Verabschiedungsgottesdienst am 19.10.2025 von Pastorin Jutta Selbmann

Heute, am 19.102025, wurde Pastorin Jutta Selbmann von Propst Helgo Jacobs offiziell zum 1.12.2025 entpflichtet und in den Ruhestand verabschiedet.
Viele Gäste und Besucher füllten das Kropper Gotteshaus an diesem besonderen Sonntag – wollten doch alle „Tschüss“ sagen zu Pastorin Jutta Selbmann und sie in den Ruhestand verabschieden. 1992 wurde sie als junge Pastorin nach Kropp beordert und hier ist sie zum Urgestein der Kirchengemeinde geworden. Ihr Kollege Michael Jastrow, mit dem sie fast zeitgleich in Kropp ihren Dienst aufnahm, dankte für die gemeinsame Zeit und für das Stück „beste Lebenszeit“, für echte Seelsorge und viele prägende Erlebnisse. Propst Helgo Jacobs sagte zur Verabschiedung: „Jeder kennt Jutta Selbmann. Sie ist inventarisiert und sie bleibt den Menschen als Kropperin erhalten“, verbunden mit der Bitte an alle „lassen Sie sie erstmal ein Jahr lang Jutta Selbmann sein“, denn sie wird weiterhin in Kropp leben und nicht wie bisher üblich, in einen anderen Ort umziehen. „Vergnügt, erlöst, befreit, aber auch mit Wehmut im Herzen verabschieden wir sie“. Aus seiner Sicht sei sie genau im richtigen Beruf gelandet. Eine unbeugsame Streiterin. Eine Pastorin, die nicht sich selbst, sondern die Liebe Gottes in den Vordergrund stellt. Eine Pastorin mit Wiedererkennungswert und fest im Glauben. „Sie passt in keine Schublade. Ein Unikat – mal laut, mal leise“.
Jutta Selbmann ist in Dithmarschen geboren und aufgewachsen. In der Meldorfer Gelehrtenschule hat sie Abitur gemacht. Es war damals, Anfang der 1980ger Jahre, nicht üblich, dass eine Frau Theologie studiert. Eine Lehrerin habe ihr viel Mut gemacht, ihren Weg zu gehen und so wurde sie Studentin der Theologie in Kiel an der Christian-Albrechts-Universität.
Nach 35 Jahren im kirchlichen Dienst freut sich Jutta Selbmann jetzt auf ausschlafen, spazieren gehen, ihren Garten, lesen und musizieren. „Die To-Do-Liste wird kleiner. Mal sehen, was da noch kommt“, sagt sie. Es war ein Abschied mit
vielen „letzten Malen“: zum letzten Mal den Talarkoffer packen, Konfirmanden unterrichten, in die Kita oder zu den Senioren gehen, Weihnachts- und Erntefeiern, Sitzungen und Seminare, die Handkasse abrechnen.
Viele schöne Erinnerungen bleiben: wenn ein Täufling sie angelächelt hat (trotz der kalten Hände), als Pastor Köhnke sie beim Gemeindefest vom Kirchturm abgeseilte, die vielen Begegnungen mit den Menschen. „Vor allem die Treffen mit den Menschen werden mir fehlen. Ich durfte in all den Jahren mit so viel Vorschussver trauen in die Häuser gehen“. Aber nun sei die richtige Zeit für den Abschied. „Mein allwissendes schwarzes Ringbuch, damals ein Geschenk meiner Schwestern, wird langsam brüchig. Ich bleibe nicht, aber die Kirche bleibt und die Gemeinde bleibt. Gottes Gemeinde ist bunt an Talenten und Können und unterschiedlichen Gaben und alle haben Platz, nicht unbedingt in der Einheitlichkeit, aber in unserer Einigkeit, darüber, dass wir in und aus der Liebe Gottes leben, die sich in Jesus Christus gezeigt hat.“
Aus „365 Tage im Dienst“ wird Jutta Selbmann in einen neuen Alltag wechseln – mit Dingen, die ihr besonders Spaß bringen und für die sie jetzt endlich Zeit hat. Wir werden ihr weiterhin in Kropp begegnen – beim Spaziergang, im Posaunenchor, mit ihrem Dudelsack, … oder anderswo.

Wir wünschen Pastorin Selbmann eine schöne Zeit im neuen Lebensabschnitt. (ure)

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