über sich selbst, das Miteinander und das Leben mit Gott neu nachzudenken. Neben dem Sieger wurden zwölf weitere Romane, Sachbücher, Kinder- und Jugendbücher empfohlen. Zur Jury gehören vier Mitarbeitende evangelischer Bibliotheken, zwei Jugendliche, zwei Theologen und die Geschäftsführung des Evangelischen Literaturportals an. Der Evangelische Buchpreis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Von: Johannes Weil

Der Bundestag hat in seiner Sitzung am Donnerstag den Einspruch der AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel gegen einen Ordnungsruf abgelehnt und sich hinter seinen Präsidenten gestellt. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hatte die AfD-Abgeordnete am Vortag während einer Debatte zur Ordnung gerufen.

Weidel hatte in der Generalaussprache zum Bundeshaushalt die Einwanderungs- und Asylpolitik der Bundesregierung kritisiert und gesagt: „Burkas, Kopftuchmädchen und alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse werden unseren Wohlstand, das Wirtschaftswachstum und vor allem den Sozialstaat nicht sichern." Die Bemerkung hatte im Parlament zu tumultartigen Szenen geführt.

Bundestagspräsident Schäuble erteilte einen Ordnungsruf mit der Begründung, Weidel diskriminiere damit alle Frauen, die ein Kopftuch tragen. Gegen die Zurechtweisung hatte Weidel Einspruch eingelegt. In namentlicher Abstimmung wurde der Antrag der AfD-Politikerin am Donnerstag jedoch mit 549 Stimmen bei 85 Gegenstimmen und zwei Enthaltungen abgelehnt.

Kauder hatte Weidel die Leviten gelesen

Bereits in der Sitzung am Mittwoch hatte Weidel massive Kritik für ihre Aussage einstecken müssen. Der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder (CDU), hatte der AfD-Politikerin das christliche Menschenbild abgesprochen. „Zur christlichen Tradition gehört die Erkenntnis, dass jeder Mensch Ebenbild Gottes ist und deshalb eine unverwechselbare Würde hat", erklärte Kauder am Mittwoch in seiner Rede an die Adresse von Weidel.

Die Geschäftsordnung des Parlaments sieht vor, dass der Bundestagspräsident Abgeordnete mit Nennung des Namens zur Ordnung rufen kann, wenn sie die Ordnung oder die Würde des Bundestages verletzen. Dagegen kann das betroffene Mitglied des Bundestages bis zum nächsten Plenarsitzungstag schriftlich begründet Einspruch einlegen, der dann auf die Tagesordnung der Sitzung gesetzt werden muss. Der Bundestag entscheidet dann nach seiner Geschäftsordnung ohne Aussprache über den Einspruch.

Von: Norbert Schäfer

Die Drogeriemarktkette Rossmann verkauft eine Holz-Arche für Kinder mit einem Löwenpärchen, bei dem der Gestalt nach beide Tiere männlich sind. Bei der Rossmann-Variante des biblischen Transportgefährts haben beide Löwen eine Mähne. Die haben in der Natur in der Regel nur ausgewachsene, männliche Löwen. Den weiblichen Raubtieren fehlt das wallende Haarkleid. Das Holzspielzeug, das der biblischen Arche-Noah mit den paarweise auftretenden Tieren nachempfunden ist, weckt nun auch das Interesse Erwachsener. Fündig wurde zunächst der Twitter-Nutzer @aixposition und erntete für seine Beobachtung Tausende Likes.

auf Twitter viele humorvolle, aber auch nachdenklich stimmende Beiträge zu dem Spielzeug, die unter anderem Bezug nehmen zu Gendergerechtigkeit oder Homosexualität.

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Da muss ich dann ja aber demnächst genau schauen und überlegen, welche Arche ich meinem Neffen schenken kann... Ich mag die rossmann-Variante wohl, die ist aber biologisch so schwierig ;) #relichat

— Elena G. (@Helmutsdottir) 16. Mai 2018

Die „taz" hat die Rossmann-Arche zum Anlass genommen für ein Gespräch mit Pfarrer Björn Borrmann aus Berlin und wollte wissen, ob er die Twitter-Debatte für „nötig oder nervig" hält. „Über diese Arche konnte ich sehr lachen – aber ich sehe hier den Aufreger nicht so recht", anwortet der Pfarrer. Jedoch hält er es nicht für nötig, „regelmäßig eine Debatte vom Zaun zu brechen, die allen Bibellesenden unterschwellig Fundamentalismus unterstellt".

Von: Norbert Schäfer

Der Heilige Geist ist in der evangelischen Kirche lange sträflich vernachlässigt worden. Diese Ansicht vertritt der Vorsitzende der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung innerhalb der Evangelischen Kirche, Pfarrer Henning Dobers.